Efringen-Kirchen Beruflich und privat angekommen

Weiler Zeitung, 13.07.2018 22:17 Uhr

Vor knapp eineinhalb Jahren hat Oliver Arts die Leitung des Isteiner Kalkwerks übernommen. Zwei große Projekte haben den Werksleiter seither auf Trab gehalten. Die Region ist für ihn und seine Famile derweil zur neuen Heimat geworden.

Von Ingmar Lorenz

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Istein. Die größte Herausforderung sei es gewesen, die Leute zu verstehen, sagt Oliver Arts mit Blick auf die vergangenen einenhalb Jahre als Werksleiter des Kalkwerks ­Istein. „Nicht nur sprachlich“, fügt der Werksleiter, der in Portugal geboren wurde, in Oldenburg und Toulouse zur Schule gegangen ist und in Mannheim studiert hat, schmunzelnd hinzu.

Er habe die „Kultur im Werk“ kennenlernen müssen. Diese sei deshalb ganz besonders, weil das Kalkwerk auf der einen Seite in einen großen Konzern eingebettet ist, sich aber die rund 90 Beschäftigten in Istein – fast wie bei einem größeren mittelständischen Unternehmen – alle persönlich kennen. Eine besondere Kombination, die für ihn ganz neu gewesen sei, so der Werksleiter. Mittlerweile haben sich die Abläufe aber eingespielt, die Belegschaft und der neue Leite haben sich kennengelernt und aneinander gewöhnt.

Auch Privat ist Arts, der mit seiner Familie in Wintersweiler wohnt, mittlerweile im Rebland angekommen. „Wir wurden von allen freundlich empfangen.“

Zwei große Projekte

Beruflich seien es in erster Linie zwei große Projekte gewesen, die ihn in den vergangenen eineinhalb Jahren in Istein beschäftigt haben, erzählt Arts. Zum einen die Erweiterung des Kalkwerks und der dafür notwendige Bau der Verbindungsstraße zwischen dem alten und dem neuen Abbaugebiet, zum anderen die Anschaffung einer Trockentrommel. „Das sind große Herausforderungen“, sagt der Werksleiter. Mit beiden Projekten gehe es aber gut voran.

Die Verbindungsstraße soll Ende des Jahres fertiggestellt werden, veranschaulicht Arts anhand der Pläne in seinem Büro.

Was es mit der Trockentrommel auf sich hat, kann er auf dem Werksgelände selbst zeigen. Dort steht die riesige Röhre, deren Ausmaße zwischen all den gigantischen Silos und Laufbändern erst auf den zweiten Blick deutlich werden. „Das Ding hat mich ganz schön Nerven gekostet“, schaut Arts stolz auf die neuste Errungenschaft des Kalkwerks.

Um zu veranschaulichen, was das Gerät macht, nimmt der Werksleiter zwei in der Nähe liegende faustgröße Kalksteine in die Hand. Bei beiden ist der weiße Stein unter einer braunen Lehmschicht verborgen. „Die Steine werden in die Trommel gefüllt und erhitzt. Dadurch trocknet der Lehm“, erklärt Arts. Zugleich wird die Trommel in Rotation versetzt. Arts reibt die beiden Steine, die er in Händen hält, aneinander, der Lehm bröckelt ab und übrig bleibt der saubere Kalkstein. Genau das geschieht in der Trockentrommel in vielfach größerem Maßstab.

Durch diese Verfahren lasse sich eine größere Menge des abgebauten Kalks verarbeiten. „Das bedeutet, dass wir eine verbesserte Ausnutzung des Vorkommens erreichen“, erklärt der Werksleiter. Ende des Jahres soll die Trockentrommel in Betrieb gehen.

 
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