Efringen-Kirchen Auswertung zum Jahresende

Die Strecke für den Modellversuch zwischen Egringen und Holzen: Hier teilen sich Radler und Autos die Fahrbahn. Foto: Ingmar Lorenz

Egringen - Noch läuft der Modellversuch für den Fahrradschutzstreifen auf der K 6351 zwischen Egringen und Holzen. Bis Ende des Jahres soll zum landesweiten Projekt ein Ergebnis vorgestellt werden.

Der Projektträger, die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen Baden-Württemberg (AGFK B-W), habe mitgeteilt, dass Ende dieses Jahres die Gesamtergebnisse veröffentlicht werden können, teilt das Landratsamt auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Die Evaluation des landesweiten Modellvorhabens laufe noch, die Pilot-Strecke bleib daher erst einmal so wie sie ist.

Da zwischen Egringen und Holzen ein Radweg fehlt, könnte ein Radschutzstreifen außerorts eine Zwischenlösung für den Lückenschluss sein, so die Überlegung der Beteiligten. Immer wieder hatte der Modellversuch Kritik hervorgerufen, jüngst etwa in der Neujahrsansprache von Efringen-Kirchens Bürgermeister Philipp Schmid.

Man könne die Kritik in Teilen verstehen, denn die Strecke sei für Radfahrer trotz des Schutzstreifens nicht ohne Risiko, sagt Jürgen Wiechert von der IG Velo. Die Interessengemeinschaft setzt sich seit vielen Jahren für den Bau eines Radwegs zwischen Egringen und Holzen ein und werde daran auch in Zukunft festhalten, betont Wiechert. „Wir fordern weiter einen eigenen Radweg für den Lückenschluss.“

Nicht ideal, aber besser

Allerdings legt er auch dar, dass der Schutzstreifen aus seiner Sicht trotzdem für mehr Sicherheit sorge. Denn er rücke den Radverkehr verstärkt ins Zentrum der Aufmerksamkeit der Autofahrer. Für die Radfahrer, die den Weg auch zuvor schon ohne Radschutzstreifen genutzt haben, bedeutet das eine deutliche Verbesserung.

Zugleich kann Wiechert aber auch nachvollziehen, dass es besorgte Rückmeldungen zum Modellversuch gab, gerade hinsichtlich der Nutzung des Radstreifens von und mit Kindern. Allerdings müsse man sehen, dass die Nutzung des Streifens auf der Kreisstraße in erster Linie für Berufspendler gedacht sei. Wer in der Freizeit mit dem Velo – auch mit den Kindern – unterwegs ist, könne andere Strecken nutzen, „auch wenn es in der Gegend ziemlich hügelig ist“, sagt Wiechert.

Ein Dorn im Auge sind ihm indes weiterhin die hohen Geschwindigkeiten der Autos. „Es hätte Sinn ergeben, mit der Anbringung des Schutzstreifens auch die zulässige Höchstgeschwindigkeit für die Autofahrer zu verringern“, findet er. Zumal die Straße in dem betreffenden Bereich ziemlich kurvig ist.

In seiner persönlichen Wahrnehmung – Wiechert nutzt den Weg häufig – überholen die Autofahrer mit dem gebotenen Abstand, zumal, wenn es keinen Gegenverkehr gibt. Ist dieser jedoch vorhanden, wird bisweilen auch näher an den Radfahrern vorbeigefahren. Ob sich seine Eindrücke mit den erhobenen Daten decken, wird die Vorstellung der Ergebnisse des landesweiten Modellversuchs zeigen.

Derweil erhoffen Wiechert und die IG Velo sich auch weitere Einsichten durch die Auswertung der Video-Überwachung, welche die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen im Sommer durchgeführt hatte.

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