Corona-Impfungen „Wir impfen, so viel wir können“

Kristoff Meller

Die Nachfrage für Corona-Impfungen hat zuletzt stark angezogen, das Angebot ist derzeit indes überschaubar. Vor der Praxis von Christine Bruder in der Spitalstraße bildet sich darum jeden Mittwoch eine lange Schlange. Die Frauenärztin bietet jeweils ab 17 Uhr eine offene Sprechstunde für Corona-Impfungen an – inzwischen wird bis spät abends geimpft. Kristoff Meller hat bei der Ärztin nachfragt, warum sie sich so für den Impfschutz der Bevölkerung einsetzt.

Frau Bruder, Sie bieten seit einiger Zeit immer mittwochs ab 17 Uhr in Ihrer Praxis Corona-Impfungen ohne Termin an. Seit wann gibt es dieses Angebot, und was hat Sie dazu bewogen?

Mir war es ganz wichtig, einen Beitrag zu leisten, damit wir aus dieser Pandemie herauskommen. Anfang Mai haben wir darum mit den Impfungen angefangen. Das hat sich dann allerdings sehr dynamisch entwickelt: Zunächst waren es nur einige wenige, inzwischen sind es mehrere hundert Personen pro Termin. Irgendwann haben wir darum entschieden, ältere Menschen, Schwangere, Stillende und Gehbehinderte bereits mittags während des normalen Praxisbetriebes zu impfen, damit diese nicht in der Schlange stehen müssen. Denn je mehr Impfstoff wir hatten, desto mehr Menschen sind gekommen. Das hat sich einfach herumgesprochen – ganz ohne Werbung.

Nun gilt aktuell im Land die sogenannte Alarmstufe 2. Wie stark hat die Nachfrage in den vergangenen Wochen zugenommen?

Es hat schon deutlich angezogen. Am vergangenen Mittwoch war der bisher größte Andrang: Wir haben bis zum späten Abend rund 450 Impfungen durchgeführt. Ich wollte aber auch niemanden wegschicken und allen die Möglichkeit geben, sich impfen zu lassen.

Kommen zu Ihnen vor allem bereits geimpfte Personen zur Auffrischung oder auch viele Ungeimpfte?

Das ist bunt gemischt. Zuletzt haben die Booster-Impfungen natürlich stark angezogen. Gefühlt würde ich sagen, dass aktuell der Anteil von Erst-, Zweit- und Booster-Impfungen ungefähr gleich groß ist. Auffallend waren zuletzt auch die vielen eher jüngeren Personen.

Wie groß ist die zusätzliche Belastung für Ihr Team, und wie lange können Sie das so leisten?

Wir impfen immer zu dritt – mich unterstützen zwei unterschiedliche Kolleginnen aus dem Team im Wechsel. Das ganze Personal ist sehr motiviert und arbeitet toll zusammen. Meine Mitarbeiterinnen haben wirklich Freude am Helfen, das ist klasse.

Was können Sie über Nebenwirkungen beziehungsweise Impfreaktionen sagen - Haben Sie hier Rückmeldungen der Geimpften?

Das bewegt sich alles im normalen Umfang mit überwiegend leichten Symptomen.

Welche Impfstoffe werden bei Ihnen genutzt und wie ist die Versorgung gewährleistet?

Wir verimpfen überwiegend Biontech. So wie es aussieht, werden wir beim heutigen Termin jedoch weniger Impfstoff erhalten als zuletzt. Aber natürlich verimpfen wir so viel, wie wir bekommen können.

Was muss man für den morgigen Termin beachten, wer kann zu Ihnen kommen?

Wir bieten ab 17 Uhr in der offenen Sprechstunde grundsätzlich Covid-19-Impfungen und Booster-Impfungen auch für praxisfremde Frauen, Männer und Jugendliche ohne Anmeldung an. Jugendliche ab zwölf Jahren in Elternbegleitung werden bereits ab 13 Uhr geimpft, Schwangere und stillende Mütter sind von 14 bis 16 Uhr an der Reihe.

In der vergangenen Woche gab es am Abend eine Schlange bis zum Senser Platz und lange Wartezeiten. Gibt es hier Möglichkeiten, die Situation zu optimieren?

Um die Wartezeit so gut wie möglich zu verkürzen, werden am morgigen Mittwoch erstmals Nummern vergeben. Dadurch soll zum einen sichergestellt werden, dass noch genügend Impfstoff für alle Wartenden zu Verfügung steht, und zum anderen, dass man nochmal nach Hause gehen kann, wenn man eine höhere Nummer hat, anstatt die ganze Zeit in der Kälte zu stehen. Die Nummern werden von 17 bis 20 Uhr verteilt, beziehungsweise solange, wie noch Impfstoff da ist. Außerdem sollte jeder darauf achten, den Mindestabstand von eineinhalb Metern in der Warteschlange einzuhalten.

Was muss man alles mitbringen?

Bitte bringen Sie Ihren Impfpass, Ihren Personalausweis, Ihre Versichertenkarte und den soweit wie möglich ausgefüllten Aufklärungs- und Anamnesebogen für die mRNA- oder Vektor-Impfstoffe mit. Natürlich muss mit Wartezeiten gerechnet werden. Alle aktuellen Informationen stehen außerdem auch auf unserer Praxis-Homepage unter www.praxis-dr-bruder.de. Von telefonischen Nachfragen bitte ich hingegen abzusehen, da die Leitung ohnehin schon überlastet ist.

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