Binzen Ein Großprojekt braucht das andere

Weiler Zeitung, 14.07.2017 23:05 Uhr

Riesenschritte nach vorn haben die beiden Großprojekte in Binzen gemacht, die untrennbar miteinander verbunden sind: Die Verlegung der Sportplätze des TuS Binzen an den westlichen Ortsrand sowie die Überplanung des dann frei werdenden alten Sportplatzareals mit Wohnbebauung. Letzteres Vorhaben dient dabei der Finanzierung des ersteren.

Von Alexandra Günzschel

Fotostrecke 3 Fotos

Binzen. Die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Bau der neuen Sportplätze sind bereits so gut wie in trockenen Tüchern. Ab August sollen die dafür erforderlichen Grundstücke erworben werden, für die noch bis Ende des Jahres Optionsverträge existieren. Die Kosten für die Umsetzung des Vorhabens, inklusive Grunderwerb, werden derzeit auf sieben Millionen Euro geschätzt. 1,9 Millionen Euro davon entfallen auf den Hochbau mit Vereinsheim und Gaststätte. Es handelt sich bei der derzeitigen Planung um die Maximallösung. Spätere Einsparungen sind denkbar.

Mit der geplanten Verlegung der Sportplätze stehen in Binzen in zentraler Lage auf einen Schlag zwei Hektar für Wohnbebauung zur Verfügung. Um hierfür eine möglichst optimale Lösung zu finden, hat die Gemeinde im Februar dieses Jahres einen städtebaulichen Ideenwettbewerb mit sechs Architekturbüros ausgelobt. Bis kurz vor der öffentlichen Gemeideratssitzung hat am Donnerstag das Preisgericht getagt. Eine Entscheidung ist gefallen. Am kommenden Freitag wird sie öffentlich bekannt gegeben (siehe Info-Kasten).

Mit dem späteren Erlös aus dem Verkauf des Grundstücks beziehungsweise Teilen davon für die Wohnbebauung soll das neue Sportplatzareal finanziert werden. Die Gemeinde rechnet mit einem Verkauf jedoch erst im Jahr 2019. Die Erlöse seien noch schwer zu kalkulieren, heißt es.

Zur Finanzierung des neuen Sportareals West ist deshalb die Aufnahme eines Kredits erforderlich. Die detaillierte Planung, auch zu den Kreditkonditionen und zur zeitlichen Umsetzung der Sportplatzverlegung, soll bis zu den Haushaltsberatungen Ende des Jahres erfolgen.

Gemeinderat Hanspeter Vollmer merkte an, dass die geschätzten Kosten von ehemals vier auf sieben Millionen Euro gestiegen seien. Er plädierte deshalb dafür, „das Notwendige und Machbare ganz genau anzuschauen und mit den finanziellen Möglichkeiten in Einklang zu bringen“. Er stellte zum Beispiel in Frage, ob wirklich zweieinhalb Sportplätze gebaut werden müssten. Zur Disposition steht darüber hinaus der Bau der Gaststätte.

Gemeinderat Frank Krumm drückte seine Freude darüber aus, nun an diesem Punkt angelangt zu sein.

Volker Scherer, Vorsitzender des TuS Binzen, bedankte sich für die einstimmige Entscheidung des Gremiums und bat um den Bau der geplanten zweieinhalb Plätze. „Wir brauchen sie einfach“, betonte er. Derzeit stehe man im Verein kurz vor einem Aufnahmestopp – auch für Binzener Kinder.

Für die Überplanung des alten Sportplatzes gab es einen städtebaulichen Realisierungswettbewerb. Es wurden sechs Büros eingeladen, daran teilzunehmen. Alle haben ihre Pläne und jeweils ein Modell fristgerecht abgegeben.

Ziel des Wettbewerbs war eine verdichtete Wohnbebauung. Dabei musste zum einen auf die heterogene Bebauung der Umgebung reagiert, zum anderen auf eine dem Standort angemessene Bebauungsdichte geachtet werden. Es soll ein Baugebiet entstehen, das dem Wohnbedürfnis unterschiedlicher Zielgruppen gerecht wird.

Die Sitzung des Preisgerichts fand am Donnerstag statt. Über das Ergebnis kann sich die Bevölkerung am Freitag, 21. Juli, von 14 bis 16 Uhr im Rathaussaal informieren.

Dort können alle Entwürfe begutachtet werden. Anwesend werden neben dem Sieger des Wettbewerbs ein Fachpreisrichter sowie Gemeindevertreter sein.

Die Bevölkerung hat außerdem die Möglichkeit, in der Woche vom 24. bis 28. Juli jeweils vormittags die Arbeiten im Rathaussaal anzuschauen.