Efringen-Kirchen. Der Förderkreis des Museums in der Alten Schule hatte für seinen diesjährigen Ausflug die Hochkönigsburg im Elsass ins Programm genommen. 30 Teilnehmer meldeten sich. Vorsitzende Helga Meier hatte sich im Vorfeld zur Geschichte der Burg kundig gemacht und so erfuhren die Teilnehmer allerhand Wissenswertes.

Im zwölften Jahrhundert wurde die Burg erstmals erwähnt. Die strategische Bedeutung des Höhenzugs Stophanberch, auf dem die Burg errichtet wurde, hatte Friedrich II von Hohenstaufen erkannt. Der Stophanberch (Staufenberg) selbst befand sich lange Zeit im Besitz der Abtei von Saint Denis. Von der „Kinzburg“ – Königsburg – aus ließen sich die Handelswege im Oberrheingraben kontrollieren. Im 15. Jahrhundert fiel die Burg an die Habsbugrer, die sie dem Hause Tierstein als Lehen übergaben.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg 52 Tage lang von den Schweden belagert und schließlich am 7. September 1633 erobert und in Brand gesteckt. Die Ruine hatte danach vom Ende des Kriegs 1648 bis Mitte des 19. Jahrhunderts verschiedene Eigentümer.

Mit dem Sieg Deutschlands über Frankreich kam das Elsass nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 zu Deutschland. 1899 schenkte die Stadt Schlettstadt die Burg dem Deutschen Kaiser Wilhelm II. Der Kaiser wiederum gab dem Architekten Bodo Ebhardt den Auftrag, die Hochkönigsburg wieder aufzubauen. Für die Arbeiten setzte Ebhardt zudem eine Dampfmaschine ein, was dafür sorgte, dass die Burg damals der einzige Ort weit und breit war, an dem es Elektrizität gab.

Die Burg wurde mit einem mittelalterlichen Fest, bei dem sich die Teilnehmer kostümierten, eingeweht. Ihr Bau hatte zwei Millionen Mark gekostet, die zum großen Teil von Elsass-Lothringen aufgebracht werden mussten. Ab 1919 war die Burg das Eigentum des französischen Staats, seit 2007 gehört sie dem Département Bas-Rhin und ist ein französisches Nationaldenkmal.

Die Teilnehmer dieser Exkursion konnten bei der Führung durch die Burg erfahren, dass die Möbel der Burg aus dem 15., 16. und 17. Jahrhunderts stammen. Da beim Brand im Dreißigjährigen Krieg auch alle Möbel ein Raub der Flammen wurden, hatte Ebhardt aus den verschiedenen mittelalterlichen Epochen Möbel zusammengesucht und in das Burgmuseum gebracht.

Nach der Führung ging es zum Mittagessen nach ŚElestat, von wo die Ausflügler am Nachmittag zum Elsässischen Brothaus (Maison du Pain) gingen. Dort gab es viele alte Backutensilien zu bewundern. Anschließend lockte der Duft frisch gebackenen Brots in den Verkaufsraum.