Binzen Brief stößt auf große Resonanz

Die Teilortsumfahrung (TOU) Rümmingen bleibt auch nach der Einleitung des Planfeststellungsverfahrens umstritten. Mit ihrem offenen Brief an Landrätin Marion Dam­mann und den Kreistag stieß Anita Spieß aus Binzen auf enorme Resonanz. Innerhalb von elf Tagen hatte sie 140 Unterschriften gegen das Straßenbauprojekt gesammelt. Ihre Argumente trug sie am Donnerstagabend im Gemeinderat Binzen vor.

Von Alexandra Günzschel

Binzen . Bis Ende Februar will Spieß ihre Aktion fortführen. Die Unterschriftenliste wird dann der Kreisverwaltung überreicht. Spieß erklärt, dass es sich um eine kreisweite Initiative handelt.

Teilortsumfahrung ist nicht die richtige Lösung

Auch ist es ihr wichtig zu betonen, dass es ihr keinesfalls darum geht, die Forderungen der Anwohner der Lörracher Straße in Rümmingen nach Verkehrs- und Lärmberuhigung zu untergraben. Allerdings sieht sie in der TOU nicht die Lösung des Problems. Es entstehe dadurch lediglich eine Verlagerung des Verkehrs, so dass andere Anwohner stärker belastet würden, argumentiert sie.

Weil das TOU-Projekt die Gemarkung der Gemeinde Binzen betrifft, wird der Binzener Gemeinderat ohnehin gehört und hat auch schon mehrfach Stellung bezogen. Die Binzenerin betont jedoch, dass es Einwohner im gesamten Landkreis gebe, die die TOU ablehnen, „umso mehr als dass dieser Bau durch unser aller Steuergelder finanziert wird“. Ihre Unterschriftenliste scheint diese Einschätzung zu bestätigen. Spieß spricht von Unterzeichnern aus dem gesamten Kandertal sowie aus Weil am Rhein, Lörrach, Efringen-Kirchen, Steinen und Zell im Wiesental.

Als wesentliches Argument gegen den Straßenbau nennt die Binzenerin die nachhaltige Zerstörung von Flora und Fauna, die im Widerspruch zu den jüngst veröffentlichten Leitlinien für die Entwicklung des Kandertals stehe. Das neue Leitbild wolle eine weitere Zerschneidung wertvoller Naturflächen nach Möglichkeit vermeiden.

Darüber hinaus wäre der Bürginhof in Binzen vom Bau der TOU unmittelbar betroffen. Zwar werde der Bauernhof offenbar weniger stark in Mitleidenschaft gezogen, als noch vor einem halben Jahr gedacht. „Ihn ein bisschen weniger kaputt zu machen, reicht aber nicht aus“, betonte Spieß.

160 Gegenstimmen hat Rümmingen gesammelt

Ihr Statement im Gemeinderat war im Prinzip die Kurzfassung ihres offenen Briefes, in dem sie alle Argumente ausführlicher darlegt. Gegen Ende der Sitzung meldeten sich noch zwei Vertreter der Bürgerinitiative Rümmingen zu Wort. Auch in der Nachbargemeinde sind mittlerweile 160 Stimmen gegen die geplante Kreisstraße zusammengekommen. Die Redner sprachen von einem aus der Zeit gefallenem Projekt und enormen Kosten. Sie freuten sich über die Unterstützung aus Binzen.

Bürgermeister Andreas Schneucker verwies auf das laufende Planfeststellungsverfahren unter sehr großer Bürgerbeteiligung. Es sei möglich, Bedenken noch einmal vorzubringen, betonte er. Den beiden Bürgerinitiativen empfahl er einen Zusammenschluss.

Eine solche Kooperation ist bereits in Gang gekommen. Wer sich mit Anita Spieß in Verbindung setzen will, schreibt an die Mailadresse: anita@modernemobilitaet-ruemmingen.de.

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