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Efringen-Kirchen Ein Verein geht mit Beispiel voran

Siegfried Feuchter
Die Jugendarbeit hat beim FC Huttingen einen besonders hohen Stellenwert. Hier gestalten Dominik Brändlin (rechts) und Daniel Weiß mit Kindern eine Übungseinheit. Foto: Siegfried Feuchter

Der FC Huttingen, in der Region bekannt für eine beispielhafte Jugendarbeit, hat einen enormen Zulauf an Kindern und Jugendlichen.

Michael Frey, seit acht Jahren engagierter Vorsitzender und zuvor Jugendleiter, kommt geradezu ins Schwärmen. „Es läuft derzeit alles super. Wir haben ein außergewöhnliches Vereinsleben, bei dem alle mitziehen“, sagt der 46-Jährige, der „quasi beim FC Huttingen auf die Welt gekommen ist“. Denn schon sein Vater Günter Frey hatte den Verein als Vorsitzender 20 Jahre geführt. Für Michael Frey, der als Betriebsleiter in der Schweiz tätig ist, steht fest: „Ein funktionierendes Gemeinschaftsleben und eine gute Kameradschaft im Verein sind mir wichtiger als sportliche Erfolge.“

Starker Zulauf

Der 1920 gegründete FC mit seinen 550 Mitgliedern (mehr als Huttingen Einwohner hat) schwimmt derzeit auf einer Erfolgswelle. Der Verein ist nicht nur sportlich aktiv, sondern auch verstärkt im sozialen Bereich. Neben der ersten Mannschaft in der Kreisliga B und der zweiten Mannschaft hat der FC drei E- und zwei F-Jugendmannschaften sowie ein Bambini-Team. Hinzu kommen sechs Mannschaften ab der D-Jugend in einer Spielgemeinschaft mit Efringen-Kirchen, Istein und Eimeldingen.

Allein 70 Jugendliche bis zur D-Jugend trainieren und spielen auf der reizvoll gelegenen Sportanlage oberhalb des Dorfes mit einem herrlichen Blick ins Dreiland. Ein Rasen- und Kunstrasenplatz stehen den Fußballern zur Verfügung „Wir haben einen Riesenzulauf, jede Woche kommen neue Kinder und Jugendliche dazu. Und genügend Ausbilder, Trainer und Betreuer haben wir auch“, stellt der agile Vorsitzende zu dem seit zwei Jahren anhaltenden Aufschwung erfreut fest. Die Attraktivität kommt nicht von ungefähr, denn der FC Huttingen tut einiges dafür und genießt mit seiner Kinder- und Jugendarbeit einen ausgezeichneten Ruf über die Gemeindegrenzen hinaus.

Projekt Bolzplatz

Da ist zum Beispiel das Projekt „Bolzplatz“. In Kooperation mit Schulen und Kindergärten geht der Verein in interessierte umliegende Gemeinden und Ortschaften, um einen Spieletag zu veranstalten. Dazu sind Jungen und Mädchen von zwei bis 15 Jahren eingeladen, spielerisch und ohne Zwang einen Tag unter Anleitung der Betreuer zu verbringen. Wie gut das Projekt ankommt, verdeutlicht das Beispiel Tannenkirch: Dort kamen trotz regnerischen Wetters 32 Kinder.

Auch in Egringen war die Resonanz gut. Und nach dem Spieletag, wobei es nicht nur um Fußball geht, gibt es zusammen mit den Eltern stets einen geselligen Abschluss mit Grillen. „Durch dieses Projekt haben wir schon viele Kinder und Jugendliche gewonnen“, sagt Michael Frey. Derweil fördern die rund 20 Jugendtrainer die Gemeinschaft, indem sie mit den Kindern Ausflüge oder zum Beispiel eine Kanufahrt unternehmen. Die D-Jugendlichen nehmen an einem großen Fußballturnier in München teil.

Weiterer Förderverein

In Kürze wird ein weiterer Förderverein gegründet mit dem Ziel, das wichtige Projekt „Kinder- und Jugendschutz“ zu unterstützen (siehe separaten Bericht). Der erste Förderverein wurde 1996 ins Leben gerufen, um die Jugendaktivitäten im Verein zu fördern. Zehn Jahre später wurde ein zweiter Förderverein gegründet, der sich den Unterhalt der Sportanlagen auf seine Fahnen geschrieben hat.

Michael Frey ist stolz auf seinen Verein. Foto: Siegfried Feuchter

Die Einnahmen aus dem jährlich im Juli veranstalteten neuntägigen Grümpelturnier mit Sommerfest fließen größtenteils in die Jugendarbeit. Diese Großveranstaltung, bei der 300 Mitglieder und Freunde des Vereins im freiwilligen Einsatz sind, ist die Haupteinnahmequelle.

„Die Bereitschaft zur Mithilfe im Verein ist groß“, freut sich Vorsitzender Frey mit dem Hinweis, dass einige Mitglieder während des Grümpelturniers extra Urlaub nehmen. Auch dies sei ein Beleg für das gute Miteinander und Füreinander sowie den Teamgeist.

Soziales Engagement

Das starke soziale Engagement drückt sich in einem weiteren Projekt aus. So pflegt der FC Huttingen eine Kooperation mit dem Seniorenzentrum Efringen-Kirchen. Das heißt, der Fußballclub übernimmt die Organisation von Veranstaltungen und bringt sich bei der Ausrichtung geselliger Anlässe wie Grillfest oder, Altennachmittagen ein. Wo immer machbar, will der Verein mit seinem Engagement die Gemeinde so weit wie möglich entlasten und vieles in Eigenleistung abwickeln.

Das Vereinsheim, das der FC einst selbst erbaut hat und dessen Gastronomie verpachtet wurde, soll in absehbarer Zeit eine Photovoltaikanlage erhalten. „Wir sind im Verein auf einem guten Weg, alles läuft momentan rund“, freut sich Michael Frey.

Jugendschutz hat hohen Stellenwert

Marco Wenk und Lena Ammermüller, ebenfalls Kinder- und Jugendschutzbeauftragte des Vereins, haben sich als maßgebliche Kräfte des Projekts zum Thema Prävention weitergebildet, ebenso sind die Übungsleiter entsprechend geschult. Im Juli wird es in der Huttinger Halle auch eine Theaterveranstaltung zum Thema Kinder- und Jugendschutz geben.

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