Efringen-Kirchen Bei Glühwein oder Kinderpunsch wird jeder schwach

Daniel Hengst
Der Posaunenchor spielt bei der Eröffnung des Weihnachtsmarkts, der zu diesem Zeitpunkt bereits gut besucht ist. Foto: Daniel Hengst

Viele Handarbeiten bietet der Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz.

Der Neuanfang für den Weihnachtsmarkt in Efringen-Kirchen ist gelungen. Vor allem vom Nachmittag bis in die frühen Abendstunden herrschte dichtes Gedränge auf dem Rathausplatz. Die Beschicker durften zufrieden sein mit ihren Umsätzen, waren ihre Auslagen doch deutlich reduziert worden.

Bereits morgens zur Eröffnung des Weihnachtsmarkts hatte „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ mit seinem weißen Pulver ein Kleid über die Dächer der Marktstände gelegt. Die winterliche Weihnachtsatmosphäre wurde bei der Eröffnung durch den Posaunenchor mit seinen Advents- und Weihnachtsliedern weiter hervorgehoben. Dieser spielte zwar nicht das benannte Kinderlied der Erzieherin Hedwig Haberkern aus dem 19. Jahrhundert, sondern unter anderem „Macht hoch die Tür“ des Pfarrers Georg Weissel.

Prädikantin Antje Böttcher griff dies auf, denn Traditionen würden gewahrt und die alten Lieder weiterhin gesungen, egal wie oft sie zu hören waren. Dazu zählt Weissels Lied, welches in diesem Jahr seinen 400. Geburtstag feiere, so Böttcher. „Tradition ist dieser Weihnachtsmarkt auch bereits seit einigen Jahren“, sagte die Prädikantin. Den Segen sprach Pfarrer Marin Karl.

Dank an Organisation

Für die Verwaltung war es der erste Weihnachtsmarkt in eigener Verantwortung. Carolin Holzmüller zitierte entsprechend Hermann Hesse: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ Die Bürgermeisterin dankte dem Gewerbeverein, von dem die Stände auf dem Platz übernommen werden konnten, zugleich der Feuerwehr für den Aufbau, Karl Rühl und Robert Zoller für das Team der Ehrenamtlichen. Ihre Anerkennung galt zudem Ordnungsamtsleiter Niklas Grießhammer für die kommunale Organisation, Melanie Waßmer und der Jugendfeuerwehr für das Kinderprogramm.

Bürgermeisterin Carolin Holzmüller (Mitte) bedankt sich bei Melanie Waßmer (von links), Niklas Grießhammer, Karl Rühl und Robert Zoller. Foto: Daniel Hengst

Vielseitiges Angebot

Passend zum Wetter bot der Weihnachtsmarkt selbst gestrickte Handschuhe, Socken und Mützen. Mirja Zitzer aus Maugenhard hatte Krippen, Adventszahlen, Kerzenständer, Sterne und einiges mehr aus Raysin dabei. „Das ist auf Gipsbasis, allerdings stabiler“, sagte Zitzer, die das Material in ihre Silikonformen gießt und noch glatt schleift, wobei es „die weiße Farbe bereits hat“. Jessica Nickel ist eigentlich nur „zum Schauen“ da, kauft aber doch etwas. Die Erzieherin will ansonsten schauen, „wen ich so treffe“.

Foto: Daniel Hengst

Arbeiten aus Ton gibt es bei Dagmar Hagin aus Rümmingen. Engel umschlingen mit ihren Flügeln ein Kerzenlicht und schützen es so vor dem Erlöschen. Nachgebildet hat sie beispielsweise das Binzener Stapflehus und die Kirchen in Rümmingen. „Für einen Adventskalender habe ich schon einmal ein ganzes Dorf aus Ton-Gebäuden gemacht“, berichtet sie. Selbst Bürgermeisterin Carolin Holzmüller ist mit einem Stand vertreten. Ihre überschüssigen Marmeladengläser, „es bleibt immer etwas übrig“, bietet sie für eine Spende zugunsten der Kindergärten an.

Heiß und lecker

Nebenan bei den Natur- und Vogelfreunden gibt es heißen, naturtrüben Apfelsaft – auf Wunsch gibt es ihn als „Pirol“ mit einem Schuss Gin. Kinderpunsch und Glühwein gibt es an mehreren Ständen. Zum Aufwärmen geht es ohne Heißgetränke kaum. An weiteren Ständen ist Schmuck zu sehen und Schokolade, selbst gebackene Kekse, Kuchen sowie „Linzer“ zum mit nach Hause nehmen.

Johannes Britsche bietet als Schreiner Kochlöffel, Pfannenwender, Bretter zum Aufschneiden des Sonntagsbratens, Kerzenhalter und einiges mehr an.

Gleich gegenüber ist der Förderverein des Musikvereins mit seinem Raclette-Stand, nur wenige Schritte weiter Stefan Mühlhans aus Istein, der am Stand räuchert und zur Stärkung beispielsweise Lachs- und Forellenbrötchen anbietet. Katarszyna Czemarnik hat polnische Pierogi – Teigtaschen gefüllt mit Kartoffeln und Quark, dazu gedünstete Zwiebeln mit Speck.

Ein „Heißer Pirol“ wärmt auf. Foto: Daniel Hengst

Der Weihnachtsmarkt sei etwas kleiner als früher, merkt Bernhard Kalusok an. Der Efringer legt nach, denn er „ist klein aber fein“. Lobend fügt er an: „Es wird viel Handarbeit angeboten und kein Kommerz.“

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