Binzen Walgesänge und permanentes Geplapper

Binzen (ag). Es waren sphärische Klänge, die auch gut aus einem Science-Fiction-Film hätten stammen können. Und auch die Art und Weise, wie sie erzeugt wurden, war mehr als speziell.

Robin Michel, freischaffender Künstler aus Basel, eröffnete mit einem selbst konstruierten Mobile als klangerzeugendes Instrument ein experimentelles Konzert rund um die elektronische Klangmusik und den Computerjazz im Reforum Binzen.

Michel beschäftigt sich schon länger mit audiovisuellen Medien, seine musikalischen Interessen liegen in der Erforschung von Synthesetechniken sowie in der Entwicklung situationsspezifischer elektronischer Instrumente. Bei dem Konzert gab er die „Vorgruppe“.

Pioniere der elektronischen Musik

Hauptakteure an diesem Abend waren Bruno Spoerri und Udo Matthias mit ihrem Programm „Afrigal“.

Spoerri gehört zu den Pionieren der elektronischen Musik in der Schweiz. Im Jahr 2010 hat er ein Buch zum Thema geschrieben. Sein besonderes Interesse gilt der Improvisation mit einem speziell für elektronische Musik entworfenen Saxophon. Davon konnten sich rund 30 Zuhörer am Konzertabend überzeugen. Dann wieder stand Spoerri wie ein Magier mit weißen Handschuhen vor dem Bildschirm seines Laptops und erzeugte mit geschmeidigen Bewegungen auf wundersame Weise den Raum durchdringende, lang anhaltende Klänge.

Das afrikanische Element steuerte sein langjähriger Freund Udo Matthias bei. Der Musiker aus Wollbach ist ebenfalls seit Jahrzehnten angetan von elektronischen Klängen. Mit Vorliebe kreiert er eigene Sounds. „Die Kunst der Musik ist für mich nicht begrenzt auf Modelle von Instrumenten und Stimme“, sagt der Anhänger kreativer Improvisationsmusik. Als Moderator führte er durch den Abend.

Warme Klänge und Filmsequenzen

Matthias gab zunächst ein paar Stücke als Solokünstler und elektronischer Schlagzeuger zum Besten. Darunter ein Stück über Politik, „das ein bisschen anstrengend ist“. Matthias wollte das „ewig selbe Geplapper“ musikalisch darstellen. Danach wurde es wieder gefälliger und die warmen, mit Hilfe des Computers erzeugten Klänge waberten durch den in irreales Licht getauchten Raum. Im Duo mit Spoerri wurden schließlich Walklänge künstlerisch verarbeitet.

Auf eine Leinwand projizierte Filmsequenzen ergänzten das akustische Erlebnis und ließen in den Köpfen der Zuschauer mitunter unerwartete Verknüpfungen entstehen.

Zum Abschluss gab es noch eine kollektive Improvisation, zu der sich neben den drei genannten Künstlern noch Daniel Lachmann aus Lörrach hinzugesellte.

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