Binzen Das freundliche Gesicht im Ordnungsamt

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Tag für Tag dreht Horst Frey seine Runden in Eimeldingen und Binzen. Foto: Ehrlich

Binzen/Eimeldingen (bea). Es muss wohl an seinem Sternzeichen liegen: Als Steinbock stehe er für Ordnung, sagt Horst Frey. Am ersten Januar feierte der unermüdliche Gemeindevollzugsbeamte seinen 75. Geburtstag.

Er betrachte es als seinen Auftrag, Menschen anzuregen, sich an die vorgegebene Ordnung zu halten. Seit vielen Jahren ist der Teilzeit-Rentner in Binzen und Eimeldingen im Gemeindevollzugsdienst im Einsatz. Die Kontrolle des ruhenden Verkehrs in Efringen-Kirchen, Kandern und Schliengen hat er zwar mittlerweile anderen überlassen, in den beiden Nachbargemeinden erfüllt er seinen Dienst umso gewissenhafter. Am Montag trifft man ihn an der Binzener Hauptstraße, wo er seine erste Runde nach den Feiertagen rund um den Jahresbeginn dreht. „Je mehr ich unterwegs bin, desto mehr halten sich die Leute an die Regeln“, hat er festgestellt. Nach zehn Tagen Urlaub könne man praktisch von vorne anfangen. Gerade hat er bei einem Auto ein rotes Kärtchen hinter den Scheibenwischer geklemmt, das nichts Gutes verheißt: 20 Euro werden fällig, weil im eingeschränkten Halteverbot keine Parkscheibe gestellt wurde. Wenn der Wagen länger als eine Stunde dort steht, sogar bis zu 30 Euro. Frey will niemanden ärgern. „Wir schießen nicht mit Kanonen auf Spatzen“, lautet sein Credo. Gern kommt er mit Menschen ins Gespräch, und wenn jemand einmal keine Parkuhr im Auto hat, verschenkt er eine. Er kann auch nachsichtig sein, etwa wenn jemand nur kurz anhält, um Brötchen zu holen.

Grundsätzlich geht es ihm aber darum, Autofahrer dazu zu bringen, dass sie sich nicht rücksichtslos gegenüber anderen verhalten – etwa, indem sie entgegen der Fahrtrichtung parken. „Beim Ausparken werden dabei gleich beide Fahrtrichtungen blockiert“, gibt er zu bedenken. Sicherheit im Urteil geben dem gelernten Bau- und Möbelschreiner aus Eimeldingen 36 Jahre Erfahrung im Ordnungsamt in Lörrach, wo er zuletzt ein siebenköpfiges Team leitete. Woche für Woche hat Frey alle Straßen im Blick. Zu Fuß oder mit dem E-Bike ist er auch in Wohngebieten und außerorts unterwegs, etwa am Hinkelstein auf der Anhöhe zwischen den beiden Ortschaften, wo auch immer wieder Leute unerlaubt parken. An seinem Computer im Büro unter dem Dach im Binzener Rathaus gibt er die Daten von Falschparkern ein, die ihm von Privatleuten zugesandt wurden, etwa die eines Lastwagenfahrers, der in Eimeldingen auf dem Gehweg parkt und dabei andere behindert. Hinzu kommen weitere Aufgaben: Frey kontrolliert Heckenschnitt, Straßenreinigung und Schneeräumung sowie sogenannte Sondernutzungen wie Gerüste, die in die Straße hineinragen. Ans Aufhören denkt der zweifache Vater, der heute in Lörrach-Stetten lebt, noch nicht. Die vielen Stunden an der frischen Luft und die Begegnungen mit den Menschen halten ihn fit, sagt er. Die Reise nach Österreich, die für den Geburtstag geplant war, soll nachgeholt werden.

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