Binzen Musikverein startet ins Jubiläumsjahr

Binzen - Das Rahmenprogramm beim Neujahrsempfang in Binzen übernahm der Musikverein. Und dies aus gutem Grund, können die Musiker doch in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen feiern. Beim Auftritt spielte Dirigent Stephan Jourdan übrigens selbst mit, anstatt zu dirigieren. Auf diese Besonderheit wies Bürgermeister Andreas Schneucker in seiner Neujahrsansprache hin, die mal nachdenklich, mal informativ, aber auch unterhaltsam daherkam.

Schneucker gab zunächst einige Eckdaten über den Jubiläumsverein bekannt, der mit seinen 341 Mitgliedern und 95 Aktiven zu einem der größten im alemannischen Sprachgebiet gehöre. Auch betreibe der Musikverein Binzen eine hervorragende Jugendarbeit.

Lang war die Liste der Gäste in der gut gefüllten Gemeindehalle, die Schneucker begrüßte, bevor er auf das Jahr 2018 zurückblickte.

Rückblick

Dieser Rückblick begann mit der Rede des Astronauten Alexander Gerst, in der er sich bei seinen noch nicht geborenen Enkeln für den Zustand des Planeten entschuldigte. „Eindrückliche Sätze, die uns Mahnung sein sollten“, sagte Schneucker. Auch thematisierte er die anhaltende Hitzeperiode im Sommer 2018, aller Wahrscheinlichkeit nach eine Folge des Klimawandels.

Das lokale Geschehen kam ebenfalls nicht zu kurz: angefangen bei der Entscheidung für den Standort Lörrach für das neue Kreisklinikum, über die vielen erfolgreichen und etablierten Veranstaltungen im Jahresverlauf in Binzen, bis hin zu Gemeindeausflügen und regelmäßigen Veranstaltungen für die Jugend und für Senioren. Außergewöhnlich war ein Projekt in der Laurentiuskirche: Dort wurde mit 300 000 Legosteinen eine Stadt nachgebaut.

Abschied nehmen musste man von der „RebKulTour“. Der Zusammenschluss aus Binzener Winzern und Gastronomen gab im Frühjahr überraschend bekannt, die beliebte gastronomische Weinwanderung 2018 vorerst zum letzten Mal durchführen zu wollen.

Und dann musste man in Binzen noch Abschied nehmen von Altbürgermeister Fritz Schweigler. „In den 33 Jahren zwischen 1956 und 1989, in denen der Verstorbene die Geschicke seiner Gemeinde lenkte, waren Tatkraft, Integrationsfähigkeit und taktisches Geschick die meist gebrauchten Vokabeln, die sein Handeln und Wirken definierten“, erklärte Schneucker. Er beschrieb Schweigler zudem als brillanten Redner, ausgestattet mit einem „geradezu legendären Humor“.

Eine kleine Sensation war im vergangenen Jahr sicherlich die Entdeckung von Überresten des einstigen Binzener Schlosses, dessen Anfänge im 12. Jahrhundert vermutet werden. Ganz modern gibt sich indes der Gemeinderat, der jetzt nicht mehr mit Papier, sondern mit dem Tablet arbeitet.

Auch wies Schneucker auf den Air-Combat-Weltmeister (Modellflug) Stefan Kuner aus Binzen hin. Sein Dank galt zudem der örtlichen Feuerwehr, viele der Aktiven waren beim Neujahrsempfang in schmucker Uniform mit dabei.

Auf Empfehlung des Historikers Hubert Bernnat, der eine Ortgeschichte über Binzen geschrieben hat, wird auf dem Friedhof jetzt stellvertretend für viele andere an zwei Binzener Opfer des Nationalsozialismus erinnert.

Ausblick

Das Rathausareal wird umgebaut und saniert. Seit dem 28. Dezember liegt dafür eine Baugenehmigung vor. Im Zuge dieser Maßnahme bekommt der Musikverein auch eigene Proberäume. Eine gute Nachricht im anstehenden Jubiläumsjahr.

Ganz aktuell konnte Schneucker die Fertigstellung der anderthalb Kunstrasenplätze für den TuS Binzen verkünden, die an diesem Wochenende mit einem Sonderspiel eingeweiht wurden (siehe Bericht unten).

Die Verlegung der Sportplätze geht einher mit einer zwei Hektar großen Fläche im Ortskern von Binzen, die bald frei wird für Wohnbebauung. Entstehen sollen 140 Wohnungen für bis zu 350 Bewohner - kein Pappenstiel für die 3000-Einwohner-Gemeinde. Für dieses Frühjahr ist die Aufstellung des Bebauungsplans vorgesehen.

Bei den Bestrebungen, das Kandertal sinnvoll weiterzuentwickeln, wollen alle Gemeinden an einem Strang ziehen. Eine entsprechende Charta haben die Bürgermeister des Kandertals unterzeichnet.

Im Hinblick auf die im Mai anstehenden Kommunalwahlen machte Schneucker Mut dazu, sich auf lokaler Ebene politisch zu engagieren. „Vieles, was unsere Lebensqualität angeht, wird vor Ort entschieden“, betonte er.

Zum Schluss hatte der Bürgermeister noch einen konkreten Vorschlag in Sachen Umweltschutz: ein gemeinsames Binzener Feuerwerk mit dem Ziel, weniger Feinstaub in die Luft zu blasen. Spontaner Applaus machte ihm für das Vorhaben zum Jahresende Mut. Mit einem Plädoyer für das Ehrenamt schloss der Bürgermeister seine Rede.

Bei Häppchen und Wein bestand im Anschluss noch reichlich Gelegenheit für nette Gespräche.

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