Efringen-Kirchen Ein Jahr voller neuer Projekte

Efringen-Kirchen - Seit etwas mehr als einem Jahr ist Martina Bivort Leiterin des Seniorenzentrums Efringen-Kirchen. Während dieser Zeit ist sie nicht nur beruflich angekommen, sondern hat auch viele Projekte angestoßen und umgesetzt.

Wenn Martina Bivort das vergangene Jahr Revue passieren lässt, kommt ihr als Erstes das neue Sterbebegleitungskonzept in den Sinn, das während dieser Zeit erarbeitet wurde. Es sieht vor, dass Sterbende und Angehörige gemeinsam von einer geschulten Fachkraft begleitet werden. Auch alle übrigen Mitarbeiter wurden im Zuge der Umsetzung des Konzepts entsprechend angeleitet. „Wir arbeiten dabei mit der Hospizgruppe Kandern zusammen“, erklärt Bivort das Konzept mit dem Namen „Palliative-Care“. Es ist ein umfangreiches Angebot, das dem Sterbenden seinen letzten Weg so angenehm wie möglich macht und zugleich die Angehörigen in einer schwierigen Zeit auffängt.

Bivort ist stolz auf das Sterbebegleitungskonzept. Es habe sich vom Pilotprojekt zu einem ausgereiften Angebot entwickelt. Trotzdem hat die Heimleiterin diesbezüglich noch einiges vor. So soll unter anderem auch der „Raum der Stille“ wieder zur Verfügung gestellt werden. „Die Angehörigen können darin beispielsweise meditieren, oder sich einfach in Stille zurückziehen“, erklärt Bivort.

Als wichtige Neuerung im zurückliegenden Jahr erwähnt die Leiterin darüber hinaus die Ausweitung der Pflegeleistungen für demente Bewohner. Dabei gehe es in erster Linie darum, sich in schwierigen Situationen in die Menschen hineinzuversetzen. Schreit beispielsweise ein dementer Bewohner, werde die Frage gestellt, was der Grund dafür ist und wie er – auch ohne den Einsatz von Medikamenten – wieder zu beruhigen ist. Dafür sei eine intensive Auseinandersetzung mit der jeweiligen Person und ihrer Biografie entscheidend. „Auch die Arbeit mit Tieren kann diesbezüglich zu Erfolgen führen“, weiß Bivort, die die intensive Begleitung dementer Bewohner in Zukunft weiter ausbauen will.

Mehr Zusammenarbeit mit Vereinen

Auch das Thema „Sozialräume“ hat die Heimleiterin im vergangenen Jahr begleitet. Ziel ist es, die Bewohner am Leben außerhalb des Pflegeheims vermehrt teilnehmen zu lassen. Im kirchlichen Bereich seien dafür bereits zahlreiche Möglichkeiten vorhanden. Verstärkt wolle man aber künftig auf die Vereine zugehen. Als jüngstes Beispiel dafür, wie eine entsprechende Zusammenarbeit aussehen kann, nennt Bivort den Ausflug der Senioren zur ­Isteiner Fasnacht.

Ganz aktuell beschäftigt die Leiterin zudem das sogenannte „CoCare-Projekt“. Es sieht vor, dass das Pflegeheim von einer Arztpraxis fest betreut wird. Dadurch sollen unter anderem Krankenhausaufenthalte verringert werden. Im Efringen-Kirchener St. Josefshaus arbeite man bei diesem Forschungsprojekt mit der Arztpraxis Kienle zusammen. Vorgesehen ist dabei auch, dass regelmäßige Visiten im Pflegeheim stattfinden. „Das Projekt läuft bis zum Jahr 2020“, so Bivort. Anschließend erfolge die Auswertung an der Uni Freiburg.

Trotz der vielen Neuerungen, die es zu begleiten und umzusetzen galt, hat Bivort die Zeit gefunden, auch privat in der Leitungsposition anzukommen. An ihrem gelungenen Start im Efringen-Kirchener Seniorenzentrum hätten die Mitarbeiter und die gute Stimmung im Haus einen entscheidenden Anteil gehabt. „Es ist sehr schön, dass alle offen für Neues sind und an einem Strang ziehen.“

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