Efringen-Kirchen Es ist auch Eigeninitiative gefragt

Wie wird das Jugendzentrum (JUZ) in Efringen-Kirchen in Zukunft aussehen? Wie können sich Jugendliche aktiv an der Lokalpolitik beteiligen? Welche Auswirkungen hat die Pandemie und was treibt die Jugend überhaupt um? Themen wie diese wurden am Donnerstagabend beim Jugend-Hearing im JUZ am Sportplatz besprochen.

Von Zoë Schäuble

Efringen-Kirchen. Oft hat es bislang die Gelegenheit für die Jugendlichen nicht gegeben, sich so intensiv mit den Gemeinderäten und der Verwaltung auszutauschen, wie der für Efringen-Kirchen zuständige Jugendreferent Jens Künster eingangs erzählte. Zum Jugend-Hearing eingeladen hatte er Bürgermeister Philipp Schmid, und je einen Vertreter der Fraktionen aus dem Gemeinderat. Gekommen waren Selina Denzer, Kevin Brändlin, Karl-Friedrich Hess und Gerhard Kienle. Auch Adelheid Arnold vom Sozialamt der Gemeinde sowie die Schulsozialarbeiter des Efringen-Kirchener Schulzentrums Philipp Mahler, Laura Walter und Kollegin Celia Vetters von der Grundschule Egringen nahmen teil.

Anliegen besprechen

Was es mit dem Jugend-Hearing überhaupt auf sich hat? „Es ist ein ernst gemeintes Angebot, um junge Menschen miteinander und mit der Politik ins Gespräch zu bringen“, verdeutlichte Künster. In der jüngsten Vergangenheit seien die Bedürfnisse der Jugendlichen oft unbeachtet geblieben: Abhängen mit Freunden, Feiern und Neues ausprobieren war für eine lange Zeit unmöglich. Viele Orte der Jugendkultur waren geschlossen – auch das JUZ war kurzzeitig für die Jugendlichen tabu. Künster freute sich umso mehr, dass neben den geladenen Vertretern der Gemeinde auch viele Jugendliche gekommen waren und animierte sie, offen zu sprechen, ihre Anliegen vorzubringen und Fragen zu stellen.

Umbau des JUZ?

Andreas Hartmann, 21 Jahre, der gerne von seinem Heimatort Grenzach-Wyhlen ins JUZ nach Efringen-Kirchen fährt, hatte Fragen zu dessen derzeitigem Zustand. „Werden die Container dieselben bleiben, oder verändert sich in der Zukunft baulich etwas?“

Die in die Jahre gekommene Anlage und zunehmende Verschleißerscheinungen der Container seien im Frühjahr bereits im Gemeinderat besprochen worden, erinnerte Schmid. „Für den kommenden Haushalt sind Mittel angemeldet und wir sind im Gespräch mit Firmen.“ Ende des Jahres, fügte der Bürgermeister an, wolle man genauere Pläne hinsichtlich einer Erneuerung ins Auge fassen.

Das vom Caritasverband getragene JUZ ist einer der am meisten frequentierten Jugendräume des Umkreises, weswegen eine Erneuerung und Vergrößerung seit langem Thema im Gemeinderat ist. In der Vergangenheit seien bereits Versprechungen gemacht worden, monierte Hartmann „und dennoch ist bisher nichts passiert.“

Die Enttäuschung der Jugendlichen konnte auch Hess nachvollziehen, der das JUZ in seinem derzeitigen Zustand als „Interimslösung“ bezeichnete. Abseits der sichtbaren Mängel hob der Gemeinderat den gut gewählten Standort hervor: „Es ist etwas außerhalb gelegen und es gibt keine direkten Anwohner, was natürlich Streitigkeiten und Probleme vermeidet.“

Dem Wunsch der Jugendlichen, das Zentrum umzugestalten und zu erneuern, stehen Schmid und die Gemeinderäte offen gegenüber. „Wünschenswert ist eure Eigeninitiative“, verdeutlichte Hess.

Die Jugendlichen sollen sich an der Umgestaltung aktiv beteiligen und ein Mitspracherecht haben. Dass die Änderungen notwendig seien, dafür sprach sich auch Brändlin aus. „Allerdings muss noch einmal betont werden, dass es zum Zeitpunkt noch keinen Beschluss zur Erneuerung gibt.“

Derzeit ist das JUZ nur zu betreuten Zeiten geöffnet, „die Jugendlichen sollen aber durch verschiedene Angebote herangeführt werden, Verantwortung zu übernehmen sodass der Raum auch ohne Sozialarbeiter geöffnet werden kann“, erklärte Künster das Konzept.

Jugendliche sind engagiert

Lobend erwähnen wollte der Jugendreferent das großartige Engagement der Jugendlichen. Sowohl die Möbel im Außenbereich des JUZ als auch kleinere Arbeiten im Innenraum hätten die Jugendlichen in Eigenregie gebaut und übernommen.

Die aktive Beteiligung der Jugendlichen sei wichtig und auch gefragt, betonte Denzer. Wie eine solche aussehen kann – auch das wurde in der Gesprächsrunde diskutiert. Künster zeigte verschiedene Möglichkeiten auf, wie Jugendliche aktiv die Lokalpolitik und sie betreffende Themen mitgestalten und beeinflussen können. Besonderen Anklang fand die gemeinschaftliche Idee, sich zu einem Hearing alle drei Monate zu verabreden. Schmid: „Wir wollen einen lebendigen Austausch – ihr rennt mit euren Anliegen bei uns offene Türen ein.“ Kienle betonte, dass die vierteljährlichen Hearings eine gute Möglichkeit darstellten, um offen über die jeweiligen Belange zu sprechen: „Wir sind in der Gestaltung völlig frei.“

Der 17-jährige Isteiner Lukas Läubin nutzte die Chance, um über den von ihm geleiteten Jugendraum in der Ortschaft zu sprechen. Die Unterstützung für Räume außerhalb des Kernorts sei gering, der Bedarf allerdings da. Schmid verwies auf die zuständigen Ortsvorsteher.

Den Austausch fördern

Dass man sich mit den anderen Jugendlichen der Ortschaften austauschen und sich gegenseitig in den Räumen besuchen könne, schlug Rätin Denzer vor.

Einig waren sich alle Anwesenden, dass das von Künster organisierte Jugend-Hearing konkrete Anliegen zutage gefördert hatte, die es zu besprechen gilt. Künster: „Wir können alle konkrete Informationen hieraus mitnehmen und im engen Austausch bleiben.“

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