Binzen Zwei Weltstars auf Binzener Bühne

Weiler Zeitung, 14.11.2017 00:52 Uhr

Von Reinhard Cremer

Auch in diesem Jahr hatte der Trompeter Kevin Pabst aus Wittlingen Musikerkollegen zu einem vorweihnachtlichen Konzert in die Binzener Gemeindehalle eingeladen. Allerdings hatte er, wie er betonte, aufgrund seines Stargasts Paul Potts die Produktionsfirma erst noch davon überzeugen müssen, das Konzert nicht in Basel oder Freiburg, sondern im beschaulichen Binzen als Abschluss des Dorfjubiläums zu veranstalten.

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Binzen. Bürgermeister Andreas Schneucker zeigte sich ob dieser Tatsache sehr erfreut. Unter den Gästen konnte er den Bundestagsabgeordneten Armin Schuster, den OB von Rheinfelden, Klaus Eberhardt, Bürgermeister Michael Herr aus Wittlingen und Alt-Bürgermeister Ulrich May begrüßen.

Aufgrund der Kartenwünsche hätte die Halle zwei-, dreimal gefüllt werden können. Es wären sicher noch mehr geworden, wäre bekannt gewesen, welche Überraschung am Sonntagabend auf die Besucher wartete.

Da die angekündigte Sängerin Ella Endlich hatte absagen müssen, war es gelungen, den langjährigen Heldentenor der Bayreuther Festspiele zu verpflichten: René Kollo. Zwei Weltstars auf der Binzener Bühne!

Als dritten Tenor konnten die Besucher Ilja Martin begrüßen, der schon in den vergangenen Jahren mit den Jungen Tenören in Binzen geglänzt hatte. Am Piano wurden Kevin Pabst und die Sänger von Florian Schäfer begleitet. Auch er nicht zum ersten Mal auf der Binzener Bühne. Inge und Siegfried Pabst hatten mal wieder ihr Bestes gegeben, den Abend organisatorisch zu einem Erfolg werden zu lassen.

Für den musikalischen Erfolg sorgten die Musiker selber. Kein Stück, kein Lied, welches nicht mit begeistertem Applaus quittiert wurde. Beginnend mit dem von Ilja Martin gesungenen „Granada“ bis hin zum von Pabst, Potts und Martin gemeinsam interpretierten „Time to say goodbye“. Dazwischen folgte ein Höhepunkt dem anderen.

Im Jahr 2007 hatte der Handyverkäufer Paul Potts im britischen Fernsehen den Wettbewerb „Britain’s got Talent“ gewonnen. Seitdem füllt er die großen Konzertsäle der Welt.

Auch in Binzen begeisterte der schüchtern wirkende Sänger sein Publikum vom ersten Ton an – immer kongenial begleitet von Schäfer am weißen Flügel. Den Abschluss seiner Auftritte bildete – wie könnte es anders sein – das „Nessum Dorma“ aus der Oper „Turandot“, das ihn zum Star gemacht hatte: Gänsehautfeeling pur.

Kollo glänzte mit Operettenmelodien und Kompositionen von Vater und Großvater, die beide bekannte Komponisten waren. Lieder wie „Ach, ich hab in meinem Herzen“ oder „Lieber Leierkastenmann“ weckten bei einer Vielzahl der Besucher Erinnerungen an Zeiten, in denen diese Melodien zu Gassenhauern wurden.

Pabst glänzte ein weiteres Mal als Trompeter unter anderem mit der ihn von Beginn seiner Musikerkarriere an begleitenden Melodie „Ich bete an die Macht der Liebe“. Auch „La Pastorella“ gelang sehr eindringlich. Flott auch, und vom Publikum mit donnernden Applaus gewürdigt, die gemeinsam mit dem Pianisten gespielte Jam-Session von „Tell me quando“. Ebenfalls im Duett begeisterten Pabst und Martin die Zuhörer. Für Pabsts Darbietung des Toreroliedes aus „Carmen“ erhielt er von Jubelrufen begleiteten, brausenden Applaus.

Sowohl zum Abschluss der ersten Programmhälfte als auch zum Ende des Konzerts spendete das begeisterte Publikum Standing Ovations ohne Ende.

 
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