Efringen-Kirchen - Die SPD in Efringen-Kirchen fordert in einem Schreiben an die Presse die Aberkennung der Ehrenbürgerschaft Hermann Burtes, die Umbenennung der „Hermann-Burte-Halle“ in Mehrzweckhalle sowie ein Zusatzschild am Straßenschild mit der Aufschrift „Als Lyriker und Maler des Markgräflerlandes geschätzt, als Antisemit zu verurteilen (1879-1960)“.

Die gut besuchte Veranstaltung „Hermann Burte und seine Rolle im Nationalsozialismus“ mit dem Historiker Hansjörg Noe Anfang November habe gezeigt, dass in der Gemeinde ein großes Interesse an der Aufarbeitung des politischen Burte besteht. Noe habe gezeigt, dass Burte keine Gelegenheit ausgelassen habe, um seine politische Überzeugung und seine Bewunderung für Adolf Hitler zum Ausdruck zu bringen.

Auf der Veranstaltung wurde dann folgerichtig auch darüber diskutiert, ob es gegenüber den verfolgten und ermordeten ehemaligen jüdischen Bürgern der Gemeinde verantwortbar ist, Burte weiterhin mit der Ehrenbürgerschaft, dem Namen der Gemeindehalle sowie einer Straße, die nach ihm benannt ist, zu ehren.

Ziel der SPD sei es, bis Ende des ersten Quartals 2019 das nun vorgelegte Anliegen interfraktionell zu diskutieren. Auf der Grundlage, dass für eine Ehrenbürgerschaft oder auch die Benennung von Einrichtungen der Gemeinden nur solche Personen zur Auswahl stehen sollten, welche sich für die Gemeinde oder für die Bürger besonders verdient gemacht haben, müsse sich dann der Gemeinderat verantwortungsvoll mit dem Thema befassen, heißt es in dem Schreiben der SPD abschließend.