Efringen-Kirchen Flotte Klänge und großes Donnerwetter

Ines Bode
Extra leere Stühle ins Orchester gestellt: In bequemer Stellung lauschte eine ganz junge Dame (rechts) den Klängen des Blasorchesters. Foto: Ines Bode

Efringen-Kirchen - Wenn das keine Einladung war: Freie Stühle warteten aufs Publikum beim Platzkonzert des Musikvereins im Museumsgarten. Mitten hinein ins Orchester könne man sich setzen, wie Dirigent Udo Schmitz anregte. „Fürs Feeling“ - getreu dem Motto des Abends: „Komm und spiel mit“.

Um die Idee mit Erfolg zu krönen, sammelte Schmitz nach dem Auftaktstück kurzerhand ein paar Mädchen und Buben ein. Augenscheinlich fanden sie Gefallen an der neuen Perspektive. Brav harrten sie zwischen den Musikern aus, und eine ganz junge Dame machte es sich gar bis zur Pause sichtlich bequem auf ihrem Sitz. Der Spaß kam an, und wurde in den gut besetzten Zuhörerreihen mit Schmunzeln bedacht. Wirkung hatte auch die Einladung des Vorstands gezeigt, die vor zwei Monaten zum Kommen und Mitspielen aufforderte.

Vier Neuzugänge

Vier Neuzugänge konnte man gewinnen, die peu à peu in die Probenarbeit rutschten und die Mannschaft bei diesem Auftritt verstärkten.

Einige hätten schon bei anderen Orchestern gespielt, bemerkte der Vorsitzende Marc Dörpfeld am Rande. Es war bereits die zweite Komm-und-spiel-mit-Aktion, und Dirigent Schmitz vergaß nicht, für die dritte im nächsten Jahr zu werben.

Der musikalische Teil startete mit einer klassischen Auftaktfanfare, gefolgt von einer überraschenden kubanischen Salsa. „Conga“ heißt das hitzige Stück von „Miami Sound Machine“, dem sich ein Medley der Frontfrau Gloria Estefan anschloss. Die Efringen-Kirchener Soundmaschine schmetterte anschließend noch ein Medley einer namhaften Showgröße: Louis Armstrong. Schöne satte Bläserklänge durchzogen den Museumsgarten – Bläser-Blues im New Orleans-Stil aus alemannischer Hand, wenn man so will. Das kam an und wurde hörbar beklatscht. Der nächste Titel war ohnehin Programm: „Blasmusik macht Freude“, eine Polka mit Schwindeleffekt. Da wippten die Füße wie von allein mit.

Knackiger Schlusston und dann der Donner

Weiter gings mit einem Marsch namens „Das Abzeichen“, das sich hier wohl als Wimpel versteht. Die Herausforderung für die Musiker kam zum Ende hin, sprich in einem knackigen sauberen Schlusston – zack. „Schließen Sie die Augen“, riet die Moderatorin Stefanie Bloy anschließend, um den Genuss des wunderbaren Walzers „Ein Abend am Meer“ zu erhöhen. Aber auch die drohenden Wolkentürme wollte niemand sehen. Der Abend an der alten Schule war dann leider vorbei. Die nächsten Bässe kamen von oben, pünktlich zur Pause. Und dann wurde es nass. Schmitz und Dörpfeld versuchten zu retten, und verkündeten machtlos: Das Konzert werde einfach am Dienstag nächster Woche wiederholt, dann allerdings am Probenlokal, der „Wäschi“.

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