Confetti-Sommer So war die Gugge-Explosion

Peter Ade

Die Lerchenstadt im Gugge-Taumel. Tausende Fans der schrägen Musik vergnügten sich am Samstag bei strahlender Sonne und sommerlichen Temperaturen an der Sommer-Edition der Lasser-Gugge-Explosion. Auf drei Bühnen hauten die Akteure stundenlang auf die Pauke und zogen abends in einem bunten Corso vom Senser Platz auf den Alten Markt. „Hut ab“ vor der Narrengilde für ein fetziges Spektakel, das die Stadt so noch nie erlebt hat.

Von Peter Ade

Lörrach. Der Kurgast aus Utzenfeld war bass erstaunt und traute seinen Ohren nicht: „Wat ne jammervolle Musike, falsche Töne und doch - es passt einfach alles!“ Ob das Schweizer seien, wollte der Mann aus Husum wissen, denn man habe ihm gesagt, solche Musik gebe es in vielen Orten der Schweiz.

Rasselnd durch die Stadt

Jetzt weiß er es genau: Guggemusik stammt tatsächlich aus dem Alpenland. Doch sie hat längst bei uns Fuß gefasst und ist elementarer Bestandteil der schwäbisch-alemannischen Fasnacht.

21 Formationen bewiesen am Samstag einmal mehr in der Gugge-Hochburg Lörrach:   Mit Rasseln, Blecheimern, Trommeln, Kuhglocken und Pfeifen eroberten die Akteure die Innenstadt: schräg und laut - im besten Sinn, versteht sich. Fantasievoll auch die Masken und Kostüme. Zum Teil in Tücher und Lumpen gehüllt, boten die Unverwüstlichen einen Augenschmaus der Extra-Klasse – passend zum schmetternden, rasselnden Getöse auf dem Alten Markt, dem Vorderen Chester Platz und am Hebelpark.

Geballte Qualität und Stimmung pur

Die Formationen des Samstags kamen aus allen Himmelsrichtungen. Auch die Lokalmatadore waren präsent. Den ganzen Tag über fanden umjubelte Konzerte statt. Abends stellten sich die teilnehmenden Gruppen dem Publikum einzeln vor.

Begeisterung pur beim Publikum und Komplimente der Promis beim Corso der Guggen, deren Defilee von Obergildenmeister Jörg Rosskopf moderiert wurde. Die Bundestagsabgeordneten Takis Mehmet Ali und Diana Stöcker - amtierende Protektorin der Lörracher Fasnacht - würdigten die sommerliche Initiative der Gilde und waren sich darin völlig einig mit Oberbürgermeister Jörg Lutz.

Bollenhut auf Männerhaupt

Außer Rand und Band war auch das Publikum. Etwa vom Auftritt der Heitersheimer „StrauSchoeh-Schlurbi“, deren Cracks einen eigenen Brass-Sound zelebrieren. Frenetischer Jubel und vielstimmiges Mitsingen bei „Hey Jude“, den ab 1968 millionenfach verkauften Erfolgshit des Beatles Paul McCartney. 

Geradezu heimelig ein paar Meter weiter der Ohrwurm „Schwarzwaldmarie“, gefühlvoll interpretiert von den „Heavy Blechis“ aus Wutachtal. Eine Augenweide  hier die Kostüme mit dem original Schwarzwälder Bollenhut, der ausnahmsweise auch die Häupter der Mannsbilder ziert.

Fazit des Lörracher Obergildenmeisters: „Wir wollten den Menschen in unserer Stadt nach der Pandemie Gelegenheit geben, wieder zusammen zu kommen, um gemeinsam zu feiern.“ Damit lagen die Narren goldrichtig, denn Gugge-Sound geht ins Blut, begeistert, zaubert ein Lächeln ins Gesicht – am Samstag, bei der Lasser-Sommer-Edition, gleich tausendfach und mehr!

Mehr Fotos in unserer BIldergalerie.

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