Binzen In traumhafte Immobilie verliebt

Weiler Zeitung
Noch müssen Mark Altbürger (links) und Matthias Walser (rechts) draußen bleiben. Doch der Pachtvertrag mit der Gemeinde ist bereits in trockenen Tüchern, wie Bürgermeister Andreas Schneucker berichten konnte. Foto: Alexandra Günzschel Foto: Weiler Zeitung

Das Bistro am Rathausplatz 3 in Binzen hat bald neue Pächter. Mark Altbürger und Matthias Walser aus Efringen-Kirchen sind keine Unbekannten in der Kandertalgemeinde, betreiben sie doch seit einigen Jahren erfolgreich die Tagesbar Emma im „reforum“ im Gewerbegebiet. Im Mai werden sie das Bistro übernehmen und zunächst neu gestalten.

Von Alexandra Günzschel

Binzen. Nach fünf Jahren hatten die bisherigen Pächter Domenico und Angelika Di Nunzio die Gemeinde als Eigentümerin um einen Auflösungsvertrag gebeten. Der Pachtvertrag für das von ihnen betriebene „piccola pausa“ läuft nun Ende April aus. Den Namen für ihr Kaffeehaus haben sie nach Binzen mitgebracht und werden ihn auch wieder mitnehmen – möglicherweise für ein neues Bistro-Projekt, wie sie angedeutet hatten. Die neuen Pächter brauchen deshalb auch einen neuen Namen, den es bis dato nicht gibt.

Wie schon beim ersten Auswahlverfahren im Jahr 2015, bei dem sich das Ehepaar Di Nunzio durchsetzte, waren bei der Gemeinde 15 Bewerbungen eingegangen. Mit acht Interessenten wurden ausführliche Einzelgespräche geführt, an denen der Gemeinderat beteiligt war.

Auch diesmal machten mit Matthias Walser und Mark Altbürger zwei erfahrene Gastronomen das Rennen. Leicht sei die Entscheidung nicht gefallen, erklärte im Pressegespräch Bürgermeister Andreas Schneucker. Er sprach von tollen gastronomischen Konzepten, die am Ende abgelehnt werden mussten. Vier Bewerber kamen in die engere Auswahl.

Die neuen Pächter

Altbürger hat in Freiburg eine Ausbildung zum Hotelfachmann absolviert und Hospitality- und Eventmanagement studiert. In dieser Zeit lernte er auch seine spätere Frau Lisa kennen, die Schwester von Matthias Walser. Für ihn folgten drei Jahre in Berlin, „wo wir vieles ausprobiert haben“ und weitere drei Jahre als Betriebsleiter auf dem Mundenhof in Freiburg. Dort wurden an einem Wochenende schon einmal zwei Tonnen Pommes vertilgt. Schließlich ergriff Altbürger 2017 die Chance, zusammen mit seinem Schwager in Binzen die Tagesbar Emma zu eröffnen.

Walser hat seine Ausbildung zum Koch im Colombi Hotel in Freiburg absolviert. Danach schnupperte er ein Jahr lang in London Sterne-Restaurant-Luft und half ein halbes Jahr bei seinem Onkel in einer großen Bäckerei in Los Angeles aus. Es folgten weitere zwei Jahre im familieneigenen Landhotel Walser in Efringen-Kirchen sowie ein Abstecher nach München, wo Walser für die Käfer-Gruppe arbeitete.

Idee und Konzept

Als Konkurrenz für ihre „Emma“ haben die neuen Pächter das „piccola pausa“ nie betrachtet. Sie sprechen von einer tollen Co-Existenz. Doch als sie davon hörten, dass das Bistro wieder zu haben ist, war ihr Interesse geweckt. Walser und Altbürger verliebten sich sofort in die „traumhafte Immobilie“, die im Sommer über einen Außenbereich verfügt. Am zentralen Standort im Ortskern von Binzen erhoffen sie sich Laufkundschaft. Anfang Juni wollen sie eröffnen.

Die Tagesbar Emma aufgeben, wollen die beiden deshalb nicht. Sie zeigen sich zuversichtlich, beides unter einen Hut zu bekommen. Dabei soll auch die Angestellte Gongje Ajmetaj helfen. „Sie wird das neue Gesicht am Rathausplatz“, sagen die Pächter in spe. „Sie weiß, wie der Laden läuft. Wir haben zu ihr volles Vertrauen.“

Auch sonst sind die neuen Pächter personell gut aufgestellt, wie sie sagen. Das hängt auch mit den pandemiebedingt gescheiterten Plänen zusammen, in den Wintermonaten zu gastronomischen Zwecken ein Chalet aufzustellen. Sechs Angestellte stehen für das Bistro am Rathausplatz bereit.

Dem Gemeinderat war es vor allem wichtig, dass das Bistro auch sonntags geöffnet hat. Diese Zusage machten die neuen Pächter gern. Am Wochenende planen sie verlängerte Öffnungszeiten bis 22 Uhr. Montag und Dienstag sind Ruhetage.

Das Konzept sieht Frühstück bis 12 Uhr vor. Eine Spezialität sollen belegte „Markgräfler Pannini“ werden. Ab 12 Uhr werden Mittagsgerichte angeboten. Nachmittags gibt es Kaffee, Kuchen und Eis – auch zum Mitnehmen. In den Abendstunden werden zu den Getränken Snacks gereicht.

Doch zunächst soll das Bistro im Mai neu eingerichtet werden. Dafür wollen sich die Pächter auch Rat beim Architekten Oliver Baumert holen. Er hatte das ehemalige Schuhhaus Nestle, die 500 Jahre alte Immobilie wurde von der Gemeinde erworben, vor sechs Jahren umgebaut.

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