Von Marco Schopferer Eimeldingen/Efringen-Kirchen/Märkt. Das Land Baden-Württemberg hegt ein hehres Ziel: Der Lachs soll sich wieder bei Eimeldingen ansiedeln; zudem sollen sich die Fischfauna und Gewässerpopulation in der Kander insgesamt verbessern. Bürgermeister und Gemeinderat wollen die Renaturierungsmaßnahmen darüber hinaus nutzen, um auch dem Menschen das Gewässer zugänglicher zu machen. Angedacht ist es vom Land, von der Kanderbrücke am Rheinsträßchen zwischen Efringen-Kirchen und Märkt flussaufwärts insgesamt 750 Meter der Kander zu renaturieren. Ziel ist es dabei vor allem, den Fischen den Weg weiter in Richtung Quelle zu ermöglichen, rund ein Dutzend Schwellen erschweren die Laichwanderung. An der Gemeindeverbindungsstraße („Promillesträßchen“) ist schon jetzt bei der Pegelmesstation die Reise der Fische zu Ende. Mindestens drei Abstürze sind weiter westlich so hoch, dass es den Fischen unmöglich ist, den Flusslauf hoch zu wandern; an fast einem Dutzend Schwellen wird man aber Hand anlegen müssen, bis der Lachs rein theoretisch bis zum Eimeldinger Ortsrand und der Straßenbaufirma Vogel wandern kann. Auch der Uferbewuchs soll neu gestaltet werden. Erle, Esche und verschiedene Weidengewächse sollen hier sprießen, Feldhecken die Bepflanzung auflockern und vor allem auch immer wieder unterbrechen. Es sei durchaus gewollt, dass der Mensch sich dem Gewässer nähere und der Bach Teil der Naherholung ist, meinte Erich Linsin, der beim Lörracher Landratsamt auch im Auftrag des Regierungspräsidiums mit der Planung beschäftigt ist, auf Nachfrage von Gemeinderätin Birgit Pohl. Linsin und Bürgermeister Merstetter schlugen vor, dass die Eimeldinger Bürger zu einem Ideenwettbewerb aufgerufen werden. Ziel soll es sein, das Kanderufer zwischen der Firma Vogel und der Gemeindeverbindungsstraße Märkt-Efringen-Kirchen auch für den Menschen erfahrbarer zu machen. Merstetter erinnerte daran, dass der Uferwall beim Fasnachtsfeuerplatz seit letztem Jahr in Gemeindebesitz sei, hier könnte „man doch was Lustiges bauen“, so der Bürgermeister. Zumal immer wieder Eimeldinger Neubürger nachfragten, wo man denn in Ortsnähe grillen könne. Einen Grillplatz gibt es aber derzeit nicht, in erweiterter Ufernähe zur dann renaturierten Kander wäre solch eine Anlage aber vielleicht möglich. Mer­stetter schwebt eine Modellierung des Hangs am Fasnachtsfeuerplatz vor, den man nach Ideen der Bürger gestalten könnte. Der Uferbereich müsse freilich Überflutungsfläche bleiben. Auch Planer Linsin vom Landratsamt stellte klar: „Wir wünschen uns eine Bürgerbeteiligung“. Immer wieder stelle man fest, dass gerade Anregungen von außen wertvolle Ideen brächten. An Geld für die Umsetzung solcher Naherholungsideen soll es nicht scheitern. Aus dem Lotterie-Fonds der Glücksspirale gebe es immer wieder Mittel zum Thema Mensch, Natur, Gewässer, so Linsin auf Nachfrage von Gemeinderätin Martina Bleile. Insgesamt nahm der Gemeinderat die Planungen überaus positiv auf. Vorgesehen ist nun, die Bürger zu einer Ideenwerkstatt einzuladen. Am Fluss und Uferverlauf soll sich übrigens auch durch die Baumaßnahme nichts ändern. Der Hochwasserschutz der in den 50er Jahren umgesattelten Kander sei mit viel Sachverstand erfolgt und habe vor allem der Landwirtschaft seither hohe Schäden erspart. Linsin versicherte, dass sich daran auch nichts ändern werde.