Aufgeben ist ihre Sache nicht. Nachdem Larissa Schweizer, Lara Hell, Stefan und Mira Berg erfahren haben, dass ihr geplanter Hofkindergarten in Binzen (vorerst) nicht in die Bedarfsplanung der Gemeinden im Vorderen Kandertal aufgenommen wird, suchen sie nun den Schulterschluss mit den Eltern – mit Erfolg. 35 Voranmeldungen haben sie zusammenbekommen.

Von Alexandra Günzschel

Binzen. Die meisten Eltern haben die Voranmeldungen am Dienstag nach einer Informationsveranstaltung in der Gärtnerei Berg abgegeben. Rund 30 Interessierte waren gekommen und nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Projekt „Gartenkinder“ haben die Initiatoren ihren naturverbundenen Kindergarten genannt. Kommen soll er auf alle Fälle – mit oder ohne Unterstützung der Kommunen.

Plan A ist nun allerdings, mit den gesammelten Voranmeldungen erneut auf den Gemeindeverwaltungsverband (GVV) Vorderes Kandertal zuzugehen. Scheinen diese doch eindrücklich zu beweisen, dass es durchaus Bedarf an alternativen Kindergartenkonzepten gibt.

Doch nicht alle Kinder, die in den kommenden Jahren angemeldet werden sollen, stammen aus den GVV-Gemeinden. Auch deshalb möchte man, sollte der GVV erneut ablehnen, als nächstes beim Landkreis vorsprechen mit dem Ziel, den Hofkindergarten stärker für andere Gemeinden zu öffnen. Plan C wäre dann, über eine private Finanzierung mit Landeszuschuss zu starten – allerdings mit deutlich höheren Gebühren für die Eltern.

Vorgesehen ist zunächst ein Konzept mit verlängerten Öffnungszeiten für bis zu 20 Kinder. Werden auch Zweijährige aufgenommen, würde sich die Anzahl verringern. Denn ein zweijähriges Kind zählt jeweils für zwei Plätze.

Im Hofkindergarten der Gärtnerei Berg werden insgesamt 1140 Quadratmeter an umzäunter Fläche zur Verfügung stehen. Dort können Beete angelegt und kleinere Gartenarbeiten erledigt werden. Aber auch Ausflüge in die Umgebung und auf den Bauernhof, etwa zu den Hühnern, sollen Bestandteil der Betreuung sein. Für schlechtes Wetter denken die Initiatoren derzeit an eine beheizbare Jurte als Schutzraum. Nach Absprache kann auch die Infrastruktur des Demeter-Hofs mitgenutzt werden.

Träger des Kindergartens wird die neu gegründete Genossenschaft Kita-Natura sein. Für jedes Kind im Kindergarten müssen sich Eltern mit einem einmalig zu zahlenden Betrag von 350 Euro beteiligen, der bei Austritt zurückgefordert werden kann.

Die Initiatoren gehen von jährlichen laufenden Betriebskosten in Höhe von 120 000 Euro aus. Mit kommunaler Förderung würden die Eltern monatlich etwa 185 Euro für ein Ü3-Kind zahlen, für ein U 3-Kind lägen die Gebühren bei 320 Euro. Ganz anders sähen die Kosten bei einer privaten Finanzierung ohne Sponsoring aus. Eltern müssten dann für ein Ü3-Kind etwa 385 Euro bezahlen und für ein U 3-Kind sogar illusorische 770 Euro. Geplant ist deshalb, jedes Jahr erneut einen Antrag an die Kommunen zu stellen, sollte es bis Herbst mit der kommunalen Förderung nicht klappen.

Das große Interesse an naturverbundenen Konzepten in der Kinderbetreuung bekräftigte bei dem Informationsabend auch eine Vertreterin des Waldkindergartens in Lörrach unter den Gästen. Sie sprach sich im Übrigen für das zunächst geplante Halbtagskonzept aus. „Sechs Stunden draußen am Tag, dann reicht es den Kindern“, wusste sie zu berichten.