Efringen-Kirchen Ertrag verbessern, Umwelt schützen

Wintersweiler - Der Weizen- und Maisanbau stand im Fokus der Felderbegehung in Wintersweiler. Aber auch Schutzmaßnahmen bei Starkregenereignissen kamen zur Sprache. Die Veranstaltung dient als Treffen für Facherberater und Landwirte. Sie soll die Gemeinschaft unter den Bauern stärken und über aktuelle Entwicklungen informieren.

Auf dem Gütlinhof werden seit fast 20 Jahren verschiedene Weizen- und Maissorten angebaut. Bei dem Treffen ging es vor allem um die Krankheiten beim Getreide und um die Unkrautbekämpfung beim Mais. Das Thema Erosion nach Niederschlägen wurde ebenso angesprochen.

Hoher Preisdruck

„Durch die verstärkten Umweltveränderungen, wie die Kälte, werden die Bauern jedes Jahr vor neuen Herausforderungen gestellt“, erklärte Rolf Hess, stellvertretender Fachbereichsleiter Landwirtschaft und Naturschutz des Landratsamts Lörrach. Ideale Bedingungen wäre eine kalte Phase gefolgt von einer warmen. Doch die immer wiederkehrenden Kälteeinbrüche machen es dem Getreide und dem Mais schwer, richtig zu gedeihen. Beispielsweise ist der Mais dieses Jahr noch kaum aus dem Boden gewachsen. Dafür war es bislang zu kühl.

Wirtschaftlich betrachtet, wirkt die Situation auch nicht besser. „Der Markt für Weizen und Mais sieht nicht vielversprechend aus“, gibt Hubert Sprich, Ackerbauberater der ZG Raiffeisen, zu. Der Weizen ist stark rückläufig, denn der Preis für Getreide ist an den Weltmarkt gebunden. Die Konkurrenz ist hoch und somit werden die Preise gedrückt. Der Maiswert im vergangenen Jahr war auch nicht zufriedenstellend. „Ein starker Maislieferant ist die Ukraine. Dies drückt natürlich unseren Preis.“

Doch Sprich ist optimistisch, denn trotz verzögerter Aussaat sei eine hohe Ernte zu erwarten. Ein hoher Ertrag könne den schlechten Preis für Weizen und Mais ausgleichen. Es bestehe noch Hoffnung, da es in diesem Jahr bereits mehr Niederschläge gab. „Die Erträge sollten somit überdurchschnittlich gut sein“, hofft Sprich.

Gefahr von Krankheiten

Doch die Vorteile von Niederschlägen bringen andere Herausforderungen. Es wird gewarnt, dass dieses Jahr Krankheiten verstärkt auftreten können. „Das feucht-warme Wetter ist perfekt für Pilzinfektionen. Der Pflanzenschutz fängt im Herbst an“, sagt Jochen Winkler, Pflanzenproduktionsberater. Die Fachleute heben die Notwendigkeit von wirtschaftlich sinnvollen Spritzen hervor. Behandelt werden vor allem der Pilzbefall bei Weizen. Der Mehltau, Blattdürre und der Gelbrost sind weitere gefährliche Infektionen. Gerade bei Letzterem helfen Spritzmittel. Der Wind überträgt die Infektion von der Pfalz in den Süden. „Sobald die Krankheit erkannt ist, muss sie zügig behandelt werden.“ erklärt Philipp Andlauer, Pflanzenschutzberater und Landwirt.

Häufig wird eine mechanische Maßnahme durchgeführt. Wichtig zu beachten sei die Qualität der Düsen. Die technischen Mittel ermöglichen ein Spritzen ohne Abdrift. „Die richtige Benetzung erfolgt ohne dass die oberen Blätter betroffen werden“, erklärt Andlauer.

Des Weiteren gilt eine angemessene Ährenbehandlung. „Denn wir wollen Lebensmittel mit Qualität erzeugen.“ Gespritzt werde nur, wenn eine Infektion vorhanden ist. Dabei sollte beachtet werden, dass man den Gehalt des Schutzmittels nach der Schadschwelle anpasst.

Die verstärkten Niederschläge verursachen ein weiteres Problem: Die Ackerböden halten nicht mehr. Der Gütlinhof musste bereits Vorkehrungen treffen. Dazu gehört ein Grünstreifen neben dem Feld.

Schutz bei Starkregen

Der Wiesenabschnitt soll bei verstärktem Regen die Wasser und Schlammmassen stoppen. Markus Gütlin, Landwirt und Besitzer des Gütlinhofs, hat darüber hinaus noch Hafer gepflanzt. „Das macht den Boden fester“, sagte Gütlin. Dabei wird der Hafer eine Woche vor dem Mais gesät und durch seine dichten Wurzelvernetzungen wird der Boden widerstandsfähiger gegenüber Nässe. Die Bauern scherzten: „Wenn das mit dem Mais nichts wird, dann haben wir immer noch den Hafer.“

Des Weiteren soll eine kleine Konstruktion oberhalb von Wasserabflüssen ein Abfließen gewährleisten. Bei starken Regenfällen werden organische Mittel, wie Wurzeln, Knollen oder kleine Äste, mitgerissen. Dabei kann das Abflussgitter verstopfen. Der Käfig oberhalb des Abflusses soll somit die Auffangfläche vergrößern und den Schlammstau verhindern.

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