Wenn alles klappt, wird nächstes Jahr ein Musical aufgeführt, das die Sage von der alten „Häx vo Binze“ zur Grundlage hat. Auf Anregung von Isabelle Stährfeldt hat sich der Binzener Arbeitskreis (AK) Jugend des Vorhabens angenommen und möchte es mit vielen Kindern und Jugendlichen der Gemeinde realisieren.

Binzen. Dies in Zusammenarbeit mit der Lead-Sängerin der lokalen Band „Sounddrops“, Anita Spieß , und der Figurentheater-Spezialistin Iris Keller. Beide sind in Binzen zu Hause und werden das Projekt als Vocal-Trainerin und Theaterworkshop-Leiterin begleiten.

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„Wir brauchen nicht nur junge Mitwirkende, die gerne singen, musizieren und Theater spielen, sondern auch Komparsen, ebenso handwerklich kreative und technisch begabte Helferinnen und Helfer hinter den Kulissen“, sagt AK-Leiterin Christine Braun, bei der die organisatorischen Fäden zusammenlaufen. Vor allen Dingen sind auch dramaturgisch gute Ideen und Kreativität gefragt, denn bis jetzt gibt es für die Inszenierung außer dem Musical-Titel „Alti Häx vo Binze“ und den Legenden dazu noch keine vorgefertigten Texte und Songs. Diese sollen nämlich zusammen mit den jungen Mitwirkenden erst entwickelt und das ganze Vorhaben ein Mitmach-Projekt von A bis Z werden.

Als Premierentermin ist der 1. Juli vorgesehen, sozusagen als Ouvertüre zum Dorfjubiläum „1250 Jahre Binzen“, das am 7. und 9. Juli festlich begangen wird. Schließlich ist die Binzener „Häx“ auch als Logo in der soeben erschienenen Jubiläumsbroschüre anzutreffen.

Die Legende um sie gibt es in zwei Versionen, deren eine allerdings von recht schauerlicher und blutrünstiger Dramatik durchwirkt ist. Als Grundlage für das Musical soll deshalb die abgemilderte Version dienen, die jedoch ebenfalls tragisch endet. Es ist die Geschichte von der Binzener Kräuterhexe und ihrer schönen Tochter, die vom jungen Herrn von Rötteln entführt wurde. Die rachsüchtige Mutter wollte den Kidnapper deshalb vergiften, doch statt ihm nahm das Töchterchen einen Schluck aus der Flasche mit dem tödlichen Inhalt.

Den Rachegelüsten der Mutter fiel dann aber auch die Burg selbst zum Opfer, denn sie verriet französischen Belagerern den unterirdischen Gang ins Burginnere und bewirkte damit Röttelns Zerstörung anno 1678.

Vor etwa 20 Jahren erschien im Waldemar-Lutz-Verlag in Lörrach ein Kinderbuch „Alte Häx von Binze“, das von der Künstlerin Traute Enderle-Sturm liebevoll illustriert wurde und das sagenhafte Geschehen noch eine Spur freundlicher schildert. Und weit verbreitet sind im alemannischen Sprachraum auch die Kinderverse „Alti Hex vo Binze choch mir gueti Linse, aber nit so dick, dass i fast verstick!” Stoff genug also, um daraus ein spannendes und amüsantes Musical-Textbuch zu entwickeln.

n Wer mitmachen will, ist zu einem ersten Informations-Treffen am Samstag, 21. Januar, von 17 bis 19 Uhr in den Rathaussaal eingeladen.