Vorderes Kandertal - Im Gemeindeverwaltungsverband Vorderes Kandertal steht die Entscheidung über einen gemeinsamen Standesamtsbezirk „Vorderes Kandertal“ mit Sitz in Binzen an. Die bisherige Praxis, bei der die Beurkundungen zwar in Binzen vorgenommen werden, jedoch der jeweilige Wohnort des Antragstellers angegeben wird, entspricht offenbar nicht den rechtlichen Bestimmungen.

Darüber hat das Landratsamt Lörrach jetzt die Verbandsgemeinden informiert. Die Rede ist von einem Verstoß gegen das Personenstandsgesetz sowie der allgemeinen Beurkundungsgrundsätze.

Vorgeschlagen wird deshalb ein gemeinsamer Standesamtsbezirk in Binzen, der wie bisher alle anfallenden Aufgaben übernimmt. Dort sollen dann auch die jüngeren Sterberegister (bis 30 Jahre rückwirkend), das Eheregister (80 Jahre) sowie das Geburtenregister (110 Jahre) für alle Gemeinden verwahrt werden. Sie müssen so nicht mehr von den anderen Verbandsgemeinden angefordert werden.

Die Beurkundung erfolgt dann neu durch das „Standesamt Vorderes Kandertal“ und nicht mehr durch das Standesamt der jeweiligen Gemeinde. Ein Vorteil für die Bürger: Eine zusätzliche Gebühr bei einer Trauung in einer anderen Verbandsgemeinde entfällt.

Die teure Alternative wäre die Einrichtung von gemeindeeigenen Standesämtern mit jeweils eigenem Personal und eigener Fachsoftware. Eine Möglichkeit, die Bürgermeister Andreas Schneucker in der jüngsten Gemeinderatssitzung, wo das Thema auf der Tagesordnung stand, denn auch nicht empfahl.

„Um so etwas zu vermeiden, wurde der Gemeindeverwaltungsverband einst gegründet“, sprach er sich klar für die Zentralisierung aus, wie sie auch jetzt schon praktiziert wird. „Für die Bürger verändert sich nichts. Sie können hier weiter ganz normal heiraten“, betonte er.

Der Gemeinderat folgte dieser Einschätzung und stimmte einmütig zu.

Der neue einheitliche Standesamtsbezirk soll zum Jahreswechsel eingerichtet werden. Derzeit wird in den einzelnen Gemeinderäten über das Vorhaben abgestimmt. Bis zum Jahresende sind dann noch einige Formalitäten zu erledigen. Die EDV muss umgestellt werden, es braucht neue Siegel, und die Registerbücher der Verbandsgemeinden müssen nach Binzen gebracht werden.