Efringen-Kirchen Auf der Suche nach Blindgängern

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst untersucht die Huttinger Fläche. Am Montag sollen die Arbeiten starten. Foto: sba

Huttingen - Mehrere Wochen lang wird der Kampfmittelbeseitigungsdienst ab Montag eine Fläche in Huttingen auf Granatblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg untersuchen. Dass man fündig werden wird, gilt für die Verantwortlichen als beinahe sicher.

„Die Geräte sehen im Prinzip aus, wie zwei zusammengeschraubte Stangen“, erklärt Mathias Peterle die Technik, die bei der Suche nach Munition aus dem Zweiten Weltkrieg auf einer Fläche bei Huttingen ab Montag zum Einsatz kommt. Vier Mitarbeiter laufen die zuvor festgelegten Bereiche, auf denen vermutet wird, dass sich dort Munition im Boden befindet, mit diesen Stangen ab.

Durch die Art der Abtastung, die sich den Magnetismus zunutze macht, kann festgestellt werden, wo sich Munition im Boden befinden könnte, legt Peterle dar. Der stellvertretende Dienststellenleiter beim Kampfmittelbeseitigungsdienst in Sindelfingen wird bei der Untersuchung als verantwortlicher Truppenführer vor Ort sein.

Luftaufnahmen für erste Einschätzung

Wie er erklärt, laufen die Mitarbeiter aber nicht die gesamte Fläche ab, die nach der Untersuchung wieder für die landwirtschaftliche Nutzung verpachtet werden soll. Vielmehr wurde auf Grundlage der Auswertung von Luftaufnahmen bereits festgestellt, in welchen Bereichen sich Kampfmittel im Boden befinden könnten und in welchen nicht. Die erste Auswertung habe ergeben, dass etwa zwei Drittel der Fläche genauer unter die Lupe genommen werden muss. Dieser Teil werde „ausgepfahlt“, legt Peterle dar, also für die Untersuchung markiert.

Anschließend laufen die Mitarbeiter die entsprechenden Bereiche mit den Suchgeräten ab und bergen gegebenenfalls die alte Munition. Dafür brauchen sie Zeit. „Wir haben dreimal vier Tage veranschlagt“, sagt Peterle zum zeitlichen Rahmen der Arbeiten.

Mitarbeiter aus vielen technischen Berufen

Bei den Mitarbeitern, die dabei im Einsatz sind, handele es sich um Munitionsfacharbeiter beziehungsweise Feuerwerker. Eine klassische Ausbildung von drei Jahren mit begleitendem Unterricht gebe es für die Arbeit beim Kampfmittelbeseitigungsdienst nicht, so Peterle. „Wir sind ein wild zusammengewürfelter Haufen aus vielen unterschiedlichen technischen Berufen.“

Nicht selten bringen Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdiensts Erfahrungen in Sachen Munition von der Bundeswehr mit. Andere sind ausgebildete Mechatroniker oder Metallfacharbeiter, die dann „von der Pike auf“ alles Wichtige zum Thema Munition lernen.

Experte vermutet amerikanische Munition

Das Arbeiten mit explosiven Stoffen erfordert gute Nerven. Gleichzeitig betont der Experte aber: „Die meisten Zünder sind für fachkundige Handhabung sicher.“ Peterle geht davon aus, dass es sich bei den Kampfmitteln, die in Huttingen im Boden vermutet werden, um amerikanische Blindgänger aus französischem Artilleriebeschuss handelt.

Alles, was oberflächennah gefunden wird, könne schon im Zuge der Suche beseitigt werden. „Wenn wir etwas finden, was tiefer liegt, müssen wir es mit dem Bagger rausholen.“ Dabei werde man das Baustellenfahrzeug voraussichtlich bis zu einer gewissen Tiefe graben lassen und den Rest dann per Hand freilegen.

Die gefundene Munition wird dann zunächst zur Dienststelle in Sindelfingen abtransportiert und später der endgültigen Vernichtung zugeführt.

Grenznähe spielt für Belastung eine Rolle

In ihrem Zuständigkeitsbereich sind Peterle und seine Kollegen jeden Tag unterwegs. Dabei zeige sich, dass die Belastung mit Kampfmitteln je nach Region variiere. Viele Faktoren seien diesbezüglich ausschlaggebend, wie etwa die Qualität der verwendeten Munition. Im Fall von Huttingen spiele aber auch die Grenznähe eine Rolle, glaubt Peterle. Denn die Überquerung des Rheins durch die Alliierten sei im Vorfeld mit starkem Beschuss der deutschen Seite verbunden gewesen. In Verbindung mit der Auswertung der Luftaufnahmen hält es der Experte daher für so gut wie sicher, dass man auf der Huttinger Fläche fündig werden wird.

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