Efringen-Kirchen Enormer Einsatz für freie Fahrt

Es ist harte Arbeit unter gefährlichen Bedingungen. Die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Efringen-Kirchen sorgen das ganze Jahr hindurch dafür, dass eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Europas befahrbar ist. Darauf sind die rund 30 Männer und Frauen stolz. Ihren Betrieb stellen sie der Öffentlichkeit am 22. September vor.

Von Ingmar Lorenz

Efringen-Kirchen. Denn am Sonntag, 22. September, öffnen sich die Tore der Autobahnmeisterei bei Kleinkems beim „Tag der offenen Tür“ (siehe Info-Kasten). „Es ist für uns eine großartige Gelegenheit, unsere vielfältige Arbeit anschaulich zu machen“, sagt Rainer Metzler, Leiter der Autobahnmeisterei. Gleichzeitig wird im Zuge der Veranstaltung auch an die inzwischen 60-jährige Geschichte des Betriebs erinnert.

Im November 1959 habe die Autobahnmeisterei ihren Betrieb aufgenommen, erklärt Andreas Lühr vom Regierungspräsidium. „Damals allerdings noch in ganz einfachen Verhältnissen.“ Schließlich war die Autobahn selbst zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht fertiggestellt. Inzwischen hat sich die A 5, die zu den wichtigsten Einsatzgebieten der Autobahnmeisterei gehört, zu einer der bedeutendsten Nord-Süd-Achsen Europas entwickelt. Und mit ihr ist auch die Autobahnmeisterei gewachsen.

Zwischen Grünpflege und Glatteis

Ein typischer Morgen beginnt für die Mitarbeiter um 6.45 Uhr mit der Einsatzbesprechung. Dabei wird erläutert, welche Arbeiten an diesem Tag im Gebiet der Autobahnmeisterei zwischen Grißheim und dem Grenzübergang Weil am Rhein anstehen. Wer kümmert sich worum? Welche Geräte kommen wo zum Einsatz? Und wie lässt sich das alles zeitlich strukturieren? Im Sommer gehört beispielsweise die Pflege der Grünstreifen an der Autobahn zu den Aufgaben der Mitarbeiter. Zudem sorgen sie für die Reinigung entlang der Fahrbahn und Rastplätze. Aber auch kleinere Reparaturen werden ausgeführt, womit auch immer die Errichtung entsprechender Absperrungen verbunden ist.

Im Winter stehen Maßnahmen gegen Glatteis ganz oben auf der Liste, weiß Metzler. Das Streusalz in der richtigen Konsistenz und Menge und zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort auszubringen, ist eine Wissenschaft für sich. Dabei kann die Autobahnmeisterei inzwischen – wie in vielen anderen Bereichen – auf modernste Technik zurückgreifen. Nach wie vor aber muss das Salz von den Mitarbeitern im Streuwagen ausgebracht werden. Und zwar nicht nur zu den normalen Arbeitszeiten, sondern wann immer es nötig ist.

Deshalb gibt es bei der Autobahnmeisterei neben Wochenend- auch Bereitschaftsdienste. An 365 Tagen im Jahr sind Mitarbeiter im Einsatz, so Metzler. „In fast 30 Jahren habe ich nur an einem Weihnachtsfest nicht gearbeitet.“ Dabei liegt keine Spur von Klage in der Stimme des Leiters, sondern vielmehr Stolz. „Es braucht großes Engagement für unsere Arbeit“, bestätigt auch Kolonnenführer Helmut Grässlin.

Am Abend eines jeden Tages folgt dann eine weitere Besprechung, die wiederum als Grundlage für die Planung am nächsten Morgen dient.

Die Schilderung dieses beeindruckenden und abwechslungsreichen Alltags betrifft allerdings nur einen Teilbereich des Tätigkeitsfelds. Denn dass ein Tag so abläuft, wie er morgens besprochen wurde, komme höchstens in zehn Prozent der Fälle vor, erklärt Metzler. An den meisten Tagen meldet sich früher oder später die Polizei.

Bei etwa 380 Unfällen pro Jahr

Zu etwa 380 Unfällen – manchmal sind es mehrere pro Tag – rücken die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei aus, berichtet Metzler. Sie sorgen dafür, dass die Unfallstelle, falls nötig, längerfristig gesperrt, der Verkehr gegebenenfalls umgeleitet und die Straße gereinigt wird.

Weil dadurch die Tage nur schwer planbar sind, wird Flexibilität bei der Autobahnmeisterei großgeschrieben. Auch bedarf es dadurch eines enormen Verwaltungsapparats und vor allem einer Belegschaft, die „mitzieht“. Begeistert zeigt sich Metzler diesbezüglich von seinen Mitarbeitern. Noch nie habe ihn jemand hängenlassen. Mehr Auszubildende allerdings würde sich Metzler für die Autobahnmeisterei wünschen. Denn einen Azubi habe man derzeit nicht. Dafür kommen immer wieder Leute als Quereinsteiger zur Autobahnmeisterei, erklärt Lühr. „Der öffentliche Dienst wird attraktiver“, bestätigt Metzler.

Klar ist allerdings, dass die Arbeit bei der Autobahnmeisterei zwar abwechslungsreich und spannend, aber auch anstrengend und teilweise gefährlich ist. Große Bedeutung komme daher der Einhaltung von Sicherheitsstandards zu, erklärt Metzler.

Gebäude mit den Aufgaben gewachsen

Mit den Aufgaben der Autobahnmeisterei ist über die Jahre auch ihr Betriebsgelände gewachsen. Fast wie eine eigene kleine Welt wirkt das Areal bei Kleinkems. Es gibt unter anderem eigene Waschanlagen, Kfz-Werkstätten sowie eine Schreinerei, und einige Mitarbeiter haben sogar ein Wohnhaus auf dem Gelände bezogen. Besonders die neueren Gebäude sind großzügig dimensioniert. Denn auch immer größere Fahrzeuge mussten im Lauf der Zeit angeschafft werden.

Wie ein Sakralbau erhebt sich am Ende des Geländes zudem das Salzdepot. Die Ausführung als Rundbau hat allerdings keinen spirituellen, sondern einen praktischen Hintergrund. „So kann kein Salz in die Ecken kriechen“, erklärt Metzler. Rund 1500 Tonnen werden dort gelagert und bei Bedarf auch zu Feuchtsalz angereichert.

Am anderen Ende des Betriebsgeländes fühlt man sich als Besucher dagegen in einen Science-Fiction-Film versetzt. Im dort stehenden Bungalow lassen sich mit Joysticks auf einer riesigen Videowand insgesamt 56 Kameras – jene in den Tunnels nicht mitgezählt – ansteuern, um den Verkehr auf der Autobahn zu überwachen.

Wer sich selbst ein Bild von der Autobahnmeisterei machen will, hat dazu am Sonntag, 22. September, beim „Tag der offenen Tür“ zwischen 10 und 18 Uhr Gelegenheit. Unter anderem wird Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer gegen 10.15 Uhr eine Begrüßungsrede halten. Auf dem gesamten Gelände werden an verschiedenen Stationen die Arbeiten der Autobahnmeisterei mit Beteiligung mehrerer Vereine und Einrichtungen anschaulich erläutert. Für die Bewirtung der Gäste ist gesorgt.

Zur Unterhaltung spielt zwischen 11.30 und 15.39 Uhr zudem die Blaskapelle „Keine Stille Stunde“. Für Kinder gibt es eine Hüpfburg, Bogenschießen, Tischkicker, ein Ballonwurfspiel sowie eine Torwand.

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