Binzen Noch ein Paradies für Hundehalter

In Binzen zahlen Hundehalter für ein Tier nur 42 Euro im Jahr. Das ist die günstigste Hundesteuer im ganzen Landkreis. Foto: Alisa Eßlinger Foto: Weiler Zeitung

Binzen (ag). Hundebesitzer in Binzen können sich glücklich schätzen. Im landkreisweiten Vergleich zahlen sie die geringsten Steuern. Nur 42 Euro jährlich sind für den so genannten Ersthund zu berappen. Jeder weitere Hund in einem Haushalt kostet, so die allgemeine Praxis, das Doppelte, in Binzen also 84 Euro.

Ähnlich günstig ist Hundehaltung nur noch in Fischingen und Schallbach, wo für den Ersthund 49 Euro zu entrichten sind. In Schopfheim dagegen schlägt ein einzelner Vierbeiner schon mit 120 Euro zu Buche. Im Durchschnitt beträgt die Hundesteuer im Landkreis 76 Euro für den ersten und 151 Euro für jeden weiteren Hund.

Diese Zusammenstellung legte die Gemeindeverwaltung in der jüngsten Ratssitzung vor. Ein Gemeinderatsmitglied hatte sich nach Daten und Fakten zur Hundehaltung in Binzen erkundigt. Hintergrund ist wohl der Wunsch einer Erhöhung der Steuer, wie es in der Sitzung auch zur Sprache kam. Dies wäre dann ein Thema für die Haushaltsvorberatungen, wie Bürgermeister Andreas Schneucker bemerkte. Den entsprechenden Antrag stellte Gemeinderätin Ina Koska.

Insgesamt ging die Anzahl der in Binzen gemeldeten Hunde im Vergleich zum Vorjahr zurück – von 205 auf 189 Tiere. Darunter sind 161 Ersthunde, 17 Zweithunde und ein Zwingerhund, der im Jahr 126 Euro kostet. Zehn Tiere sind steuerbefreit, darunter fallen zum Beispiel Blindenhunde. Kampfhunde gibt es in Binzen derzeit keine. In vielen Gemeinden wird für sie der siebenfache Satz, ausgehend von der Ersthundesteuer, angesetzt.

Gemeinderat Oliver Baumert schlug vor, die Steuersätze aus Weil am Rhein für Binzen zu übernehmen. Die Weiler zahlen jährlich 99 Euro für einen Ersthund. Zudem wollte Baumert eine Gebühr für Kampfhunde in die Satzung mit aufnehmen. In Weil am Rhein liegt diese für den ersten Kampfhund bei 600 Euro jährlich, für den zweiten bei 1000 Euro.

Die Probleme mit auswärtigen Hundebesitzern, die in den Binzener Reben spazieren gehen, wären mit einer Erhöhung der Hundesteuer in Binzen freilich nicht gelöst. Dass es dabei offenbar häufig zu Konflikten kommt, sprachen die Ratsmitglieder Rainer Stöcklin und Frank Krumm an. Die Hundesteuer ist eine Lenkungssteuer, will heißen, dass sie ein Stück weit auch abschrecken soll. In diesem Sinne könnte man auch eine Pferdesteuer einführen, meinte Krumm. Das sei eigentlich derselbe Konflikt.

Die Einnahmen aus der Hundesteuer betrugen in Binzen in diesem Jahr 7420 Euro. In vielen Kommunen wurden in letzter Zeit die Gebühren erhöht.

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