Efringen-Kirchen Ein Hotel nur für Stubentiger

Nachbarskatze Buseli testet die neue Katzenpension von Evi Schirmer und Roger Berliat. Foto: Birgit-Cathrin Duval

Huttingen - Am Ortsrand von Huttingen hat eine Pension nur für Samtpfoten eröffnet. Katzen urlauben in Einzelzimmern mit Balkon, hellen Gruppenräumlichkeiten und genießen reichlich Sonne im Wintergarten mit Freigehege.

„Die Nachfrage ist groß“, sagt Evi Schirmer. Die Notwendigkeit sieht sie in den veränderten Lebensgewohnheiten begründet. „Vor 30 Jahren hat man die Nachbarn gefragt, ob sie auf die Katze aufpassen.“ Das sei heute nicht mehr der Fall. Häufige Umzüge wegen Berufswechsel und Berufstätigkeit beider Elternteile führten dazu, dass man sich in der Nachbarschaft nicht mehr so gut kenne. „Viele möchten auch nicht, dass andere Leute Einblick in ihre Privatsphäre bekommen“, sagt Schirmer. Alleinstehende Menschen, die zur Kur oder ins Krankenhaus müssen, sorgten sich ebenfalls um den Verbleib ihrer Katze.

Verschiedene Räume

Vor knapp zehn Jahren hat sich die 52-jährige Tierheilpraktikerin mit einem Hundesalon selbstständig gemacht. Nebenbei betreute sie auch Katzen, wenn die Besitzer krank wurden oder in den Urlaub fuhren. Weil immer mehr Katzenbesitzer nach einer Betreuung suchten, fällte sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Roger Berliat den Entschluss, ihr Wohnhaus in eine Katzenpension umzuwandeln.

Roger Berliat, nach dessen 16 Jahre alter Perserkatze Camillo die Pension benannt ist, hat in eigenhändiger Arbeit die sieben Zimmer umgebaut und ausgestattet. Das Haus liegt am Dorfrand, alle Zimmer sind hell und ruhig. Im Obergeschoss befinden sich sechs Kabinen, teilweise mit Balkon. Im Erdgeschoss gibt es ein großes Gemeinschaftszimmer mit Wintergarten und Außengehege. Sämtliche Räume sind mit PVC-Belägen, Verstecken und Rückzugsmöglichkeiten sowie mit aus Birkenholz handgefertigten Kletter- und Kratzbäumen ausgestattet.

Das Haus wurde vom Veterinäramt abgenommen und kann bis zu 50 Katzen beherbergen. „Das möchten wir weder uns noch den Katzen zumuten“, sagt Evi Schirmer, „deshalb werden wir die Anzahl auf maximal 30 beschränken“. Das große Gemeinschaftszimmer mit Wintergarten bietet bis zu 15 Katzen Platz. „Katzen sind Paschas“, weiß Schirmer. Sollte es in der Gruppenunterkunft zu Reiberein kommen, steht daneben eine Einzelkabine zur Verfügung.

Wer seine Katzen in der Pension unterbringen möchte, muss vorweisen, dass die Katzen gesund, kastriert und geimpft sind. Ob sie in eine Einzelkabine oder Gemeinschaftsunterkunft kommt, liegt mit am Wesen der Katze. Manche bevorzugen Geselligkeit, andere sind lieber alleine.

Wer seine Katze nobel unterbringen möchte, bucht ihr eine Kabine mit Balkon. Doch auch die Kabinen ohne Balkon sind beliebt. Die Katzen mögen den Blick durchs geöffnete Fenster ins Grüne, erzählt Berliat. Alle Fenster sind mit Maschendraht abgesichert, damit ja kein Stubentiger während des Urlaubs ausbüchst.

Hygiene hat Priorität

Oberste Priorität hat Hygiene und das Wohlbefinden der Tiere, erklären Schirmer und Berliat. Jede Katze wird individuell betreut, es gibt hochwertiges Futter, genügend Spielzeug und auch die Fellpflege kommt nicht zu kurz. Apropos Fellpflege: Die gibt es nach wie vor für Hunde, denn Evi Schirmer führt auch weiterhin ihren Hundesalon, während Roger Berliat sich um die Katzenpension kümmert.

Und weil Tierliebhaber im Urlaub erst dann entspannen können, wenn sie wissen, dass ihre Katze in guten Händen ist, schickt Schirmer auf Wunsch Fotos per Whats­App und gibt Auskunft über die Befindlichkeit der Pensionsgäste. Demnächst sollen die Kabinen mit einer Internetkamera ausgestattet werden. So können die Besitzer live sehen, was ihr Stubentiger gerade so treibt. Und wenn die Katze partout nicht in die Katzenpension möchte? „Nach Absprache bieten wir als Katzensitter auch Heimbetreuung zu Hause an“, erklärt Berliat.

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