Binzen Geschichtsträchtige Gebäude und wechselnde Obrigkeiten

Weiler Zeitung, 19.09.2017 00:08 Uhr

Binzen (bn). Positive Nachwirkungen fand das Dorfjubiläum „1250 Jahre Binzen“ am Sonntag beim Geschichtsverein Markgräflerland. Dessen Herbsttagung wurde am Nachmittag im Binzener Gasthaus „Ochsen“ abgehalten (siehe Bericht auf unserer Regio-Seite), wobei den Mitgliedern auch die neue Ortschronik des Jubiläumsdorfs vorgestellt wurde.

Deren Autor Hubert Bernnat, zugleich Vorsitzender des Geschichtsvereins, konnte dabei auf eine Fülle bereits erschlossenes historisches Material zurückgreifen. Hier insbesondere auf die Schülin-Chronik von 1966, die der damalige Binzener Lehrer und unermüdlich aktive Heimatforscher Fritz Schülin neben zahlreichen anderen lokalhistorischen Standardwerken verfasst hatte. Ihn würdigte Gemeinderat und Ex-Rektor Hanspeter Vollmer als „halboffizieller“ Vertreter des im Urlaub befindlichen Bürgermeisters als einen Pionier lokaler Geschichtsschreibung, dessen umfangreiche Grundlagenarbeit letztlich diesen neuen „Meilenstein“ einer vorbildlich gestalteten und mit einen hilfreichen Stichwortregister versehenen aktuellen Chronik ermöglicht habe.

Dass die einst arme Gemeinde im 20. Jahrhundert wirtschaftlich wie kaum eine andere aufblühte und heute ob seiner Prosperität ein von vielen beneidetes Gemeinwesen sei, verdanke sie vor allem der zielstrebigen „Entwicklungspolitik“ der Ex-Bürgermeister Fritz Schweigler und Ulrich May, führte Vollmer weiter aus. Aktuell zähle Binzen rund 3000 Einwohner, biete 2000 Arbeitsplätze und habe als aktuelles Großprojekt eine millionenteure neue Sportanlage und als regioweiten Aufreger das Tauziehen um das Kunstwerk auf dem Dreispitz-Kreisel auf dem Schirm.

Der Tagung schloss sich ein Dorfrundgang mit aufschlussreichen Informationen von Hubert Bernnat zu geschichtsträchtigen Gebäuden und Plätzen an. Fixpunkte waren dabei der Rathauskomplex (einst als Schule und Verwaltungsgebäude errichtet), die Schlossgasse und die Burggärten, die noch an die völlig verschwundene Binzener Burg erinnern, das Haus der ersten „Kinderbewahrungsanstalt“ und das erst vor kurzem verkaufte Domizil der Augsburger-Bekenntnis-Gemeinschaft.

Interessantes wusste Bernnat auch zu den aufwändigen Hochwasserschutz-Maßnahmen an der Kander und zur früheren, nahe am Ufer etablierten, wirtschaftlich wenig erfolgreichen Textilfabrik zu berichten. Weitere Stationen waren das frühere Schulhaus am Rathausplatz (heute italienisches Café), das Freihofareal oberhalb der Lauren­tiuskirche und schließlich das stattliche Gotteshaus selbst.

Zu alldem schilderte der Chronist auch die historische Entwicklung Binzens mit den verschiedenen Zugehörigkeiten häufig wechselnder Obrigkeiten ebenso faktenreich wie anekdotisch erheiternd aufgelockert.

 
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