Efringen-Kirchen „Es war praktisch kein Schrott dabei“

Weiler Zeitung
In nur zwei Stunden brachte die Bevölkerung 60 Fahrräder und zahlreiche Kinderspielgeräte vorbei. Mit solch einer großen Resonanz hatte der Flüchtlingskreis „Fürenand“ nicht gerechnet.                                                                                                                                                            Foto: Marco Schopferer Foto: Weiler Zeitung

Istein (mao). Was für ein Andrang, welch große Hilfsbereitschaft: Binnen zweier Stunden wurden dem Asylkreis „Fürenand“ 60 Fahrräder, zahlreiche Bobby-Cars, Roller, Kinderwagen und Kettcars abgegeben.

„Das war richtig Klasse. Mit solch einer Resonanz haben wir nicht gerechnet“, sagen Martin Leitner und Markus Schwarz unisono. Von 10 bis 12 Uhr fuhren unablässig Autos – viele mit Anhänger und voll beladen mit Drahteseln und meist vierräderigem Kinderspielgerät vor. Beide Mitarbeiter im Arbeitskreis „Fürenand“ zollen den Spendern vor allem dieses Lob: Es war praktisch kein Schrott dabei, alle Velos wurden in einem insgesamt ordentlichen Zustand angeliefert. „Mindestens zehn Fahrräder waren nicht nur wirklich richtig gut in Schuss, sondern auch auf Anhieb verkehrssicher“, sagt Schwarz zufrieden.

Ein „Riesendank“ ging auch an die Adresse von Pfarrer Josef Dorbath: In der Garage der Kirchengemeinde dürfen die gesammelten Drahtesel zwischengelagert werden. Dort sollen sie nun auf Vordermann gebracht werden. Gemeinsam mit den Flüchtlingen wird in der neuen Unterkunft eine eigene Fahrradwerkstatt eingerichtet und dann an die Drahtesel Hand angelegt werden.

Verschenkt wird übrigens nicht ein einziges der Fahrräder. Jedes wird farblich mit dem Logo des Asylkreises markiert und kann dann kostenfrei gegen ein Pfand von vermutlich zehn Euro ausgeliehen werden. Dies soll für einen pfleglichen Umgang sorgen und auch Weiterverkäufe verhindern. Ein ähnliches Modell soll für die Spielgeräte eingeführt werden. „Wir werden nicht ein einziges Velo putzen, sollte es dreckig zurückkommen“, stellt Markus Schwarz klar. Gemeinsam mit den Nutzern will man den Verleih organisieren und damit ein System etablieren, das die meisten Flüchtlinge aus ihrer Heimat gar nicht kennen.

Der Flüchtlingskreis kämpft aber auch mit mangelndem Verständnis der heimischen Einwohnerschaft. Heidi Lankes, ehrenamtliche Verwalterin der Spendendatenbank, freut sich zwar, dass diese auf mittlerweile 189 Spenden angeschwollen ist, auf der anderen Seite brachten etliche Bürger wieder Kleider und auch – teils gar ungewaschene – Teddybären vorbei. „Wir versinken in Teddybären“, sagt die Koordinatorin und bittet von weiteren Spenden zunächst abzusehen. Noch fehlt es dem örtlichen Arbeitskreis einfach an konkreter Erfahrung, wie man die Hilfe am besten organisieren kann.

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