Binzen Sozialarbeit: "Aufholen nach Corona"

Christoph Schennen
Sie freuen sich über eine gute Schulsozialarbeit im Vorderen Kandertal: (von links) Grundschulrektor Reiner Kaiser, Melanie Krämer, Anna Kaufmann, Melanie Vahl und Bürgermeister Andreas Schneucker.                                                                                                                                Foto: Christoph Schennen

Die Schulsozialarbeit an der Grundschule Vorderes Kandertal stand im Mittelpunkt der Verbandsversammlung des Gemeindeverwaltungsverbands Vorderes Kandertal (GVV) am Donnerstagnachmittag in Binzen. Auskunft gaben Melanie Vahl, sie leitet den Fachbereich Schulsozialarbeit des Diakonischen Werks im Landkreis, sowie die Schulsozialarbeiterinnen Anna Kaufmann und Melanie Krämer.

Von Christoph Schennen

Vorderes Kandertal - Viele Projekte, Workshops, Elternabende und theaterpädagogische Projekte musten im Schuljahr 2020/21 ausfallen. Die Schwerpunkte der Schulsozialarbeit lagen auf der Einzelfallberatung und der Hilfe innerhalb der Klassen.

Durch das viele und ungewohnte Zuhausesein der Kinder entstanden häufig Reibereien im Elternhaus, erklärte Vahl. Glücklich ist sie darüber, dass sie Mittel aus dem Förderprogramm „Aufholen nach Corona“ bekommen hat, das von Mai bis Ende Juli eine 25-Prozent-Stelle ermöglicht. „Das sind 9,75 Stunden pro Woche zusätzliche Schulsozialarbeit“, freute sich Vahl.

Anna Kaufmann arbeitet aufgrund dieser Erhöhung bis Ende Juli mit einer 60 Prozent-Stelle, Schulsozialarbeiterin Melanie Krämer, die auch für das Kant-Gymnasium in Weil am Rhein tätig ist, unterstützt ihre Arbeit mit einer 15-Prozent-Stelle.

Eine neue Herausforderung stellen die ukrainischen Kinder dar. Zehn Kinder aus dem osteuropäischen Land besuchen derzeit die Schulen des GVV. Reiner Kaiser, Rektor der Grundschule Vorderes Kandertal, betonte, dass man keine Unterschiede mache zwischen den ukrainischen Kindern und den übrigen Flüchtlingskindern. Sie würden altersentsprechend auf die Klassen verteilt.

Viele Flüchtlingskinder

Er lobte die Arbeit der Frauen: „Ich bin froh, dass wir die Schulsozialarbeit haben. Es gibt viele soziale Defizite bei den Kindern. Eine 75-prozentige Stelle für Schulsozialarbeit ist zu wenig für unsere Schule. Wir brauchen hundert Prozent.“ Die Aufstockung der Schulsozialarbeit sei auch deswegen sinnvoll, weil „wir weniger Probleme im Leistungsbereich haben, sondern mehr im Sozialbereich“. Den größten Schaden habe die Pandemie bei Kindern aus Flüchtlingsfamilien angerichtet. „Sie sind die Leistungsverlierer“, betonte Kaiser.

Gerhard Welzel vermisste im Tätigkeitsbericht von Melanie Vahl konkrete Zahlen. Sie entgegnete ihm, dass es trotz Schulschließungen keinen Abfall an Beratungsgesprächen gegeben habe. Anna Kaufmann ergänzte die Ausführungen von Vahl: „Die Schulsozialarbeit wird in Binzen viel frequentiert.“ Das bestätigte auch Melanie Krämer.

Die Außenstandorte – unter anderem Schallbach und Rümmingen – wurden aufgrund der knapp bemessenen Stunden pro Woche jedoch weniger häufig besucht.

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