Binzen Großes Potenzial im Südwesten

Bei Photovoltaikanlagen sind oftmals individuelle Lösungen gefragt, wie diese Beispiele zeigen.Foto: Energieagentur Südwest Foto: Weiler Zeitung

Die von der Gemeinde Binzen initiierte Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema Photovoltaik (PV) stieß auf große Resonanz. 160 Interessierte aus dem gesamten Kandertal hatten sich für die Online-Veranstaltung am Dienstagabend angemeldet.

Von Alexandra Günzschel

Kandertal. Tatsächlich verfolgten dann bis zu 135 Personen den Infoabend, der sich insbesondere an Privatpersonen richtete, die auf dem eigenen Dach eine Photovoltaikanlage installieren wollen.

Andreas Schneucker, Bürgermeister in Binzen, zeigte sich in seiner Begrüßung begeistert von der großen Resonanz. Er wies darauf hin, dass die kommunalen Dächer in Binzen bereits mit PV-Modulen bestückt seien. Sie wurden auf 20 Jahre an einen Betreiber verpachtet.

Planer Frank Leichsenring, der den Gemeindeentwicklungsprozess in Binzen begleitet, berichtete ergänzend von 77 000 Quadratmetern freier geeigneter Dachfläche in der Gemeinde. Immerhin habe sich die Anzahl der PV-Anlagen zwischen 2012 und 2019 in Binzen verdoppelt auf 128, so der Planer.

Durch den Abend führte Klimaschutzmanager Daniel Baumann. Inga Nietz, die beim Landratsamt das Sachgebiet Klima und Boden leitet, verwies auf das große Potenzial von Photovoltaik in „unserer sonnenverwöhnten Region“. Damit dieses Potenzial besser ausgeschöpft wird, hat sich der Landkreis den Wettbewerb „Solar365 – Dein Dach für gutes Klima“ ausgedacht. Bei dieser PV-Initiative können die Kommunen gegeneinander antreten, indem sie versuchen, ihre Bürger für eine PV-Anlage zu begeistern.

Einzelheiten zum Wettbewerb erläuterte Philip Lotte, Klimaschutzmanager beim Landkreis Lörrach. Auch er betonte, dass Photovoltaik im wärmer werdenden Südwesten Deutschlands das größte Potenzial unter den Erneuerbaren Energien besitzt. 17 Gemeinden im Landkreis haben sich der Kampagne „Solar365“ angeschlossen.

Um die Bürger bei ihrer Entscheidung zu unterstützen, können sie für 30 Euro einen Eignungscheck durchführen lassen, der normalerweise 300 Euro kosten würde. Einige Gemeinden, wie Schallbach oder Binzen, übernehmen mitunter auch diesen geringen Eigenanteil für ihre Einwohner.

Ökonomie und Ökologie

Detaillierte Informationen gab es dann von Jörg Weyden von der Energieagentur Südwest. Er ging näher auf Aspekte wie die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage, den Eigenstromverbrauch und die Einspeisevergütung ein. Weyden stellte die verschiedenen Arten von Modulen und ihren Wirkungsgrad ebenso vor wie die Möglichkeiten einer Zwischenspeicherung des erzeugten Stroms mittels einer Batterie oder auch durch das Aufladen eines Elektroautos.

Es ging um Finanzierungsfragen, Förderungsmöglichkeiten und Anmeldeformalitäten. Weyden betonte aber auch, dass die Entscheidung für eine PV-Anlage neben ökonomischen Überlegungen schon allein aus ökologischen Motiven sinnvoll sei.

Schließlich informierte Erika Höcker von der Energieagentur Südwest darüber, wie ein Solar-Eignungscheck abläuft. Ab April bietet die Expertin wieder Beratungstermine vor Ort an. Das Angebot wird von der Verbraucherzentrale unterstützt. Höcker machte klar, dass die Entscheidung von vielen Faktoren abhängen kann und es letztlich um individuelle Lösungen geht.

Das wurde auch bei der Fragerunde deutlich. So ist zwar vieles denkbar, aber nicht alles unbedingt empfehlenswert. Will man zum Beispiel die PV-Anlage mit einer Wärmepumpe kombinieren, kommt es wahrscheinlich gerade in den kühlen Monaten, in denen die Pumpe gebraucht wird, zu Engpässen beim Solarstrom.

„Überlegen Sie, ob es nicht sinnvoll ist, in eine PV-Anlage zu investieren“, lautete der abschließende Appell von Bürgermeister Schneucker. Wer sich jetzt dazu entschließt, nimmt übrigens automatisch am Wettbewerb „Solar365“ teil, sofern die eigene Kommune mitmacht.

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