Bald soll es grün werden auf dem künftigen „Sportareal West“. In seiner Sitzung am Donnerstag hat der Gemeinderat Binzen einstimmig zwei Aufträge in Höhe von insgesamt rund 900 000 Euro vergeben, darunter auch jenen für den Kunststoffrasenbelag.

Von Alexandra Günzschel

Binzen. Kurt Sänger von der Firma Rapp Regioplan erklärte, auf welches Produkt die Wahl schlussendlich gefallen ist und beantwortete die Fragen der Gemeinderäte.

Viele Fragen zu den Kunstrasenplätzen

Der Auftrag zur Fertigstellung der anderthalb Kunstrasenplätze ging für rund 488 000 Euro an die Firma Gotec aus Weil am Rhein.   Gegenüber der Kostenberechnung konnten dabei rund 44 290 Euro eingespart werden, obwohl nur zwei Angebote abgegeben wurden.

Die Wahl fiel auf ein noch recht neues Kunstrasenprodukt mit 3,5 Zentimeter langen Fasern, von denen die Hälfte gekräuselt ist und somit Stützfunktion hat. Der Belag gelte als besonders pflegeleicht, sagte Sänger. Aufgefüllt wird der Kunststoffrasen mit Sand und Gummigranulat. Das Produkt sei neu, es lägen aber im Gegensatz zu anderen Neuheiten auf dem Markt bereits Prüfergebnisse vor, wie Sänger weiter ausführte.

Der Planer bestätigte auf Nachfrage, dass sich der dunkelgrüne Kunstrasen im Sommer stark aufheizen kann. „Dafür haben wir den Naturrasenplatz“, sagte er.

Um Sand und Granulat zu säubern, bekommt der TuS Binzen ein spezielles Gerät zur täglichen Pflege. Darüber hinaus wird einmal jährlich eine Grundpflege in Auftrag gegeben, bei der Sand und Granulat mit einem Spezialgerät zuerst aufgenommen und gereinigt und dann wieder aufgebracht werden. Neben tonnenweise Sand sollen später auch die mit dem Kunstrasen verklebten Linien für Stabilität sorgen.

„Gut, dass es ein bisschen länger gedauert hat“, sagte Gemeinderat Oliver Baumert vor dem Hintergrund, dass sich das Gremium vor ein paar Jahren noch weniger geeignete Beläge angesehen hatte. Nun könne der Sportplatz von der neuen Technologie profitieren.

„Was passiert, wenn der ganze Dreck sich verteilt?“, wollte Gemeinderat Sigurd Hagen wissen. Dazu bräuchte es schon ein sehr extremes Hochwasser mit viel Schlamm, meinte Sänger, denn vor einem hundertjährlichen Hochwasser sind die Plätze sicher. „Wenn das passiert, wäre der Sportplatz das geringste Problem“, bemerkte dazu Bürgermeister Andreas Schneucker.

„Alu-Stollen haben auf dem Platz nichts verloren“, erklärte Sänger auf die Nachfrage von Gerhard Aenis nach dem richtigen Schuhwerk. Die Einwirkung von Metall schade dem Produkt.

Auftragsvergabe auch für das Sportlerheim

Vergeben wurden am Donnerstag auch die Rohbauarbeiten für das Sportlerheim mit Gaststätte. Der Auftrag ging für 360 800 Euro an die Firma Jerzembeck aus Weil am Rhein-Ötlingen. Sie war der günstigste von fünf Bietern. Die Auftragssumme liegt 8425 Euro unterhalb der Kostenberechnung.

Als zweitgrößtes Einzelgewerk stehe als nächstes das Dach an, erklärte Architekt Oliver Baumert auf Nachfrage seiner Ratskollegen. Weitere Auftragsvergaben für das Vereinsheim sollen im September folgen. An dieser Abstimmung nahm er wegen Befangenheit nicht teil.