Großbrand in Efringen-Kirchen: Ein landwirtschaftliches Gebäude ist am Freitagabend komplett niedergebrannt. Der Schaden ist beträchtlich, die Polizei schätzt ihn auf rund eine halbe Million Euro. Menschen oder Tiere wurden nicht verletzt. Die Brandursache ist noch unklar.

Efringen-Kirchen. (ov/boe). Das Ökonomiegebäude an der Engetalstraße wurde zum einen vom Weingut Huck-Wagner genutzt. Die andere Hälfte fungierte als Künstleratelier.

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Am Freitag gegen 21.19 Uhr war dem Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Freiburg gemeldet worden, dass ein Wirtschaftsgebäude eines landwirtschaftlichen Anwesens im Ort brennt. Es gab auch einzelne Knallgeräusche. „In dem Gebäude waren vermutlich die üblichen Gebinde brennbarer Materialien für die Landwirtschaft gelagert, welche die kleinen Explosionen erklären“, heißt es dazu im Polizeibericht.

Feuer bedroht auch umliegende Gebäude

Als die Feuerwehr eintraf, stand das etwa acht Meter breite und 50 Meter lange Gebäude bereits in Vollbrand. Die Floriansjünger begannen sofort mit den Löscharbeiten und der Evakuierung mehrerer umliegender Wohnhäuser.

Die Löscharbeiten gestalteten sich indes schwierig, da das Brandobjekt in enger Bebauung lag. Durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr konnte der Brand jedoch schnell eingedämmt und ein Übergreifen auf weitere Gebäude verhindert werden. Bedroht war vor allem das angrenzende Wohnhaus.

Für den Einsatz sei es von großem Vorteil gewesen, dass die neue Drehleiter der Feuerwehr bereits als zweites Fahrzeug am Brandort eintraf, berichtete Gesamtkommandant und Einsatzleiter Philipp Haberstroh. „Ohne sie wäre das Wohnhaus sehr wahrscheinlich zu Schaden gekommen.“

Löschwasser aus dem Engebach benötigt

Um das Feuer in den Griff zu bekommen, waren riesige Mengen Löschwasser nötig. Zu Spitzenzeiten wurden etwa 4000 Liter pro Minute auf das Brandobjekt abgegeben. Da das örtliche Wassernetz nicht ausreichte, musste eine zusätzliche Wasserversorgung aus dem Engebach aufgebaut werden. Nach etwa einer halben Stunde war das Feuer unter Kontrolle und die Gefahr der Ausbreitung gebannt.

Im weiteren Verlauf drangen Einsatzkräfte unter Atemschutz in das brennende Gebäude vor und löschten noch verbleibende Glutnester und Brandherde. Gegen 1.30 Uhr waren die Nachlöscharbeiten beendet und es wurde eine Brandwache unter Leitung von Dominik Rizzotti eingerichtet.

Der Brand sorgte für einen Totalschaden. Die in dem Gebäude untergebrachten landwirtschaftlichen Geräte des Weinguts, unter anderem drei Traktoren, und das Künstleratelier wurden ein Raub der Flammen. Der Sachschaden wird vermutlich im Bereich von etwa 500 000 Euro liegen, so die Polizei.

Brand sorgt für große Rauchsäule

Zu Beginn des Brandes hatte es eine große Rauchsäule gegeben, die laut Polizei allerdings „recht gut nach oben und dann in westlicher Richtung wegzog“. Laut Feuerwehr sei es nicht zu erhöhten Schadstoffkonzentrationen gekommen.

Insgesamt waren etwa 150 Feuerwehrleute im Einsatz, sämtliche Abteilungen der Feuerwehr Efringen-Kirchen waren alarmiert worden. Auch die Drehleiter der Feuerwehr Weil am Rhein wurde zusätzlich angefordert. Unterstützt wurde der Einsatzleiter von der Führungsgruppe unter Leitung von Markus Gütlin. Die Koordination des Atemschutzsammelplatzes hatten Oliver Schirmer und Armin Schauer übernommen. Die Polizei sperrte die Kreisstraße.

„Das Zusammenspiel aller Abteilungen sowie den Angehörigen der anderen Hilfsorganisationen verlief reibungslos“, bilanzierte der Gesamtkommandant.

Der DRK-Ortsverein sorgte für die Verpflegung der Einsatzkräfte. Einen besonderen Dank richtete Haberstroh auch an die Anwohner, welche die Feuerwehrleute „mit Getränken und Zuspruch massiv unterstützt haben“. Die Brandursache ist bislang unklar. Der Brandplatz wurde beschlagnahmt. Das Polizeirevier Weil am Rhein (Tel. 07621/ 97970) hat die Ermittlungen übernommen.