Binzen Eine Chance für Jung und Alt

Im Bereich der alten Sportplätze entsteht bald nach und nach das Neubaugebiet „Kandergrund“. Foto: Alexandra Günzschel

Binzen (ag). Das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg unterstützt sechs Kommunen und Landkreise mit insgesamt 460 000 Euro bei der Entwicklung von alters- und generationengerechten Quartieren. 60 800 Euro dieser Summe fließen in das Binzener Projekt „Nachverdichtung – Eine Chance für Jung und Alt“.

„Wir brau­chen mehr denn je lebendige und verlässliche Nachbarschaften, in denen Menschen Verantwortung füreinander übernehmen und sich gegenseitig unterstützen. Genau hier setzen wir auf die Kreativität der Kommunen und Menschen vor Ort“, erklärt Staatssekretärin Ute Leidig die Idee hinter dem Programm, das Teil der Landesstrategie „Quartier 2030 – Gemeinsam.Gestalten“ ist.

Das Projekt

Das Projekt aus Binzen strebt eine qualitative Nachverdichtung an, indem umzugswillige Senioren ihre zu groß gewordenen Einfamilienhäuser zu Gunsten altersgerechter Wohnungen verlassen, und diese so für junge Familien frei werden.

Mit der Koordination durch die Verwaltung und einer geeigneten Vertragsgestaltung sollen Spekulationsgewinne ausgeschlossen und eine Wohnraumentwicklung im Sinne der Gemeinde gesichert werden.

Das Projekt ist eingebunden in einen Gemeindeentwicklungsprozess, der seit 18 Monaten gemeinsam mit der Bevölkerung erarbeitet wird.

Die Umfrage

Wesentlicher Bestandteil dieses Prozesses war eine ausführliche Online-Umfrage, an der sich mehr als 500 Personen beteiligt hatten.

Dabei bejahten 14 Prozent der Teilnehmer die Frage, ob sie in einem zu großen, überfordernden Haus beziehungsweise in einer zu großen Wohnung lebten.

87 Prozent der Befragten konnten sich vorstellen, in eine „attraktive Alterswohnung“ umzuziehen. 17 Prozent war es dabei wichtig zu wissen, wem sie ihr Haus überlassen. An der Besichtigung von Alterswohnungen zeigte ein Viertel der Befragten Interesse.

Die Idee

Der Gemeinderat hatte sich im Juli einstimmig für die Beantragung dieser Fördermittel ausgesprochen. Da in Binzen eine Ein-, Reihen- oder Doppelhausbebauung vorherrscht und im Neubaugebiet „Kandergrund“ Potenzial für altersgerechtes Wohnen besteht, sind die Umstände für den einen oder anderen Wohnungstausch günstig, so der Gedanke.

Bürgermeister Andreas Schneucker freute sich gestern über die Förderzusage. „Der Aufwand war nicht gering“, erinnerte er sich an das Bewerbungsverfahren mit einer zweistündigen Telefonkonferenz. Wie es jetzt weitergeht, konnte der Bürgermeister im Einzelnen noch nicht sagen. Als ersten Schritt denkt er an niederschwellige Angebote, um mit den interessierten Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Ne­ben der finanziellen Förderung umfasst das Landesprogramm auch Beratung, Information, Erfahrungsaustausch und Qualifizierungsangebote, heißt es.

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