Efringen-Kirchen Eine musikalische Liebeserklärung an Bolivien

Dagmar Dümchen singt mit großem Ausdruck und bringt ihre Gitarre zum Lachen und Weinen. Foto: Gottfried Driesch Foto: Weiler Zeitung

Von Gottfried Driesch

Efringen-Kirchen. Ein starker Ausdruck und große Intensität kennzeichneten am Samstag das Konzert von Dagmar Dümchen in der Christuskirche in Efringen-Kirchen. Sie ist nicht zum ersten Mal in der Reblandgemeinde zu Gast. Viele Gesichter im Publikum kenne sie schon aus den Vorjahren, meinte sie. Mit einem Programm von Liedern aus ihrer Wahlheimat Bolivien zog sie die Zuhörer in ihren Bann.

Ganz kurzfristig musste Dümchen ein neues Programm zusammenstellen. Denn ihr Partner und Lebensgefährte Eduardo Yáñez Loayza musste wegen einer Erkrankung die Reise nach Deutschland in dieser Woche absagen. „Der Mensch denkt und Gott lenkt.“ Diesen Spruch habe der verstorbene Vater von Dagmar Dümchen, ein evangelischer Pfarrer, so oft zu ihr gesagt. Tröstliche Nachricht: Dem Künstler geht es inzwischen wieder besser.

Die künstlerische Spannbreite von Dagmar Dümchen ist enorm. Zusammen mit ihrer Gitarre singt und spielt sie Tänze, Liebesgeschichten und auch Trauriges über die Freiheit des Menschen. Alle Lieder sang sie ohne Verstärkung. Ein Mikrofon benutzt sie nur, um Hintergrundinformationen zu den Liedern zu geben. Musikalisch machte sie eine Rundreise durch Bolivien vom Hochland bis ins heiße Tiefland.

Die Künstlerin begann ihr Programm mit einem selbst verfassten Lied. Es handelt von La Paz, der Hauptstadt Boliviens, die über 3200 Meter hoch liegt.

Ihre Stimme ist sehr wandlungsfähig zwischen Brust- und Kopfregister. Ihre Gitarre bringt Dagmar Dümchen zum Tanzen und Singen.

Künstlerisch ist die Musik mit der spanischen Folklore und indianischen Traditionen verwoben. Dümchen gehört seit Jahren zu den bedeutendsten Sängerinnen in Bolivien. Sie erzählt tänzerisch von einem jungen Mann, der seine Liebste erobern will, von Tänzen in La Paz zu Ehren eines Gottesbildes, aber auch vom Essen und Trinken.

Ganz anders ginge es im Tiefland bei Santa Cruz de la Sierra zu. Hier sei es heiß und die Menschen machten in der Mittagzeit eine Siesta. „Die faulsten Leute von Bolivien leben im Tiefland“, berichtete Dümchen mit einem Augenzwinkern.

Ein Liedermacher, der im Gefängnis ein Lied über die Liebe schrieb, habe gesagt: „Liebe ist das Leben, hassen das Sterben.“ Hier wurde die Künstlerin politisch und erinnerte an die vielen Diktaturen Südamerikas im vergangenen Jahrhundert. „Vieles ist besser geworden, aber wir dürfen die Zeit nicht zurückdrehen.

In zwei Zugaben legte Dagmar Dümchen noch einmal die ganze Ausdruckskraft ihrer Stimme. Ein Liebeslied an Bolivien beendete endgültig ihr vielfältiges Programm.

  Hinweis: Das Konzert in Efringen-Kirchen war der Auftakt zur diesjährigen Deutschlandtournee. Ihren Abschluss findet diese am 12. Oktober im Kesselhaus Weil am Rhein.

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