Binzen Geflüchtete in Arbeit bringen

Christoph Schennen
 Foto: Christoph Schennen

Es ist nicht einfach, Migranten in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Eine von der Integrationsbeauftragten Andrea Kühne vom Gemeindeverwaltungsverband Vorderes Kandertal organisierte Gesprächsrunde hat am Mittwoch aufgezeigt, wie das gelingen kann.

Von Christoph Schennen

Binzen - Die von langer Hand geplante Veranstaltung lockte allerdings nur 25 Zuhörer in den Versammlungssaal der Gemeinde. Zu ihnen zählten Binzener Gemeinderäte und Arbeitgeber sowie zwei Personen vom Helferkreis Asyl aus Eimeldingen. Andrea Kühne schilderte zunächst kurz, woher die Migranten kommen und welche Qualifikation sie mitbringen. Die Migranten seien im Durchschnitt jünger als die deutsche Bevölkerung, allerdings schlechter qualifiziert.

Ann Kareen Ilse von der Handwerkskammer Freiburg erläuterte zunächst einige häufig verwendeten Begriffe aus dem Asylrecht wie „Aufenthaltsgestattung“ und „Duldung“. Sie werde oft gefragt, welche Sprachkenntnisse ein Migrant haben müsse, um Handwerker zu werden. „Es gibt hier keine formale Erfordernis, aber wir empfehlen ein B1-/B2-Niveau“, sagte Ilse. Sie stellte die Unterstützungsleistungen vor, die Unternehmen beantragen können. Zu ihnen zählen etwa die Berufsausbildungsbeihilfe und eine Ausbildungsprämie für Betriebe mit weniger als zehn Mitarbeiter haben.

Nicht alle wollen gleich arbeiten

Michael Rimkus (Jobcenter) und Martin Thomas (Agentur für Arbeit) berichteten von den Arbeitsfeldern ihrer Behörde. Rimkus informierte, dass Geflüchtete aus der Ukraine sofort arbeiten dürften, viele von ihnen aber nicht wollten, weil sie traumatisiert seien.

Zudem könnten viele Ukrainer weder Deutsch noch Englisch und hätten Berufe gelernt, die es in Deutschland gar nicht gebe. „Viele Ukrainer wollen und können aber arbeiten“, betonte Rimkus. Es gebe jedoch auch Fälle, in denen es sich für ausländische Familien gar nicht lohne, arbeiten zu gehen. Ein Ehepaar mit fünf Kindern beispielsweise bekomme bis zu 3500 Euro an staatlichen Unterstützungsleistungen im Monat, so Rimkus. Ein Job, bei dem man 1400 Euro brutto im Monat bekomme, sei für diese Personen nicht attraktiv.

Stefanie Fröscheis, Leiterin der Gewerbeschule Lörrach, erklärte, wie Flüchtlinge und Migranten in der Gewerbeschule unterrichtet werden. Es gibt „Ukraineklassen“ in der berufsbildende Schule, wo Ukrainer im Klassenverband, aber auch im Tandem unterrichtet werden. Vermittelt werden neben Fachlichem sprachliche und kulturelle Inhalte.

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