Efringen-Kirchen Es geht nicht nur um Tempo

Efringen-Kirchen - Sogenannte Radschnellverbindungen sind im gesamten Landkreis im Kommenen. Auch im Rebland soll eine Trasse entstehen, die von Weil am Rhein über Efringen-Kirchen weiter nach Norden führt. Die Gemeinde Efringen-Kirchen begrüßt das Projekt, hat zugleich aber auch einige Kritikpunkte.

„Für die Gemeinde ist das Projekt eine Chance“, sagt Bauamtsleiter Klaus Lehmeyer mit Blick auf die geplanten Radschnellverbindungen. Durch sie sollen im gesamten Landkreis künftig wichtige Strecken durchgängiger und sicherer mit dem Fahrrad befahrbar werden. Der Umweltausschuss des Kreistags hatte sich in einer Sitzung im Februar mit einer Machbarkeitsstudie zum Projekt befasst, am Mittwoch steht das Projekt in der Kreistagssitzung erneut auf der Agenda.

Für die betroffenen Gemeinden wie Efringen-Kirchen könne das Projekt viele Vorteile mit sich bringen, glaubt Lehmeyer. Denn zum einen sei eine Entlastung des Verkehrs – gerade in den Stoßzeiten – dringend nötig. Zum anderen könne ein ausgereiftes Radwegekonzept auch den Tourismus fördern, so der Bauamtsleiter.

Im Norden der Republik sei man diesbezüglich weiter. „Die Einstellung zum Fahrradfahren ist dort eine ganz andere“, weiß Lehmeyer auch aus eigener Erfahrung zu berichten. Das hänge nicht zuletzt mit der Topographie zusammen. Allerdings spiele dieser Aspekt durch das steigende Aufkommen von E-Bikes eine immer geringere Rolle.

Auch schöne oder sportliche Strecken sind der Gemeinde wichtig

Zugleich gebe es aber gerade hinsichtlich der Außenwirkung des Projekts noch einiges zu tun. Vorrangiges Ziel des Landratsamts müsse sein, die Idee der Radschnellverbindungen richtig zu erklären, ist sich Lehmeyer sicher. „Es muss klar kommuniziert werden, dass es nicht darum geht, überall Fahrrad-Rennstrecken zu bauen.“ Vielmehr sei das Ziel die Umsetzung eines konstruktiven Radwegekonzepts, an dem sich die Fahrradfahrer nach ihren jeweiligen Anforderungen orientieren. So könne beispielsweise ein Fahrradweg beschildert und ausgebaut werden, der möglichst schnell von einem Ort zum anderen führt. Vor dem Hintergrund des Pendlerverkehrs sei das ein wichtiger Punkt.

Andere Routen könnten dagegen entlang möglichst schöner Wege führen oder den sportlichen Aspekt in den Vordergrund stellen. „Es geht darum, dass ich in der jeweiligen Situation, den am besten geeigneten Radweg nehmen kann“, fasst Lehmeyer zusammen. Deshalb störe er sich auch an dem Wort „Radschnellverbindungen“, das in den Köpfen vieler Bürger lediglich Bilder von „Fahrrad-Autobahnen“ entstehen lasse.

Ein weiterer Kritikpunkt Lehmeyers betrifft den Lückenschluss im bestehenden Radwegenetz der Gemeinde. Diesem müsse aus seiner Sicht eine höhere Priorität zukommen. Beispielsweise seien weitere Fahrradwege von Egringen in Richtung Holzen oder nördlich von Welmlingen entlang der B 3 wünschenswert.

Auch ließen sich viele andere Projekte umsetzen, die das Fahrradfahren in der Gemeinde attraktiver machen könnten. Lehmeyer denkt in diesem Zusammenhang etwa an die Förderung von „Bike-and-Rail“ oder die Einrichtung von Ladestationen für E-Bikes. Sehe man die geplanten Radschnellverbindungen vor diesem Hintergrund allerdings als Auftakt einer anhaltenden Entwicklung, die mehr Bürger zum Umsteigen auf das Fahrrad bewegt, habe das Projekt „ein riesiges Potenzial“.

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