Binzen Praktika lassen sich nicht ersetzen

Weiler Zeitung
Nicht erst seit der Corona-Pandemie setzen viele Unternehmen auf Online-Bewerbungen.Foto: sba/Orkan Olgun Foto: Weiler Zeitung

Nicht nur die Lage der geringfügig Beschäftigten in der Corona-Pandemie war ein Thema beim sozialpolitisches Fachgespräch in der Binzener Rathausstube mit Peter Weiß, dem sozialpolitischen Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion, Horst Eckert, dem Leiter der Arbeitsagentur in Lörrach, Lukas Griesbaum als Verwaltungsleiter der Eltern-Kind-Fachklinik Tannenhof in Todtnauberg und der CDU-Bundestagskandidatin für den Landkreis, Diana Stöcker (wir berichteten gestern). Der Fokus richtete sich auch auf die Schüler, die nun eine Ausbildung beginnen wollen.

Von Jutta Schütz

Binzen. „Digitale Angebote ersetzen keine Live-Praktika und Präsenzveranstaltungen mit potenziellen Ausbildern und Arbeitgebern“, meinte Eckert zu den Überbrückungsangeboten während der Pandemiezeit. Man müsse interessierten Schülern aktiv viel anbieten, was die Arbeitsagentur bereits tue und noch tun wolle. Man werde mit den Schulen im Gespräch bleiben und – diese Forderung richtete sich an die Ausbildungsbetriebe – man sollte auch beim Ausbildungsbeginn flexibel sein, appellierte Eckert. Griesbaum berichtete, sein Betrieb habe die Türen schon unter Corona-Bedingungen so weit aufgemacht wie möglich, und auch Auszubildende übernommen, die ihre Ausbildung im ursprünglichen Betrieb nicht weitermachen konnten.

„Wir haben 2600 Ausbildungsstellen im Landkreis gemeldet, aber deutlich weniger Bewerber als sonst, zudem sind einige Arbeitgeber noch sehr zögerlich“, berichtete Eckert. Genauso sind Eltern skeptisch, ob ihre Kinder bei einer Ausbildung mithalten könnten, weil sie denken, dass die Schüler zu viel Unterrichtsstoff verpasst haben, wurde in der Gesprächsrunde festgestellt.

Kein Schüler soll abgehängt werden

Stöcker und Weiß ergänzten, dass digitale Unterrichtsangebote der Schulen in der Pandemiezeit entweder sehr gut oder eben nicht gut gewesen seien, damit zeige sich auch ein sehr unterschiedlicher Wissenstand bei den Schülern, den man jetzt nicht in vier Wochen bis zu den Ferien mit wieder geöffneten Schulen aufholen könne. Viele Schüler „deren Eltern keine Zeit oder nicht das Wissen hatten, zu helfen und auch viele Kinder mit Migrationshintergrund sind auf der Strecke geblieben“, sagte Stöcker. „Wie kann man den Lernstoff aufholen? Wir brauchen da Außenimpulse für viele Schüler“, denn man könne es sich als Gesellschaft nicht leisten, dass potenzielle Auszubildende keine Chancen sehen, war sich die Bundestagskandidatin sicher. Ganz wichtig ist für Stöcker in diesem Zusammenhang auch eine finanzielle Aufstockung von Bundes- und Landesseite her für die mobile Jugendarbeit, so dass weniger junge Leute unter die Räder kommen. „Wir müssen schauen, dass wir die Jugendlichen durch Ansprache abholen, etwa dort, wo sie sich in einer Gemeinde untereinander treffen“, sagte Stöcker.

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