Playoffs München gegen Mannheim als DEL-Finale der Rekorde

Der EHC Red Bull München feierte den Finaleinzug. Foto: Matthias Balk Foto: dpa

Mannheim - Erleichtert probten die Münchner Eishockey-Finalisten schon den Jubel für die Meisterfeier. Gemeinsam mit ihren Kindern genossen die Profis des Serienchampions auf dem Eis den Enthusiasmus der Fans.

Nach dem hart erkämpften Erfolg im wegen seiner Rekordlänge historischen Halbfinal-Duell mit Augsburg fühlt sich das Red-Bull-Team bereit für die schwierigste Prüfung seiner in den vergangenen drei Jahren so dominanten Ära in der Deutschen Eishockey Liga: Im Finale wartet nun Hauptrundensieger Adler Mannheim. "Wir können mit Druck gut umgehen", tönte Münchens Trainer Don Jackson.

Am Donnerstag (19.30 Uhr/Magenta Sport) beginnt das Finale der Superlative. Die Adler sind im ersten von maximal sieben Endspielen die Gastgeber. Es ist ein Duell, in dem es um Rekorde geht. Ein Duell, das mit insgesamt einem Dutzend Olympia-Silbergewinnern Klasse und Spannung verspricht. Und in dem die beiden prägendsten Trainer der vergangenen Jahre, die finanzkräftigsten Clubs der DEL und die dominanten Teams der Hauptrunde aufeinander treffen.

Denn am Ende einer außergewöhnlich spannenden Halbfinal-Serie wurde es doch das Finale, mit dem etliche Experten seit Monaten gerechnet haben. Vier Siege fehlen jetzt noch bis zur Krönung der Saison. München will als erstes Team der DEL-Historie zum vierten Mal nacheinander den Titel holen und damit für das nächste Novum sorgen. Mannheim hofft, die Dominanz zu beenden. Mit dem siebten Titel seit Einführung der Deutschen Eishockey Liga 1994 würden die Adler zum DEL-Rekordmeister Eisbären Berlin aufschließen.

Wer sich durchsetzt, wird spätestens nach dem siebten Finale am 30. April feststehen. "In den großen Spielen brauchst du die großen Spieler. Meine Mannschaft ist auf jeden Fall gut. Ich bin optimistisch", sagte Adler-Trainer Pavel Gross. "Wir werden unsere Stärken nutzen und sie von Anfang an unter Druck setzen."

Den Nimbus der Unbesiegbarkeit hat der EHC Red Bull München in dieser Saison verloren. Im packenden Halbfinal-Derby gegen die Augsburger Panther stand der Hauptrunden-Zweite vor dem überraschenden Aus. Erst am Dienstagabend beendeten die Tore von Mads Christensen und Patrick Hager zum 2:0 die längste Playoff-Serie in der DEL-Geschichte doch noch zugunsten der Münchner. Insgesamt 504:46 Minuten lang hatte das Überraschungsteam Augsburg den Münchnern alles abverlangt. "Das war eines unserer stärksten Spiele", sagte Jackson nach dem Happy End. Schon am Mittwoch stand dann die Anreise nach Mannheim an.

Mannheim hatte die Entscheidung entspannt abgewartet. Nach dem 4:0 über Köln konnten sich die Adler mehr als eine Woche ausruhen und vorbereiten. 264 Minuten hat das beste Hauptrunden-Team im Halbfinale weniger gespielt. Von einem Kräfteschwund bei München und Vorteil für die Adler wollte aber keiner sprechen. "Das ist totaler Schwachsinn. Wenn man im Finale steht, hat man Kraft", sagte Adler-Nationalstürmer Matthias Plachta. Und auch Jackson sieht seinen EHC deswegen nicht als Außenseiter: "Mit diesen Sachen kann sich jeder beschäftigen, nur nicht wir. Das darf nicht in die Köpfe rein."

Jackson ist der erfolgreichste Trainer der DEL-Geschichte, für ihn und Gross kommt es zur Fortsetzung des Dauer-Duells. Schon 2016 und 2017 stand Gross mit Wolfsburg Jacksons Münchnern im Finale gegenüber, zweimal blieb er chancenlos. In Mannheim nun arbeitet der gebürtige Tscheche unter vergleichbaren finanziellen Voraussetzungen wie Jackson in München. Gleich in seiner ersten Saison soll er selbst in Mannheim eine neue Ära mit dem Titel einleiten. "Wenn man so weit ist, will man sich das natürlich nicht mehr nehmen lassen", sagte Adler-Toptalent Moritz Seider.

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