Börse in Frankfurt Kleiner Gewinn für den Dax

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen Foto: dpa

Frankfurt/Main - Neue Entwicklungen bei Bayer und eine mögliche Pause im US-chinesischen Zollstreit haben den deutschen Aktienmarkt milde gestimmt. Nach einer bisher verhaltenen Börsenwoche stiegen die Gewinne im Dax zum Handelsende um 0,21 Prozent auf 12.271,03 Punkte.

Zwischenzeitlich hatte sich der Leitindex sogar deutlich über 12.300 Punkten bewegt. Der MDax, in dem die Aktien mittelgroßer Unternehmen vertreten sind, stieg um 0,18 Prozent auf 25.341,18 Punkte.

In Europa war von der Hoffnung auf ein positives Ergebnis beim G20-Gipfel in Japan nicht so viel zu spüren: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 blieb mit minus 0,02 Prozent eher unbewegt. In Paris ging es für den Leitindex Cac 40 um 0,13 Prozent auf 5493,61 Punkte nach unten. In London gab der FTSE 100 um 0,19 Prozent nach.

Experten sehen in den geplanten Gesprächen zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Kollegen Xi Jinping auf dem kommenden G20-Gipfel einen möglichen Befreiungsschlag für die Börsen - sollten sie denn positiv ausgehen. Einem Pressebericht zufolge hatte Trump zuletzt zugesagt, die angedrohte Ausweitung der Strafzölle auf alle Importe aus China erst einmal zu verschieben. Das sei Bedingung von Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping für das geplante Treffen am Samstag in Osaka in Japan gewesen. Details sollten noch vor den Gesprächen bekannt gemacht werden.

Die Bayer-Aktien schnellten am Donnerstag um fast neun Prozent nach oben und waren damit unangefochtener Favorit im Dax. Der für seine aggressive Einmischung ins Management bekannte Hedgefonds-Investor Elliott, der zum Imperium des Milliardärs Paul Singer gehört, hatte zuvor seinen Einstieg beim Pharma- und Agrarchemiekonzern öffentlich gemacht und beflügelte damit die Kursfantasien der Börsianer.

Chipwerte wie Infineon und Siltronic bauten ihre Gewinne aus. Am Vortag hatte die Branche von positiven Nachrichten des US-Halbleiterherstellers Micron profitiert. Dazu trieb auch hier die Hoffnung auf eine Einigung im Zollstreit. Die kurzzeitige Rally des Lichtkonzerns Osram auf ein knappes Zweimonatshoch ist dagegen schon wieder beendet. Zuletzt bewegten sich die Papiere so gut wie nicht vom Fleck.

Um mehr als sechs Prozent kletterten die Aktien des Autozulieferers Norma nach oben. Hier erfreute ein Auftrag eines Batterieherstellers die Anleger und beförderte die Papiere auf den ersten Platz im MDax. In der Bekleidungsbranche profitierten zudem Zalando- und Hugo-Boss-Aktien gleichermaßen von einem positiven Ausblick des schwedischen Konkurrenten Hennes & Mauritz (H&M).

Dagegen standen TLG Immobilien nach einer Kapitalerhöhung unter Druck. Sie rutschten mit fast sieben Prozent Verlust an das SDax-Ende.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,35 Prozent auf minus 0,33 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,12 Prozent auf 144,58 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,18 Prozent auf 172,63 Punkte.

Der Euro bewegte sich kaum und kostete zuletzt 1,1368 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,1370 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8795 (0,8801) Euro gekostet.

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