Binzen Gastfreundlicher durch WC

Im Rathausgebäude in Binzen sollen zwei Toiletten mit Münztürschlössern künftig Passanten zur Verfügung stehen. Foto: zVg Foto: Weiler Zeitung

Binzen (ag). Der Ortskern von Binzen soll öffentliche Toiletten erhalten. Bei drei Enthaltungen hat sich der Gemeinderat am Donnerstagabend für diese Geste vor allem an auswärtige Besucher entschieden. Die WCs beim Durchgang im Rathaus sollen für diesen Zweck nun Münztürschlösser erhalten.

Die Idee, eine öffentliche Toilette einzurichten, kam in der vorherigen Gemeinderatssitzung auf, als es darum ging, eine Personaldusche für Fahrradfahrer einzuführen. Für den dafür wegfallenden Putzraum sollte im Erdgeschoss eine Damentoilette geopfert werden.

Die Gemeinderäte Gerhard Aenis und Frank Krumm hatten sich daraufhin für ein öffentliches WC stark gemacht und baten um eine Prüfung der Möglichkeiten hierfür. Beide Ratsmitglieder betonten am Donnerstag erneut, dass eine öffentliche Toilette auch mit einem entsprechenden Hinweis einhergehen sollte, damit sie von Auswärtigen auch gefunden werden kann.

Weil die Toiletten nicht komplett frei zugänglich sein sollen, wurden von der Gemeindeverwaltung die Kosten für zwei Münztürschlösser ermittelt. Sie liegen zwischen 2500 und 3000 Euro. Der Gemeinderat stimmte der Anschaffung zu.

Mit frei zugänglichen Toiletten hatte man in der Umbauphase des Rathausareals schlechte Erfahrungen gemacht. Die für Bauarbeiter geöffneten Sanitäranlagen wurden offenbar von Anwohnern mitgenutzt, die sich dort wuschen. „Es geht nicht um Einnahmen, sondern um den Grundsatz: Was nichts kostet, ist auch nichts wert“, begründete Bürgermeister Andreas Schneucker die Anschaffung der Münztürschlösser, die sich für 50 Cent öffnen sollen.

Gemeinderat Hans Krebs war der Ansicht, dass die Toiletten zumindest bei Veranstaltungen auf dem Rathausareal kostenlos sein sollten. Das lasse sich so einstellen, versicherte Schneucker.

„Wird oft nach einer Toilette gefragt?“, erkundigte sich Gemeinderätin Alice Bucher nach dem Bedarf. Krumm erzählte von zwei Telekom-Mitarbeitern, die kürzlich bei ihm im Stapflehus schräg gegenüber vom Rathaus nach Toiletten gefragt hätten. Schon in der vorherigen Sitzung hatte er angemerkt, dass dies öfter vorkomme. Mit der Einrichtung einer öffentlichen Toilette würde sich Binzen als gastfreundliche Gemeinde zeigen, fand Krumm.

Auch der Bürgermeister sprach von relativ viel Publikumsverkehr im Ortskern durch Metzger, Bäcker und Café. „Als bürgerfreundliche Kommune muss es uns das wert sein“, meinte er.

Komplett barrierefrei werden die Toiletten allerdings nicht sein, wie Gemeinderätin Nadja Lützel bemerkte, die sich deshalb nach Alternativen erkundigte. Schneucker sah keine anderen schnellen Möglichkeiten.

Gemeinderat Sigurd Hagen fragte nach den Folgekosten für die Reinigung. Da diese aber ohnehin erfolgt, ist hier kaum mit Mehrkosten zu rechnen. Letztlich soll der kleine Obolus, der für die Nutzung zu entrichten ist, Missbrauch vorbeugen, wie er bei der Baustelle zu beobachten war. Drei Monate nach der Einführung soll über die ersten Erfahrungen berichtet werden.

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