Efringen-Kirchen Den Betroffenen eine Stimme geben

Rund 30 Teilnehmer machten ihrem Ärger über die im Wohngebiet abgestellten Gefahrgutzüge bei einer Mahnwache vor dem Landratsamt Lörrach Luft. Und nicht nur das: Etwa 45 Minuten stellte sich Bahn-Bevollmächtigter Sven Hantel der Diskussion mit den Bürgern. Das Ergebnis fiel allerdings ernüchternd aus.

Von Ingmar Lorenz

Efringen-Kirchen/Lörrach. Die Aktion im Vorfeld des Treffens der Begleitgruppe Rheintalbahn war vom SPD-Ortsverein Efringen-Kirchen organisiert worden. Deren Vorsitzender Armin Schweizer zeigt sich mit dem Ablauf der Mahnwache zufrieden.

Ziel der Veranstaltung sei es gewesen, den betroffenen Bürgern einen Stimme zu geben, sagt Schweizer. Das sei den Veranstaltern gelungen. Besonders deshalb, weil die Möglichkeit bestand, in der direkten Diskussion mit Sven Hantel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg, auf die Probleme hinzuweisen und nach möglichen Lösungen zu fragen.

Auch Politiker legten ihre Sichtweise dar

Auch hätten politische Vertreter aus der Region wie SPD-Landtagsabgeordneter Rainer Stickelberger, CDU-Bundestagsabgeordneter Armin Schuster oder Bad Bellingens Bürgermeister Carsten Vogelpohl die Möglichkeit gehabt, ihre Sichtweise auf das Thema miteinzubringen.

Schweizer und die übrigen Teilnehmer rechneten es Sven Hantel hoch an, dass er sich der Diskussion stellte. Was das Ergebnis des Gesprächs angeht, gebe es aber noch „Luft nach oben“, sagt Schweizer.

So habe Hantel betont, dass die Bahn das Abstellen von Gefahrgutzügen in der Nähe von Wohngebieten bereits minimiert habe. „Für die Betroffenen ist aber auch dieses Minimum noch zu viel“, erklärt Schweizer. Schließlich hätten viele das Gefühl, eine „tickende Zeitbombe“ vor der Haustür zu haben.

Hantel habe seinerseits erklärt, dass ihm die Hände gebunden seien. Die Zahl der abgestellten Gefahrgutzüge weiter zu minimieren, sei derzeit technisch nicht umsetzbar.

„Parkhäfen“ könnten Abhilfe schaffen

Schweizer und die Teilnehmer der Mahnwache sahen zwar ein, dass die logistischen Aufgaben bei der Bahn nicht einfach zu bewerkstelligen sind, wiesen gleichzeitig aber darauf hin, dass aus ihrer Sicht Verbesserungen möglich sein sollten, sofern die Bahn bereit sei, in ihre technische Infrastruktur zu investieren. Auch betonte Schweizer, dass es Aufgabe der Bahn sei, eine Lösung zu finden, zumal es als Laie fast unmöglich sei, Vorschläge zur Optimierung interner Abläufe beizusteuern.

Einen konkreten Vorschlag lieferte Schweizer dann aber doch noch: Aus seiner Sicht ist es möglich, dass die Bahn „Parkhäfen“ außerhalb der Wohngebiete anlegt, um die Gefahrgutzüge dort abstellen zu können. Es liege bei der Bahn, diese Möglichkeit aufzugreifen und entsprechend umzusetzen.

Der Ortsverein setzt seine Hoffnungen indes auf das nächste Treffen der Begleitgruppe im Spätherbst. „Wir werden dann sehen, ob wir wieder eine Mahnwache organisieren“, sagt Schweizer.

Insgesamt habe die Veranstaltung aus seiner Sicht erfolgreich dazu beigetragen, dass im Zuge des Treffens der Begleitgruppe der Druck auf die Deutsche Bahn erhöht wurde (wir berichteten).

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