Binzen Der Verzicht aufs Auto fällt schwer

Zahlreiche Hausbesitzer in Binzen könnten sich vorstellen, in eine Photovoltaikanlage auf ihrem Dach zu investieren. Das Thema Solarenergie stößt allgemein auf viel Interesse. Symbolfoto: sba Foto: Weiler Zeitung

Der Klimawandel und seine Folgen treiben die Einwohner von Binzen um. Eine große Mehrheit wäre bereit, persönlich Verzicht zu üben, um den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verbessern. Dies ergibt sich aus den Ergebnissen einer Online-Umfrage zur Erstellung eines Gemeindeentwicklungskonzepts im Sommer. Rund 500 Einwohner hatten sich daran beteiligt.

Von Alexandra Günzschel

Binzen. 92 Prozent der Befragten wären grundsätzlich bereit, ein lokales Klimaprogramm durch Änderung ihres Verhaltens mitzugestalten. Wie weit sie dabei gehen würden, wurde anhand konkreter Vorschläge abgefragt. Dabei zeigte sich, dass es den meisten offenbar besonders schwer fällt, auf das eigene Auto oder Wohnraumfläche zu verzichten.

Welchen Beitrag wären die Binzener bereit zu leisten?

Den Umstieg auf regenerative Energien kann sich eine große Mehrheit dagegen vorstellen. Viele gaben sogar an, dies bereits zu praktizieren. Gut kam bei den Befragten auch der Vorschlag an, Lebensmittel zu 80 Prozent aus lokaler Produktion zu beziehen. Eine Mehrheit gab zu verstehen, sich dies zumindest vorstellen zu können.

Den Angaben der Teilnehmer zufolge haben viele ihre Flugreisen bereits um 50 Prozent reduziert, die meisten anderen stehen diesem Vorschlag positiv gegenüber. Hoch ist der Umfrage zufolge die Bereitschaft, für bewusstes Einkaufen 20 Prozent mehr zu bezahlen. Auch die Idee, den Fleischkonsum um 80 Prozent zu reduzieren, schreckt offenbar nur wenige komplett ab. Viele Teilnehmer gaben an, dies bereits getan zu haben, die meisten anderen zeigten sich dem gegenüber aufgeschlossen.

Höher ist die Skepsis bei dem Vorschlag, beim Anlagekapital auf Nachhaltigkeit zu achten, obgleich sich auch hier eine große Bereitschaft erkennen lässt, es zumindest einmal zu versuchen.

Den Verzicht aufs eigene Auto indes lehnt die Hälfte der Befragten ab. Sie antworteten mit „Kommt nicht in Frage“ oder „nur ungern“. Auf noch größere Ablehnung (etwa 65 Prozent) stößt der Vorschlag, die eigene Wohnraumfläche um 30 Prozent zu reduzieren, wobei die jeweiligen Wohnverhältnisse bei dieser Nachfrage keine Berücksichtigung fanden.

Groß ist die Bereitschaft der Hausbesitzer, eine Photovoltaikanlage auf ihrem Dach zu installieren. 55 Prozent der Befragten können sich das vorstellen. 25 Prozent zogen eine Verpachtung ihrer Dachflächen für Solarenergie in Betracht. Eine Verbrauchsanalyse mit Beratung für den eigenen Haushalt können sich 53 Prozent der Befragten vorstellen, 36 Prozent würden an einer Weiterbildung zum Thema „Solardorf Binzen“ mitmachen. Mehrfachnennungen waren hierbei möglich.

In diesen Antworten spiegelt sich die offenbar weit verbreitete Sorge um die Umwelt wider. Gerade mal fünf Prozent der Teilnehmer sehen im erheblichen Ressourcenverbrauch der Bevölkerung kein Problem. Die große Mehrheit macht sich deshalb mehr oder weniger Sorgen. 39 Prozent gaben an, ihr Verhalten deshalb schon angepasst zu haben und weniger zu verbrauchen.

An Gemeinschaftsaktionen, um den Ressourcenverbrauch zu reduzieren, würden sich 45 Prozent beteiligen, weitere 52 Prozent sind bereit, sich das je nach Umständen zu überlegen.

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