Binzen Mit Senioren-WG und Arztpraxis

Ingmar Lorenz
Auf dem Gelände des ehemaligen Sportplatzes wird das Gebiet „Kandergrund“ entwickelt. Der sogenannte Hof 1 befindet sich im oberen Bereich der ehemaligen Sportanlage, während sich Hof 2 und 3 im unteren Teil befinden. Foto: Ingmar Lorenz

Insgesamt zehn Bewerbungen, von denen acht gewertet werden konnten, erhielt die Gemeinde Binzen im Zuge des Ideenwettbewerbs für die Bebauung des ersten Hofs im Gebiet „Kandergrund“. Im Zuge der Anliegervergabe wurden nun vier Projekte ausgewählt.

Von Ingmar Lorenz

Binzen. Diese werden in Ergänzung und zugleich enger Abstimmung mit dem sogenten Anker realisiert werden. Dieser kümmert sich unter anderem um den Bau von zwei Gebäuden sowie um die Realisierungen der Tiefgarage, die gemeinschaftlichen Freianlagen sowie die Wärmeversorgung und ist zudem ein verbindendes Element. Die Entscheidung über den Anker hatte der Gemeinderat bereits im März getroffen, blickte Architekt Thomas Gauggel zurück. Er begleitet die Gemeinde ebenso wie Rechtsanwalt Holger Tobias Weiß in dem gesamten Prozess und stellte die vier Projekte für die vier verbleibenden Gebäude im ersten Bauabschnitt, beziehungsweise „Hof“, des Gebiets „Kandergrund“ vor.

Mehrgenerationenhaus

In einem der Gebäude wird eine Baugemeinschaft ein Mehrgenerationenhaus mit rollstuhlgerechter Erschließung realisieren, legte Gauggel dar. Dort sei auch ein weiterer Gemeinschaftsraum geplant, der als Ergänzung zum Gemeinschaftsraum im Ankerprojekt entstehen soll. „Die konkrete Nutzung ist von der Gruppe bewusst offengelassen worden“, so der Architekt. Über diese soll im Austausch mit den Nachbarn entschieden werden.

Haus der Senioren

Für das Gebäude nebenan konnte ein Bauträger überzeugen, der dort ein „Haus der Senioren“ errichten will. Es soll rollstuhlgerechte Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen geben. Als zusätzlicher Aufenthaltsbereich sind Laubengänge vorgesehen. Vorstellbar sei, dass sich dieses Projekt auch positiv auf die Möglichkeiten zur Nachverdichtung durch Umzug auswirken wird, erklärte Bürgermeister Andreas Schneucker.

Gesundheitszentrum

Im kleinsten Gebäude des Hofs plant ein Einzelbauherr die Einrichtung eines Gesundheitszentrums mit Arztpraxis, Ernährungsberatung und Krankengymnastik. Vorgesehen ist zudem Platz für Wohnungen und Nachbarschaftsangebote. Auch eine Erweiterung der Praxisräume sei bei Bedarf möglich, hieß es. Ohne die anderen Projekte schmälern zu wollen, bezeichnete Schneucker das geplante Gesundheitszentrum als „echten Glücksgriff“ für die Gemeinde und die Bürger.

Senioren-WG

Im länglichen Baukörper, für den im städtebaulichen Entwurf eine Reihenhausbebauung vorgesehen war, wird unter anderem eine Senioren-WG entstehen. Dabei gibt es Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen, die um einen Gemeinschaftsraum herum angeordnet sind. Auch ein Apartment für Pflegekräfte oder Gäste sowie familientaugliche Wohnungen sind hier geplant.

Viel Lob aus dem Ratsrund

Seitens der Gemeinderäte gab es viel Lob für die eingegangenen Bewerbungen. „Ich gehörte erst zu den Skeptikern“, blickte Nadja Lützel zurück. Die eingereichten Ideen hätten sie aber sehr beeindruckt.

Auch Oliver Baumert lobte das Konzept, mahnte aber zugleich, dass die Gemeinde hinsichtlich der Gestaltung der Gebäude auch in Zukunft genau hinschauen müsse. Diesbezüglich, so erklärten Gauggel und Weiß, komme der Gemeinde unter anderem die sogenannte Reservierungsvereinbarung zugute. Denn die Grundstücke werden jetzt noch nicht veräußert, sondern zunächst lediglich reserviert. Der Verkauf erfolgt erst mit der Zustimmung zum fertigen Bauantrag.

Parksituation im Blick

Martin Weckerle erklärte, dass er „Bauchschmerzen“ mit Blick auf die Parksituation habe. Er stellte daher in der Gemeinderatssitzung einen Antrag, der mithilfe von Rechtsanwalt Weiß ausformuliert und anschließend ins Protokoll aufgenommen wurde. Dieser sieht vor, dass der durch das Gebiet „Kandergrund“ ausgelöste Parkraumbedarf auch im „Kandergrund“ selbst nachgewiesen werden muss. Dadurch soll eine zusätzliche Belastung des Parkraums an den angrenzenden Straßen verhindert werden.

Bezug möglicherweise 2024

Dem Beschluss für die vorgestellte Anliegervergabe stimmte der Gemeinderat schließlich einmütig zu. Zum weiteren Zeitplan erklärte Gauggel, dass Anfang Dezember ein erstes Gespräch mit allen Beteiligten stattfinden wird. Bis zum Spätsommer oder Herbst sollten dann voraussichtlich die Bauanträge auf dem Tisch liegen. Falls Ende 2022 oder Anfang 2023 mit dem Bau begonnen werde, könne man bis Mitte 2024 mit der Fertigstellung rechnen.

Wann ein Parallelverfahren für die anderen beiden Höfe im Gebiet eingeleitet wird, könne er noch nicht sagen, erklärte Bürgermeister Schneucker. „Unsere Bevölkerungszahl wird sich um gut zehn Prozent erhöhen“, blickte er auf das Gesamtprojekt „Kandergrund“. Es gelte deshalb mit Bedacht vorzugehen, auch um die bestehende Infrastruktur in der Gemeinde nicht zu überlasten.

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