Efringen-Kirchen Ein Dankeschön in schweren Zeiten

Beatrice Ehrlich

Etwas zurückgeben für die gute Aufnahme, die sie in Efringen-Kirchen und den Ortsteilen gefunden haben wollten Ukrainerinnen mit ihrem großzügigen Fest am Samstag im ehemaligen Kindergarten der Freunde. Berichte, Lieder und selbstgemachte Speisen gaben Einblicke in das Leben in ihrer Heimat.

Von Beatrice Ehrlich

Efringen-Kirchen - Es ist ein „Gänsehautmoment“ für die Gastgeberinnen wie auch für die Gäste, als Mädchen und Frauen zum Abschluss ihres kleinen Kulturprogramms „Ukraine bist du“, die eingängige inoffizielle Hymne der noch jungen Nation anstimmen. „Dieses Lied von Tina Karol kennt in der Ukraine jeder“ hat Tetiana Zahaietska zuvor erklärt. Zusammen mit Nataliia Danilchenko ist sie die Initiatorin des Fests, das Ukrainerinnen am Samstag für die Efringen-Kirchener auf die Beine gestellt haben. „Wir möchten danke sagen für herzliche Umarmungen, ein gemütliches Zuhause, dass unsere Kinder wieder lächeln und dafür, dass Deutschland und die Welt heute in Blau und Gelb gekleidet sind.“

90 Kriegsflüchtlinge in Efringen-Kirchen

In ihrer Dankesrede hebt die junge Frau eine Person besonders heraus: Tabea Hugenschmidt. Als Integrationsbeauftragte und Ansprechpartnerin im Rathaus ist diese ständig im Einsatz, um den mittlerweile rund 90 Kriegsflüchtlingen in der Gemeinde ihren Aufenthalt zu erleichtern.

Mit Beiträgen über kulturelle Besonderheiten vom traditionellen, bestickten Ritualtuch bis hin zur Küche, die auch durch orientalische Einflüsse geprägt sei, informieren die Frauen und ein junger Mann in bereits flüssigem Deutsch über ihr Land.

Gefüllte Teigtäschchen und Borschtsch

Im Anschluss laden die Ukrainerinnen zum Essen ein: Auf einer Reihe blau und gelb dekorierter Tische türmen sich Spezialitäten von gefüllten Teigtäschchen – Warenyky – bis hin zu Mohnkuchen, in einem großen Topf dampft die Nationalspeise Borschtsch.

Die Freude über die Gastfreundschaft ist spürbar bei den Efringen-Kirchenern, die schon seit Monaten Ukrainer bei sich aufgenommen haben, etwa die Familien Rühl, Muska oder De Daniel. Zur Festgesellschaft stoßen im Laufe des Nachmittags außerdem Mitglieder des Vereins Lebendige Nachbarschaft (LeNa), die Gemeinderäte Elke Weiß und Gerhard Kienle sowie Bürgermeister Philipp Schmid und Adelheid Arnold von der Gemeindeverwaltung.

Anstoßen mit neuem Wein

Überwältigt sei sie gewesen vom großzügigen Büffet, den Reden und Liedern, sagt Tabea Hugenschmidt. Sie stößt nach dem Essen mit einigen der Gastgeberinnen mit neuem Wein an, den die Genossenschaft Markgräfler Winzer gespendet hat.

Zu Ende ist das Fest damit aber noch lange nicht: Im Foyer des Kindergartens folgt nun ein Workshop zur Herstellung von „Warenyky“. Flinke Hände wellen den Nudelteig aus, füllen ihn mit Kartoffelteig und formen halbmondförmige Teigtaschen. In einem anderen Raum bietet Hanna Kravchenko aus Odessa, die früher bei einer Bank gearbeitet hat und nun in Wintersweiler untergekommen ist, Bastelarbeiten für Kinder an. Jeden Tag verfolge sie die Nachrichten über den Krieg in ihrem Land, berichtet sie. „Wir warten jeden Tag darauf, dass wir ihn gewinnen“, sagt sie, „das wäre unglaublich für uns“.

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