Efringen-Kirchen Den Schädlingen auf der Spur

Jochen Winkler und Rolf Hess vom Landratsamt Lörrach sowie Hubert Sprich von der ZG Raiffeisen (v. l.) informierten rund 40 interessierte Landwirte. Foto: sc Foto: Weiler Zeitung

„Welche Maissorte eignet sich zum Anbau in der Region und welche verspricht einen guten Ertrag?“ Das Landratsamt Lörrach hatte im Rahmen des „Mais-Feldtags im Markgräflerland“ zu einer Informationsveranstaltung am Schaufeld des Gütlin-Hof in Wintersweiler eingeladen.

Wintersweiler (sc). Etwa 40 Landwirte hatten die Gelegenheit genutzt, sich vor Ort über neue und bewährte Maissorten zu informieren. Aktuelle Hinweise zum Pflanzenschutz, die Düngeverordnung in den „Roten Gebieten“, aber auch Anpassungsstrategien für Starkregen und Trockenperioden sowie die Marktsituation waren Themen, die besprochen wurden.

Auf dem Mais-Schaufeld von Markus Gütlin hatten die Interessenten Gelegenheit zum Vergleich von 15 Körnermaissorten mit der jeweiligen Ertragsermittlung. Vertreter der unterschiedlichen Züchterfirmen stellten die verschiedenen Sorten sowie die erzielten Ergebnisse mit Reifezahl, Korntyp und erforderlicher Beizung vor.

Informiert wurde darüber hinaus über mögliche Getreidesorten für den Anbau jetzt im Herbst im Landkreis. „In der Weizenzüchtung gab es enorme Fortschritte“, die größtenteils auf Sorten zurückzuführen seien, die Trockenheit und hohe Temperaturen vertragen würden, sagte Jochen Winkler vom Landratsamt; seine Empfehlung: frühreife Sorten, die Gesundheit, Standfestigkeit und Trockentoleranz versprechen.

Zur Bekämpfung des Maiswurzelbohrers sieht die neue Allgemeinverfügung vor, in der Fruchtfolgezone grundsätzlich nur zweimal Mais in Folge anzubauen. Derzeit ist dies noch dreimal in Folge möglich. Ziel dieser Verordnung ist es, die Maiswurzelbohrerpopulation möglichst klein zu halten.

Schädlingsbekämpfung: Maisanbau jetzt nur noch zweimal in Folge

Der Stand der Funde dieses Schädlings sei bis Ende August im Vergleich zum Vorjahr „leicht angestiegen“, stellte Rolf Hess, stellvertretender Fachbereichsleiter Landwirtschaft und Naturschutz beim Landratsamt Lörrach, fest. Hubert Sprich von der ZG Raiffeisen wusste zu berichten, dass das Problem in der Steiermark und in Ungarn mit 2000 bis 3000 Käferfunden in den Fallen noch viel größer sei. Es gebe nur eine Lösung: „die Einhaltung der Fruchtfolge plus Bekämpfung mit einem Granulat“.

Ein Schwerpunkt liege aktuell um Herten herum, aber auch Wintersweiler, Mappach, Holzen und Tannenkirch seien betroffen. Dennoch, in den Nachbarkreisen zeige sich die Entwicklung „viel dramatischer“.

Bei einem weiteren Mais-Schädling, dem Maiszünzler, wurde die Population durch Flugfallen ermittelt. Mit 20 bis 30 Raupen in 100 Pflanzen handle es sich um einen „mittleren Befall“, der durch Pheromon und Lichtfallen bekämpft werde. Die Lichtfallen zeigten mit 273 Faltern eine erfolgreiche Anwendung.

Wirksam sei auch der Einsatz von Trichogramma-Schlupfwespen. Hess empfahl dieses Vorgehen. „Es werden beim Maisanbau keine Insektizide eingesetzt, das ist unser Beitrag zur Pflanzenschutzmittelreduktion.“

Mit Blick auf die Marktsituation stellte der Fachbereichsleiter fest, dass die Importe aus Osteuropa auf den Markt drückten, und die Lage „derzeit schwierig“ sei. Damit hier mitgehalten werden könne, seien für einen Mehrertrag gezielte Düngung und Pflanzenschutz notwendig.

Die Verschärfung der Düngeverordnung in den „Roten Gebieten“, das sind die Nitratgebiete von Schliengen bis nach Märkt, stelle zudem eine große Herausforderung für die Landwirtschaft dar. Nährstoffvergleiche sind anzustellen, Bodenproben zu entnehmen, der Stickstoffgehalt ist zu überprüfen. Das alles betreffe nicht nur die Landwirte und Winzer, auch Hobby- und Kleingärtner seien von den unterschiedlichen Verordnungen betroffen.

„Es wird immer schwerer, eine vernünftige Landwirtschaft zu betreiben, von der man leben kann“, ohne den Gesetzestext in der Hand könne sich zukünftig keiner mehr auf den Traktor setzen, so der Konsens der Teilnehmer nach der Veranstaltung.

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