Binzen Unternehmer für Kandertal-S-Bahn

Unternehmer übergeben ihre Resolution pro Kandertal-S-Bahn: (v. l.) Christoph Huber, Bernd Martin, Jonas Hoffmann, Daniela Meier, Peter Oehler, Oliver Dreher, Christian Renkert, Ulrich May, Markus Kern, Peter Völker, Friedrich Resin und Andreas Schneucker. Foto: Weiler Zeitung

Das Zukunftsprojekt Kandertal-S-Bahn hat von unerwarteter Seite Unterstützung erhalten. Unternehmer aus dem Kandertal haben sich zusammengeschlossen und eine Resolution verfasst. Damit wollen sie dem Wunsch zur Schaffung eines schienenbasierten Verkehrsmittels im Kandertal Nachdruck verleihen und die politisch Verantwortlichen in diesem Bestreben unterstützen.

Von Alexandra Günzschel

Kandertal. Im Gasthaus „Mühle“ in Binzen wurde die Resolution offiziell bekannt gegeben. „Wir halten das Thema für zukunftsweisend und wollen die Politiker dazu auffordern, etwas zu tun“, erklärte Friedrich Resin die Motivation hinter der Aktion. Er sprach von einer notwendigen Verkehrsentlastung und hatte dabei auch das Thema Parkplätze im Blick: „Wir können nicht noch mehr Fläche versiegeln“, kritisierte er den Umstand, dass jeder mit dem eigenen Fahrzeug fahre. Eine S-Bahn hielt er für die beste Lösung für das Kandertal, da sie sehr zuverlässig sei.

„Wir wollen zeigen, dass auch die Wirtschaft hinter dem Vorhaben steht“, sagte Peter Völker, der die Resolution federführend vorangetrieben hat. Die Kandertal-S-Bahn sei wichtig für die Anbindung an die Dreiländerregion. Nun brauche es eine politische Entscheidung.

Die von 14 Personen unterschriebene Resolution wurde an Kanderns Bürgermeister Christian Renkert übergeben. Denn Kandern am Ende der Strecke würde am meisten von der S-Bahn profitieren.

Aus aktuellem Anlass ging Renkert zunächst auf die schlechter werdende Luft in den Städten ein. „Wir müssen uns etwas einfallen lassen“, meinte auch er. Als ersten Schritt, um an Fördertöpfe zu kommen, hielt er den Einstieg in die Planung für erforderlich und schlug vor, zur Finanzierung derselben einen Förderverein zu gründen. Die Unternehmer lud er dazu ein, sich zu diesem Zweck in einem Monat an selber Stelle erneut einzufinden.

Etwas verhaltener waren die Stimmen aus Binzen und Rümmingen. Obgleich Binzens Bürgermeister Andreas Schneucker die Notwendigkeit, den Individualverkehr einzuschränken, bekräftigte, äußerte er Bedenken. Zum einen verwies er auf insgesamt acht Bahnübergänge auf Gemarkung Binzen, die nicht alle erhalten werden könnten. Zum anderen betonte er, dass man die Bevölkerung mitnehmen müsse. Denn in Binzen reicht die Wohnbebauung nah an die Schienen heran.

Mitunter wurden auch Bedenken geäußert

Ähnlich äußerte sich auch Rümmingens Bürgermeisterin Daniela Meier. Sie wies darauf hin, dass nicht jeder nach Basel, sondern manche auch nach Lörrach wollten. Eine Realisierung gehe nur miteinander, betonte sie.

„In der ganzen Euphorie hat man das Kandertal vergessen“, blickte Christoph Huber, Erster Bürgermeister von Weil am Rhein, zurück auf die Zeit, als die S-Bahnen gebaut wurden. Er bemerkte auch, dass die Kandertalbahn eigentlich schon jetzt ein öffentliches Verkehrsmittel sei.

Es liegt nicht nur am politischen Willen, äußerte sich Ulrich May (Kreistag) zum Thema und führte Probleme auf, für die eine Lösung gefunden werden müsse.

„Wir müssen jetzt gemeinsam den Antrag stellen, sonst passiert auch nichts“, betonte Markus Kern aus Kandern.

„Für uns war dieser Abend ein Riesenerfolg“, freute sich Wolfgang Würzburger über die gute Resonanz. „Wir sind ganz einfach Unternehmer, die die Kandertalbahn brauchen“, stellte er klar.

Zum Thema Machbarkeitsstudie berichtete Kreisrat Bernd Martin, dass die tatsächlichen Fahrgastzahlen am Ende in der Regel wesentlich höher liegen würden als gedacht.

Peter Oehler wollte vorab schon einmal einen Probebetrieb wagen, während Jonas Hoffmann von seinen Erfahrungen mit dem ÖPNV erzählte.

An den Kreistag Lörrach, den Regionalverband Hochrhein-Bodensee und den Landtag in Baden-Württemberg – von Bürgern und Gewerbetreibenden im Kandertal: Wir Unterzeichner befürworten die Reaktivierung der Kandertalbahn. Wir betrachten den Ausbau der historischen Strecke zwischen Weil am Rhein beziehungsweise Basel bis Kandern zu einer modernen Regio-S-Bahn als wesentlichen Beitrag zur Standortsicherung unserer Betriebe und der damit verbundenen Arbeitsplätze. Darüber hinaus erwarten wir davon eine deutliche Verkehrsentlastung auf unseren Straßen, mithin eine Verbesserung des Umweltschutzes und der Lebensqualität in unserem Tal, im Markgräflerland und in der Agglomeration Basel. Wir fordern daher zügige Planung und Umsetzung unserer Verkehrsinfrastruktur im Gleichklang mit einer moderaten Siedlungsentwicklung gemäß unserer lokalen Leitbilder und des Landesentwicklungsplans.

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