Binzen Doch kein Wartehäuschen gegenüber

Diese Bushaltestelle am Dreispitz bekommt nun doch kein Wartehäuschen. Foto: Saskia Scherer

Binzen - Seit Monaten wartet man in Binzen darauf, dass das zweite Buswartehäuschen an der Haltestelle am Dreispitz aufgestellt wird. Dazu wird es nun allerdings doch nicht kommen. Grund: Das sogenannte Sichtdreieck würde eingeschränkt werden. Bürgermeister Andreas Schneucker sprach im Gemeinderat vom „Ärgernis des Monats“.

„Der Standort war mit dem Landratsamt und dem Land abgestimmt, die auch ihr Okay gegeben hatten", erinnerte Schneucker in der Sitzung am Donnerstagabend. Allerdings habe er keine Veranlassung gesehen, auch die Verantwortlichen der Kandertalbahn anzuhören. Und genau diese haben sich mittlerweile zu Wort gemeldet. „Es gab eine lange Diskussion und mehrere Vor-Ort-Termine“, berichtete der Bürgermeister.

Grund ist das Sichtdreieck. „Wenn ein Auto zur Firma Glatt einbiegt, ist es möglich, das gleichzeitig die Kandertalbahn naht – wenn dort dann ein Häuschen stünde, wäre das Sichtdreieck behindert und es könnten Unfälle passieren“, erläuterte Schneucker die Befürchtungen der Kandertalbähnler.

Die für ihn übrigens nicht ganz verständlich seien: „Die Bahn fährt schließlich maximal 40 Stundenkilometer an dieser Stelle“, meinte er. Zudem habe man direkt vorgeschlagen, das Wartehäuschen komplett aus Glas zu fertigen. „Aber dann hieß es, das könnte spiegeln, und die Menschen die dort stehen und warten, würden das Sichtdreieck ebenfalls einschränken.“ Des Weiteren habe er sich vertraglich verpflichten wollen, das Häuschen sofort wieder abzubauen, wenn auf der Strecke einmal eine S-Bahn fahren sollte. Der Gegenvorschlag lautete schließlich, das Häuschen zu verlegen. „Aber dann müsste die ganze Haltestelle verschoben werden, das habe ich natürlich sofort abgelehnt“, betonte Schneucker.

Alternativen werden geprüft

Der Unterstand darf nun jedenfalls definitiv nicht aufgestellt werden. Schneuckers Vorschlag lautete nun, diesen für eine andere Binzener Haltestelle zu nutzen. „Wir haben ja auch noch andere mögliche Standorte, die nun geprüft werden könnten.“ Das hielten auch die Gemeinderäte für sinnvoll.

Allerdings ließen sie es sich nicht nehmen, den Sachverhalt auführlich zu kommentieren. „Wir sind umgeben von Verhinderern und Bedenkenträgern“, ärgerte sich Oliver Baumert (Bürgerliste). „Diese schalten den gesunden Menschenverstand aus, aus Angst, für etwas verantwortlich gemacht werden zu können.“ Er bat darum, das Wartehäuschen im Hinblick auf eine mögliche Umgestaltung des Rathausplatzes nicht gerade dort aufzustellen.

Auch Hans Krebs (Freie Wähler) sprach von einem „Verstecken hinter Paragrafen“. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass man den Zug übersehen würde“, meinte er. Er sprach sich dagegen für einen Standort am Rathausplatz aus. „Das Häuschen wäre doch schnell wieder abgebaut.“

Frank Krumm (Bürgerliste) vermutete, dass das Sichtdreieck auch an anderen Punkten im Verlauf der Bahnstrecke durch das Dorf eingeschränkt sei. Die großen Bäume im Bereich der Haltestelle am Dreispitz würden das Sichtfenster wohl auch nicht begünstigen, ergänzte Michael Roser (SPD/Unabhängige). Es gebe jedes Jahr eine Befahrung mit der Bahn, erklärte Bürgermeister Schneucker dazu. „Da wird peinlich genau drauf geachtet“, erklärte er. Die Bäume würden beispielsweise genau so beschnitten, dass es passt.

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