Binzen Zur Bedeutung der Landwirtschaft

Das „Stapflehus“ ist nur einer von vielen urigen Hofläden in Binzen, die zum Einkaufen einladen. Foto: Alexandra Günzschel

Binzen - Bei der ersten Binzener „LandKulTour“ wollten sich am 21. Juni zehn selbstvermarktende und produzierende Betriebe aus Binzen der Bevölkerung vorstellen. Aus dem Fest wurde pandemiebedingt nichts. Es soll nun im kommenden Jahr stattfinden. Doch ein paar Begleiterscheinungen der geplanten Veranstaltung werden jetzt schon der Öffentlichkeit präsentiert.

Bereits jetzt kann man den Schauacker, der für die „LandKulTour“ angelegt wurde, in der Nähe der Sportplätze besichtigen. Aber auch die Broschüre über die Binzener Landwirtschaft und Natur, die im Herbst erscheinen soll, macht Fortschritte.

„Landwirtschaft bedeutet mehr als die Produktion hochwertiger Nahrungsmittel“, heißt es im Vorwort des Informationshefts, von dem uns eine Vorabversion vorliegt. Und weiter: Landschaft und historische Baukultur seien direkt abhängig von Landbewirtschaftern.

„Heute sind relativ zu den etwa 3100 Einwohnern nur noch wenige Familien hauptberuflich in der Landwirtschaft tätig“, heißt es im Vorwort weiter. Verständnis und Wertschätzung für Produktionsprozesse gingen mehr und mehr verloren.

Verglichen mit anderen Gemeinden und Regionen gebe es aber noch vielfältige Strukturen, Kulturen und Bewirtschafter, so ein Fazit. „Gemeinsam mit ihnen wollen wir diese bewahren. Denn speziell in Krisenzeiten wird schnell deutlich, welche große Bedeutung es hat, wenn eine Grundversorgung mit kurzen Wegen erfüllt werden kann.“

Gemeinsam mit der Gemeinde Binzen haben sich die produzierenden Betriebe dazu entschlossen, die Bevölkerung mit Hilfe der Broschüre besser zu informieren. Denn: „Etwas schützen und bewahren kann man nur, wenn man es kennt“, so der Grundgedanke. Das Informationsheft bietet zudem einen Überblick darüber, was es in Binzen alles gibt. Darüber hinaus wollen die Landwirte im Haupt- und Nebenerwerb dafür werben, „beim täglichen Bedarf auf die Produktion zu achten und auch darauf, welche direkten und indirekten Folgen diese für uns Menschen hat“.

Der rasante Strukturwandel mit in die Höhe schießenden Immobilien- und Grundstückspreisen wird von den Autoren genauso angesprochen wie stets volle Supermarktregale und die damit verbundenen „Konsequenzen für das Verständnis und die Wertschätzung von Lebensmitteln“. Versiegende Quellen und früh trockenfallende Bäche stellen die Landwirte zusätzlich vor Herausforderungen, wie es heißt.

Die Autoren setzen sich ein für eine nachhaltige Regionalvermarktung und für verantwortungsvollen Konsum. Sie betonen, es stehe dabei mehr auf dem Spiel als die Zukunft einiger Landwirte. Eine intakte Umwelt, so viel wird deutlich, liegt ihnen am Herzen.

Die Broschüre wirft aber auch den einen oder anderen Blick zurück. Enthalten sind historische Beschreibungen von Binzen, eine kleine Chronik der Dorfläden, Wissenswertes über die Streuobstwiesen, die Jagd, Bienen, die Binzener Steinkäuze und einiges mehr.

Nicht zuletzt werden die Binzener Hofläden und Weingüter vorgestellt. Denn die Broschüre soll schließlich auch einen Überblick darüber geben, wo in Binzen lokale Produkte erworben werden können.

Ökologisches Wein- und Sektgut Aenis, Hauptstr. 34 (www.weingut-aenis.de); Gärtnerei Berg, Niederfeld 1 (www.bergbinzen.de); Bürginhof Binzen, Rümmingestr. 10 (www.buerginhof.de); Elkes Hofblümli, Fischingerstr. 9; Bauernhof Hummel, Hauptstr. 20; Weingut Krebs, Birkenweg 48 (www.weinkrebs.de); Stapflehus, Mühlenstr. 2 (www.stapflehus-binzen.de); Sommermattenhof, Sommermattenweg 1 (www.sommermattenhof.de); Hans Probst, Hauptstraße 49; Wein- und Sektgut Schweigler, Hauptstr. 23 (www.weingut-schweigler.de).

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