Efringen-Kirchen Durchreisende für Region begeistern

Wohnmobilfahrer finden auf Wolfgang Schneiders Stellplatz in der Gutenau ein breites Spektrum von Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten. Seit dem Ende des Lockdowns kommt die Belegung langsam wieder in Schwung. Vor allem Durchreisende steuern den Platz an, denen Schneider die vielen Vorzüge der Region darlegt und damit aktiv für die Gemeinde wirbt.

Von Ingmar Lorenz

Efringen-Kirchen. Auf den Wohnmobilstellplatz von Wolfgang Schneider in Efringen-Kirchen kommen vor allem Mobilisten, die auf der Durchreise sind. „Der Platz befindet sich in Nord-Süd-Ausrichtung“, erklärt Schneider. „Die Leute fragen sich: Wo ist die letzte Möglichkeit, vor der Grenze zu übernachten?“ Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass die Corona-Krise in den vergangenen Monaten ein bestimmendes Thema war. Danach gefragt, wie sich Corona auf seinen Stellplatz ausgewirkt hat, sagt Schneider: „Wie überall – grauenhaft.“ Mit dem Beginn der Lockdowns erhielt er die Mitteilung von der Gemeinde, dass sein Stellplatz geschlossen werden muss.

Trotzdem betont Schneider, dass er noch Glück im Unglück hatte. Auf seinem Stellplatz befanden sich damals zwei Mobilisten, die tatsächlich in ihren Wohnmobilen zuhause sind. „Die Gemeinde war dann so entgegenkommend zu sagen, dass sie mit ausreichend Abstand auf dem Platz bleiben dürfen.“ Die gute Zusammenarbeit mit der Kommune stellt Schneider besonders heraus: „Das ist wirklich toll gelaufen.“

Wichtig sei zudem gewesen, dass die Ver- und Entsorgungsleistungen auf seinem Platz auch während des Lockdowns weiterhin genutzt werden konnten, obwohl der Platz selbst geschlossen werden musste. Auf dem Stellplatz in der Gutenau finden die Mobilisten sowohl Möglichkeiten, sich mit frischem Wasser zu versorgen, als auch das sogenannte Grauwasser zu entsorgen. Daneben sind auch Stromanschlüsse vorhanden.

Das Ganze ist gebührenpflichtig. Eine Nacht auf dem Stellplatz kostet zwölf Euro, wobei die Ver- und Entsorgung im Preis mit inbegriffen ist. Wer den Platz ausschließlich zum Zweck der Ver- und Entsorgung ansteuert, zahlt zwei Euro. Die Bezahlung läuft auf Vertrauensbasis, erklärt Schneider. Das Geld wird von den Stellplatzbesuchern in einen Briefkasten eingeworfen. Schlechte Erfahrungen hat er mit diesem System bislang nicht gemacht, denn die Wohnmobilfahrer seien eine vertrauenswürdige Klientel.

Auch nach Lockdown herrscht Unsicherheit

Nachdem der Stellplatz nach dem Ende des Lockdowns wieder geöffnet werden konnte, kam die Belegung zunächst nur langsam wieder in Schwung, berichtet Schneider. „Die Leute sind noch immer unsicher, wie es weitergeht“, ist er überzeugt.

Auch beobachtet Schneider, dass vermehrt große Wohnmobile seinen Stellplatz ansteuern. Möglich sei, dass es sich vermehrt um Mobilisten handele, die eigentlich für längere Zeit fern der Heimat sind, die es vor dem Hintergrund der Unsicherheit und einer möglichen erneuten Grenzschließung nun aber wieder in heimische Gefilde zieht.

Gefunden wird Schneiders Stellplatz von den Mobilisten unter anderem über entsprechende Apps. Durch diese wiederum besteht für die Reisenden die Möglichkeit, über Bewertungen ein Feedback zu geben. Diese fallen für Schneiders Platz sehr positiv aus. Manche Besucher kommen zudem regelmäßig zu der seit 2015 bestehenden Abstellmöglichkeit – man kennt sich.

Entstanden war der Stellplatz ursprünglich vor dem Hintergrund, dass Schneider – er ist passionierter Segler – eine Halle für sein Boot baute. Es sei dann die Entscheidung gefallen, auf der Freifläche hinter der Halle Stellplätze anzulegen. Die Anregung dazu wiederum sei auch von seinem Vater, Rolf Schneider, gekommen, der selbst ein Wohnmobil besitzt.

So wurde der Stellplatz realisiert. „Mir war allerdings damals nicht bewusst, dass es dafür einen Bauantrag braucht“, blickt Schneider zurück. Glücklicherweise war es aber im Nachhinein möglich, die bereits errichtete Anlage genehmigen zu lassen.

Dass sein Stellplatz als Zwischenstopp beliebt ist, freut Schneider. Zugleich ist ihm aber auch daran gelegen, die Schönheit von Efringen-Kirchen und der Region stärker im Bewusstsein der Durchreisenden zu verankern. Denn das Potenzial sei durchaus vorhanden, weist Schneider auf den malerischen Ortskern, die Isteiner Schwellen oder auch das nahe gelegene Elsass hin.

Schönheit der Region betonen

Um die Attraktivität des Ortes zu vermitteln, brauche es kleine Schritte. „Wir können uns nicht mit größeren Städten vergleichen“, sagt Schneider. Er setze deshalb auf den direkten Kontakt mit seinen Stellplatzbesuchern. Allerdings müsse man diesbezüglich vorsichtig sein. „Manche sind nach der langen Fahrt müde und wollen ihre Ruhe.“ Eine wichtige Formel für die Ansprache der Gäste habe er jedoch durch die Erfahrungen der vergangenen Jahren entdeckt. So begrüße Schneider die Mobilisten nicht mit „Hallo“ oder „Guten Tag“, sondern mit den Worten „Herzlich willkommen“. „Das ist ein richtiger Türöffner“, weiß er.

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